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Speedo: Erarbeiten mit dem Händler gemeinsam Lösungen

  • Andreas Mayer
  • Freitag | 03. Juni 2016  |  12:42 Uhr
Gute Umsätze auf der Fläche, ein interessantes Sortiment, das zur Beratung herausfordert: Das Thema „Schwimmen“ wird häufig unterschätzt, meint auch Speedo-Manager Johannes Graff. Im Gespräch mit sportFACHHANDEL verrät der Key-Account-Spezialist für den deutschen Handel, welche Chancen für den versierten Fachhandel auf dem Wasser zu finden sind.
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Johannes Graff
© Speedo

Interview: Nicolas Kellner

sportFACHHANDEL: Herr Graff, Schwimmen ist mehr als Schulsport: Wie sehen Sie den Markt aus Herstellersicht?

Johannes Graff: Der größte Markt ist unserer Meinung nach der der Fitnessschwimmer. Es gibt ein sehr großes Potential bei den Sportlern, die zusätzlich zu ihrer Sport-Routine wie Laufen oder Radfahren ins Schwimmbecken springen. Dies aus Gründen des Ausgleichs oder dem Aufbau von spezifischen Muskelgruppen. Aus diesem Grund haben wir auch Felix Neureuther als Testimonial verpflichtet: Mit ihm ist es uns möglich, eine noch größere Zielgruppe anzusprechen und einfacher zu erklären, warum sich Schwimmen als „Ganzkörper Workout“ perfekt eignet, um sich für andere Sportarten fit zu machen.

Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie? Im Bereich Entwicklungen wird das Thema Spitzen-Technologie aus dem Profisport eine große Rolle spielen. Hier ist ein klarer Trend zu erkennen, die Benefits der Hight-Tech-Produkte aus dem Spitzensport auch für den Fitnessschwimmer zugänglich zu machen. Hierbei ist das Kompressionsthema für uns von großer Bedeutung: Wir haben Produkte für Fitnessschwimmer mit Kompressionspanels, die auf der einen Seite die Ermüdung der Muskulatur herauszögern können und zudem die Core-Muskulatur des Schwimmers aktivieren um so die Wasserlage beim Schwimmen zu verbessern.

Welchen Stellenwert kann Speedo für sich beanspruchen? Speedo ist eine Marke mit einer langen Tradition und großem Know-how im Entwicklungsbereich. Im Firmeneigenen Labor Aqualab in Nottingham, werden innovative und richtungsweisende Technologien wie zum Beispiel die IQfit Technologie entwickelt. Diese Technologie kommt in den Top Brillenprodukten zum Einsatz – auch in denen für die Profisportler. Im Rahmen des Entwicklungsprozesses wurden mehrere tausend Kopfscans durchgeführt um die optimale Passform der Dichtung zu konstruieren, die ohne großen Druck dicht auf den Augen sitzt und ein optimales Blickfeld beim Schwimmen ermöglicht.

Wie und wo grenzt sich der Markt zu „Bade und Beach“ ab? Der Schwimmsport definiert sich ganz klar über die Aktivität. Damit unterscheidet sich der „Schwimmbereich“ vom sogenannte „Beachbereich“ im Produktsortiment. Der Fitness-Schwimmer legt großen Wert auf funktionelle Textilien, die den Anforderungen seines Trainings und der Schwimmbadeigenschaften, wie Chlorwasser, gerecht werden.

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Schwimmen ist für Speedo auch Lifestyle.
© Speedo

Wie wichtig ist das Thema Innovation beziehungsweise Funktion? Sowohl Innovation als auch Funktion sind entscheidend um auf dem Markt, eine herausragende Position zu beziehen. Im Bereich Funktion haben wir von Speedo mit der „Body Positioning Swimwear“ Kollektion, also Produkte, welche dazu beitragen die Wasserlage beim Schwimmen zu verbessern, einen großen Schritt gemacht. Im Bereich Innovation treffen wir mit der neuen Fastskin Prime Goggle den Nerv der Zeit. Die Schwimmbrille bietet dem Kunden, in einer Art Baukastenprinzip, verschiedene Farbvarianten und Brillenkomponenten an, aus denen er dann wählen kann. Vereinfacht: der Kunde kauft ein Brillenset und stellt sich seine Wunschbrille aus über zehn Kombinationsmöglichkeiten zusammen. „Customizing“ im Schwimmsport ist definitiv möglich.

Wie sehen Sie die Situation im Handel? Welche Chancen oder Risiken sehen Sie? Wir wissen, dass Schwimmen eine Kategorie ist, die von einigen Händlern noch vernachlässigt wird. Sie generiert bei guten Margen mit wenig Aufwand guten Umsatz mit einer LUG von 5 bis 6. Mit kleinem Aufwand, ohne in den Ladenbau einzugreifen, kann man die Verkaufsflächen schon so einfach emotionalisieren, dass wesentlich höhere Umsätze generiert werden. Der Kunde muss durch optisch ansprechende Warenpräsentation in die Schwimmabteilung geleitet werden, denn immerhin 80 Prozent der Kaufentscheidungen werden vom Kunden am POS gefällt. Zudem kann das Thema Cross-Merchandising noch besser umgesetzt werden. Oftmals ist das Equipment weit entfernt von den Schwimmtextilien und somit gehen den Händlern Umsätze verloren.

Wie kann der Markt gesundgehalten, wie Discounter, Tchibo und Co. abgehalten werden? Der Markt kann sich sicher niemandem verschließen. Wir sind aber überzeugt, dass Sportler und Jene, welche es werden wollen, einen hohen Wert auf Beratung, Service, Qualität, Funktion und Marke der Produkte legen – auch, um sich zu differenzieren. Darin sehen wir eine große Chance für den Sportfachhandel, der das seinen Kunden bieten kann.

Wie unterstützen Sie den Fachhandel? Wichtig ist uns, dass man auch in der Kategorie Schwimmen für den Kunden ein emotionales Einkaufserlebnis schafft. Wenn ein Händler uns eine Fläche zur Verfügung stellt, erarbeiten wir mit ihm eine individuelle Lösung zur optimalen Präsentation der Ware und einer Emotionalisierung und Aufwertung der gesamten Schwimmkategorie. Dies trägt erwiesenermaßen zu einem besseren Abverkauf der Ware bei. Hierbei können wir auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen und haben Lösungen vom Visual Merchandising einer Rückwand über die Emotionalisierung durch Imagebilder bis zur kompletten Wandinstallation. Dann kann mit geringem Aufwand große Wirkung erzielt werden.

Wir bedanken uns für das Gespräch.

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 07 / 2016