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Asics zurrt neue Vertriebspolitik fest

  • Markus Huber
  • Donnerstag | 01. Januar 2015  |  23:28 Uhr
Das Bundeskartellamt hat geschimpft und Asics hat reagiert: Der japanische Sportausrüster kommt nun mit einer neuen Version seiner selektiven Distributionspolitik, die für Deutschland und den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gleichermaßen gelten soll.

Die überarbeitete Fassung der Vertriebsvereinbarungen von Asics betrifft den EWR (d.h. die EU plus Norwegen, Liechtenstein und Island) sowie die Schweiz.

Die erste Fassung, die Asics im Jahr 2011 implementierte, fand im letzten Sommer die Kritik der obersten deutschen Wettbewerbshüter, die sich insbesondere auf die untersagte Mitwirkung von Händlern bei Preis-Suchmaschinen und Online-Marktplätzen bezog. Hier legt der Lieferant nun nach und modifiziert seine bislang gültigen Richtlinien in entscheidenden Punkten.

Kundenorientierung stand bei der Ausgestaltung der neuen Direktiven gegenüber dem Handel im Vordergrund. Gleichermaßen nimmt Asics zur Kenntnis, dass die Bedeutung des Online-Handels in den letzten Jahren "rasant gestiegen ist".

Mit den Neuerungen in den Bestimmungen wird insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass es inzwischen eine starke Anzahl von Handelskunden gibt, die stationär und im Internet gleichermaßen verkaufen. Eine Trennung in der bislang gekannte Form erforderte offenbar Handlungsbedarf bei der Reform der Vereinbarungen.

Die neuen Vertriebsvereinbarungen fußen auf zwei Punkten, die wir hier im Wortlaut wiedergeben:

"1. Vereinfachung des Qualifizierungs-Prozesses für Handelpartner durch die Reduzierung auf zwei Kanäle: online und stationär. Um sicherzustellen, dass Kunden zu jeder Zeit und jedem Ort, wo sie Asics-Produkte kaufen, dasselbe Qualitätsniveau von Beratung und Service vorfinden, wird jeder stationäre Laden und jedes Online-Geschäft unabhängig voneinander eingestuft. Die Einstufung in die verschiedenen Level erfolgt entsprechend durch einen überarbeiteten Kriterienkatalog. Die Einstufung legt fest, welche Produkte im jeweiligen stationären oder Online-Geschäft verkauft oder vertrieben werden können.

2. Für Online-Händler sieht die neue Vertriebspolitik darüber hinaus vor, dass Preissuchmaschinen eingesetzt werden können und beinhaltet erweiterte Optionen und Leitlinien hinsichtlich des Verkaufs über Dritt-Plattformen und der Nutzung des Asics-Markenzeichens im Rahmen der Online-Werbung."

Der Ausrüster betont, dass er bei der Entwicklung der neuen Vertriebspolitik im Dialog mit dem Kartellamt gestanden ist und davon ausgeht, dass die Direktiven im Einklang mit den Vorgaben der Wettbewerbshüter stehen. Die Umsetzung der neuen Regeln in Zusammenarbeit mit dem Handel startet mit dem neuen Jahr und soll bis Dezember 2015 abgeschlossen sein. mh

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Beispielhaft: Dieser Laden dürfte wohl den neuen Vertriebsvereinbarungen entsprechen, die Asics für seine stationären und Online-Händler vorsieht.

Autor: Markus Huber

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