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„Von der Wiege bis zur Bahre“

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 25. November 2014  |  10:08 Uhr
Gore-Tex setzt auf Life Cycle Assessment im Schuhbereich.
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Gore verfolgt den Ansatz, dass auch eine möglichst lange Lebensdauer von Produkten Ressourcen schont.

Text: Astrid Schlüchter

Nicht erst seit gestern setzt man sich bei Gore-Tex mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Was in der Textilindustrie schon fast zum Standard zählt, soll nun auch stärker im Schuhsegment umgesetzt werden. Wie man die Ökobilanz eines Schuhs mit Gore-Tex Produkttechnologie verbessern kann, diskutierten im Rahmen des diesjährigen European Outdoor Summits die beiden Sustainability-Experten Steward Sheppard und Bernhard Kiehl von Gore und erklärten, was ihr Ansatz von dem der Konkurrenz unterscheidet.

Im Rahmen des Eurorpean Outdoor Summits vom 14. bis 15. Oktober am Tegernsee wurde das Thema Nachhaltigkeit auch vom marktführenden Membranexperten Gore-Tex aufgegriffen. Heißt nachhaltig handeln, in erster Linie auch bewusster zu leben? Sollten wir den Umwelteinfluss eines Endproduktes von der Herstellung bis zur finalen Entsorgung besser im Blick haben? Ist weniger oft mehr und ist die heutige Konsumgesellschaft überhaupt im Stande verantwortungsbewusst zu handeln? Diese und vor allem die Frage, wie sich ein hochfunktioneller Wanderschuh mit Gore-Tex-Membran einigermaßen umweltbewusst produzieren lässt, klärten zwei Gore-Experten in einer offenen Diskussionsrunde: Stewart Sheppard ist seit 2012 Mitglied des Nachhaltigkeitsteams in der Fabrics Division von W.L. Gore & Associates.

Seine Aufgaben umfassen den Fokus auf Life Cycle Assessment (LCA), die Implementierung des LCA-Ansatzes innerhalb von Gore sowie Umwelt-Labeling. Bernhard Kiehl leitet das Sustainability Programm der Fabrics Division von W.L. Gore & Associates seit 2009. In dieser Funktion ist er auch in den Industrieinitiativen wie der Sustainable Apparel Coalition und anderen Gruppen aktiv, die messbare Verbesserung der Nachhaltigkeit von Bekleidung und Schuhen vorantreiben.

Unter Life Cycle Assessment versteht man einen weltweiten Standard, mit dem der gesamte Umwelteinfluss eines Endproduktes bewertet wird und der dabei alle ökologischen Aspekte eines Produkts einschließlich Ressourcen- und Energieverbrauch, Emissionen in Luft, Wasser und Boden sowie den Einfluss auf die Gesundheit und die Ökosysteme bewertet. Getreu dem Motto „von der Wiege bis zur Bahre” steht dabei der gesamte Kreislauf im Blickfeld – von der Rohmaterialgewinnung über dessen Verarbeitung, Herstellung und Transport des Produkts, Gebrauch, Reparatur und Pflege bis hin zu Entsorgung oder Recycling. Um die einzelnen Komponenten zu betrachten, hat Gore dafür die Umweltbelastung eines funktionalen Wanderschuhs mit Gore-Tex Membran untersucht. Dabei geht man bei den Amerikanern von einer durchschnittlichen Nutzung von rund dreieinhalb Jahren aus. Unter Berücksichtigung wichtiger Kriterien wie dem Einsatz von Ressourcen im Hinblick auf Energieverbrauch, globale Erwärmung oder Ozonwerte, kommt man in puncto Nachhaltigkeit immer wieder auf die Langlebigkeit eines Produktes zurück. Je länger ein Schuh im Einsatz ist, desto kleiner ist dessen Umwelteinfluss.

„Produktqualität und Langlebigkeit bilden die Eckpfeiler unserer Produktstrategie. Zudem muss das Produkt frei von unerwünschten Rückständen sein und sauber hergestellt werden. Nachhaltigkeit funktioniert unserer Meinung nach nur in einem Kreislauf“, so Stewart Sheppard. Genau deswegen ist es wichtig die gesamte Lieferkette im Auge zu behalten und Lieferanten und Materialien sorgfältig auszuwählen.

„Mit der Summit-Partnerschaft und unserer aktiven Teilnahme zeigen wir, dass Gore Nachhaltigkeit bevorzugt partnerschaftlich anpacken will und in der Industrie in Sachen Umweltzusammenarbeit eine Vorreiterrolle einnimmt“, meint Bernhard Kiehl abschließend.

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 21 / 2014