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New Balance setzt zur Torjagd an

  • Nicolas Kellner
  • Mittwoch | 25. März 2015  |  15:30 Uhr
Die Torjagd ist eröffnet: New Balance will künftig im Fußballgeschäft mitkicken und Puma verdrängen. Das Ziel ist höchst ambitioniert: „Wir wollen weltweit die Nummer Drei werden“, erklärt New-Balance-Deutschland-Chef Jürgen Konrad im Gespräch mit sportFACHHANDEL.

Nike, Adidas, Puma – das Triumvirat an der Spitze weltweit definiert sich auch über Fußball. Das zeigte eindrücklich die letztjährige WM in Brasilien. Dazu kommen Umbro, Diadora und Co., die kräftig mitspielen. Und auch der dänische Sportkicker und Teamsport-Spezialist Hummel will künftig stärker mitkicken, wie Hummel-Deutschland-Geschäftsführer Jens Binek im November gegenüber sportFACHHANDEL bestätigte. Der Kampf um die besten Plätze im Regal, aber auch um die größte mediale Präsenz ist also voll entfacht. Zu beobachten ist zwar gerade, dass sich der Sporthandel mehr und mehr auf zwei, maximal drei Anbieter im Fußball konzentriert, dennoch beginnt dahinter das Gerangel. Denn Chancen bestehen, Fußball ist weltweit Trendsport.

Genau da rein will New Balance stoßen. Was die Großen können, können wir auch, sagen sich New-Balance-Strategen in Boston und bildeten Kompetenzcenter in Sachen Fußball. „Das Schuh-Know-how haben wir natürlich ebenfalls“, sagt Konrad, die Erfahrung auch. Vor einigen Jahren kaufte New Balance den Fußballausrüster Warrior. Ausgerüstet wurden von Warrior bereits spanische, portugiesische und englische Tradtionsvereine, die künftig jedoch mit einem „NB-Emblem“ aufs Spielfeld laufen werden. Warrior als Fußballmarke wird es dann nicht mehr geben.

Startschuss für den Verkauf von Fußballschuhen ist Frühjahr 2016, verrät Konrad. Dem Handel werden die neuen Schuhe im Sommer vorgestellt. „Wir wollen ausgesuchte Händler ansprechen“, sagt Konrad. „Wir haben uns in den letzten Jahren vom „reinen Running-Spezialisten“ schon deutlich in Richtung „Multi-Segment-Marke“ entwickelt“, meint Konrad. Das New-Balance-Fußball-Engagement erstreckt sich jedoch weltweit nach der Devise, richtig oder gar nicht. New Balance will dazu auch eine internationale Spieler-Force aufstellen: Von World-Cup- und Europa-League-Champions bis hin zu Premier-League- und Primeira-Liga-

Gewinnern werden Sportler ausgewählt, die die Marke an die Spitze des Fußballs bringen sollen. „Hierfür suchen wir die richtigen Handelspartner, die wir durch gezielte Marketinginvestitionen unterstützen werden“, erklärt Konrad. Auf lange Sicht geht es auch um Teamsport und Breitensport. New Balance will das Thema Fußball langfristig verwurzeln. Vorbild sei das erfolgreiche Einsteigen in die Märkte Rugby und Baseball. Die Untermarke Warrior ist Basis für die neue NB-Fußballkollektion, die breiter aufgestellt sein wird. „Das volle Programm“, so der NB-Mann, „DNA der Marke jedoch ist Running“, betont der Schuhmanager. Zunächst umfasst das Programm High-End-Produkte, doch Teamsport gehört dazu, vor allem im Preisbereich 60 bis 80 Euro, das nicht vernachlässigt werden dürfe. Trotzdem soll die Distribution in den ersten beiden Jahren sehr eng gehalten werden und sich erst einmal den Spezialisten widmen, die dem Endverbraucher am schnellsten die Philosophie klar machen könnten. Ein Komplettpaket für den Handel werde demnächst vorgestellt. Es wird spannend, wie New Balance Torbilanz ausfällt – und, das weiß auch Jürgen Konrad: Ob Puma sich so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen wird.

Nicolas Kellner

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© © New Balance

Autor: Nicolas Kellner

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 04 / 2015