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US-Outdoor-Industrie attackiert Trump

  • Andreas Mayer
  • Donnerstag | 23. Mai 2019  |  11:22 Uhr
In einem offenen Brief an den US-Präsidenten warnt die Outdoor Industry Association (OIA) vor den Folgen weiterer Zollerhöhungen gegenüber China.
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In China produzierte Outdoor-Bekleidung könnte bald für US-Händler und Importeure teurer werden.
© Mayer

In den vergangenen zehn Monaten hat die Trump-Regierung zunächst Zölle auf Warengruppen erhöht, die unter anderem Hartware-Produzenten betreffen. Jetzt drohte der US-Präsident China mit einer erneuten Zollerhöhung und Ausweitung auf Produktgruppen, die unter anderem auch Bekleidung und Schuhproduzenten betreffen würden.

Die Outdoor Industry Association (OIA), die insgesamt mehr als 1.300 Produzenten, Marken, Vertriebsagenturen und Händler repräsentiert, hat sich nun in einem offenen Brief an den Präsidenten gewandt: "In den Monaten, seit die Strafzölle für die meisten Outdoor-Produkte in Kraft sind, haben sie bereits ernsthaft die Möglichkeiten für weiteres Wachstum von Outdoor-Firmen beeinträchtigt. Zusätzliche Zölle, insbesondere auf Bekleidung und Schuhe, würden verheerende Auswirkungen auf die 887-Mrd.-Dollar schwere Freizeit- und Erholungsbranche haben und für die 7,6 Mio. amerikanischen Arbeitsplätze, die sie unterstützt," schreibt Amy Roberts, Executive Director der OIA.

Roberts weist auch darauf hin, dass viele Hersteller bereits hohe Einfuhrgebühren zahlten – bis zu 37,5 Prozent für Bergstiefel oder 32 Prozent für Fleecejacken. Insgesamt schätzt sie, dass Outdoor-Firmen Zölle im Wert von rund 750 Mio. US-Dollar zahlen. "Zusätzliche Zölle werden die Kosten für Hersteller und Händler weiter erhöhen und die ohnehin bereits knappen Profitmargen weiter schmälern." Dies bedeute weniger Geld für einheimische Jobs und die Entwicklung neuer, innovativer Produkte. Kleine und mittelgroße Unternehmen könnten dabei gezwungen werden, ihr Geschäft ganz aufzugeben.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur