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Roger Schäli bezwingt den Eiger zum 50. Mal

  • Marcel Rotzoll
  • Dienstag | 03. September 2019  |  11:41 Uhr
Der Eiger mit seiner nahezu mythischen Eiger Nordwand zählt zu den bekanntesten Kletter- und Bergsteiger-Destinationen überhaupt. „Mister Eiger“ Roger Schäli hat den Eiger nun zum 50. Mal durchstiegen.

Kürzlich hat Roger Schäli in einer Zweier-Seilschaft mit Lucien Caviezel über die Route „Löcherspiel“ seinen 50. Eiger-Durchstieg absolviert. Einen Tag später gelang derselben Seilschaft nach dem Aufstieg über den Mittellegigrat ein Gleitschirm-Start vom Eiger-Gipfel. Das gute Spätsommerwetter nutzte Schäli am Folgetag nochmals für eine komplette Rotpunktbegehung der bekannten und anspruchsvollen Route „Deep blue sea“ (Schwierigkeitsgrad 7b+, Länge 300 m). Das Highlight des Sommers war jedoch die erste eintägige Rotpunktbegehung der schweren Mehrseillängentour „La Vida es Silbar“ zusammen mit Sean Villanueva O’Driscoll. Die 900 Meter lange Kletterroute weist einen Schwierigkeitsgrad von 7c+ auf.

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"Demut vor dem Berg": Roger Schäli hat den Eiger mittlerweile über 50 Mal bezwungen.
© Nicolas Hojac

„Der Eiger bedeutet mir sehr viel“, erklärt Roger Schäli. „Keinen anderen Berg kenne ich besser und an keiner anderen Wand habe ich mehr Zeit verbracht. Auch wenn mir der Eiger sehr vertraut ist: Er bleibt ein Mythos mit vielen magischen, aber auch tragischen Geschichten. Je mehr ich am Eiger klettere, umso enger fühle ich mich mit dem Berg verbunden und desto stärker repräsentiert er meine Bergsteiger-Karriere. Aber man muss auch demütig gegenüber dem imposanten Berg sein. So vielen Erfolgserlebnissen stehen auch ebenso viele Versuche gegenüber. Der Eiger ist unerbittlich. Ich bin dutzende Male in der Nordwand geklettert, ohne oben auf dem Gipfel oder an der Westflanke auszusteigen.“

Bereits im Alter von 18 Jahren realisierte Roger Schäli seine erste Eiger-Besteigung über den Mittellegigrat. Gut ein Jahr später durchstieg er erstmals die prestigeträchtige Eigernordwand – gemeinsam mit Markus Iff durch die Lauper-Route. Bekannt wurde Schäli 2002 durch seine Erstbegehung am Arwa Spire im indischen Himalaya-Gebirge, durch die Patagonien-Trilogie (Cerro Torre, Torre Egger und Cerro Standhardt) oder die Begehung der sechs großen Nordwände der Alpen in den ersten sechs Wochen des Jahres 2008. Roger Schälis Bekanntheit nutzen verschiedene Bergsportfirmen wie La Sportiva, Petzl oder Exped, die den Allround-Alpinisten bei seinen Touren unterstützen.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL