• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Sympatex: Einstweilige Verfügung gegen Gore-Tex

  • Andreas Mayer
  • Montag | 24. April 2017  |  10:00 Uhr
Auch ohne PFC sei die Verwendung von PTFE nicht umweltfreundlich, so Sympatex - und erwirkt eine Einstweilige Verfügung gegen Gore-Tex.

Die Zivilkammer 12 des Landgerichts Hamburg hat einer Unterlassungsklage der Sympatex Technologies GmbH gegen W.L. Gore & Associates GmbH mit Wirkung zum 12. April 2017 stattgegeben. Demnach darf Gore nicht länger behaupten, dass PTFE, das zur Herstellungen von Gore-Tex-Membranen genutzt wird, umweltfreundlich sei, sofern es ohne bedenkliche PFC hergestellt werde.

Gore gab im Februar Ziele für sein Umwelt- und Chemikalienmanagement bis 2020 bekannt. Zu diesen Zielen zählt u.a., dass Gore Fabrics in seinen Outdoor-Produkten künftig PFCs beseitigen will. Bis Ende 2020 wird Gore PFCs in den Vorprodukten (Laminate) ersetzen, die rund 85% der daraus gefertigten Outdoor-Produkte entsprechen. Dazu gehören Jacken, Schuhe, Handschuhe und Accessoires. Bis Ende 2023 wird Gore PFCs aus sämtlichen Vorprodukten für Outdoor-Kleidung ersetzen und gleichzeitig sicherstellen, dass die spezifischen Anforderungen für die jeweiligen Anwendungsbereiche weiterhin erfüllt werden.

Die Argumentation von Sympatex stützt sich unter anderem auf den bei der Herstellung von PTFE-Membranen Ausstoß von Klimagasen, die zur globalen Erwärmung beitragen. Auch gäbe es bisher keinerlei industriell etablierten Wege einer umfassend werterhaltenden Rohstoffnutzung der Funktionstextilien am Ende des Lebenszyklus durch Recycling – während die immer noch häufige, unkontrollierte Verbrennung zu unmittelbaren Gesundheitsrisiken wie „Teflon-Fieber“ führen könne.

„Selbst wenn es Gore schaffen sollte, wie zur ISPO versprochen, bis 2020 seine Membran ohne ökologisch bedenkliche PFC herzustellen, bleiben immer noch eine ganze Reihe entscheidender ökologischer Fragen ungelöst“, so Dr. Rüdiger Fox, CEO Sympatex Technologies. „Angesichts von jährlich ca. 1,4 Mio. Tonnen Alttextilien allein in Deutschland haben wir alle noch eine ganze Reihe an Hausaufgaben in der Textilindustrie, bis wir den Nutzungskreislauf so geschlossen haben, dass die kommenden Generationen nicht unsere Altlasten ausbaden müssen. Zu versuchen, den Endverbraucher durch „alternative Fakten“ zu täuschen, um von der Problematik abzulenken, setzt die Glaubwürdigkeit unserer gesamten Branche auf’s Spiel.“

neuer_name

© Sympatex
Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur