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OutDoor live: Vaude Pilotprojekt "umweltfreundliche Lieferkette"

  • Astrid Schlüchter
  • Sonntag | 18. Juni 2017  |  10:15 Uhr
Die Lieferketten in der Textilindustrie sind meist lang und überaus komplex. Unter diesen Voraussetzungen sind Maßnahmen, die Lieferkette umweltfreundlich zu gestalten extrem aufwendig und langwierig. Vaude zieht nun nach einem Pilotprojekt Bilanz.

Um die asiatischen Zulieferer in Sachen Umweltschutz, Energie- und Schadstoffmanagement zu schulen, hatte Vaude vor zwei Jahren das Pilotprojekt „Environmental Stewardship in the Supply Chain“ gestartet. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert und von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) im Rahmen des „develoPPP.de“ Programms finanziell unterstützt. Nun wurde Bilanz gezogen.

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Bettina Roth hat Schulungen und Workshops für das Pilotprojekt konzipiert und geleitet.
© Vaude

Konzipiert und unter der Leitung von Bettina Roth, Leiterin des Qualitäts-und Chemikalienmanagement bei Vaude, wurde zusammen mit externen Experten für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement der Firma Arqum in diesem Zeitraum Schulungen und Workshops unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ durchgeführt. Mitarbeiter aus Management und der Produktionsorganisation von insgesamt acht Zulieferbetrieben nahmen in einer Serie von jeweils sechs Einheiten daran teil. Zudem wurden individuelle Beratungen vor Ort im Rahmen von insgesamt 36 Werksbesichtigungen durchgeführt, um daraus konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.

Weil sich die größten Zulieferer freiwillig beteiligten, sind bereits ca. 80 % des Volumens an Hauptmaterialien und Futterstoffen, die Vaude verarbeitet, über das Pilotprojekt abgedeckt. Einige der Maßnahmen zur Energieeffizienz und Arbeitssicherheit sind einfach umzusetzen, wie beispielsweise die Isolierung von Rohren, die Abschaltung von hydraulischen Pumpen bei Nichtgebrauch, das Übersetzen von Sicherheitshinweisen in die Sprachen der Arbeiter oder Schulungen zum Thema Arbeitsschutzbekleidung und Umgang mit Chemikalien. Andere Maßnahmen, wie beispielsweise die Einführung von LED-Beleuchtung, die Nutzung von Energie aus Solarpanels und Wärmerückgewinnung, die Modernisierung von veralteten Anlagen oder die Einführung eines professionellen Chemikalienmanagements, erfordern einen höheren Aufwand. Ungefähr 100 solcher Verbesserungsmaßnahmen in den Bereichen Technik und Organisation sind bereits in der Umsetzung. Durch diese gesamten Maßnahmen würden jährlich „rund 550 Tonnen Abfall, 5.500 Kubikmeter Wasser und 18 Mio. kWh Energie eingespart“. CO2-Emissionen würden pro Jahr um rund 5.000 Tonnen gesenkt werden. Davon würden auch die Zulieferer selbst profitieren, indem sie Kosten für Energie, Ressourcen und Materialien in Höhe von durchschnittlich ca. 50.000 Euro pro Jahr einsparen würden.

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In Taipeh lobt Antje von Dewitz (Mitte) den Einsatz der am Pilotprojekt beteiligten Zulieferunternehmen.
© Vaude

„Wir möchten Transparenz in der kompletten Lieferkette schaffen und für jeden einzelnen Bestandteil unserer Produkte größtmögliche Gewissheit erlangen, dass er fair und umweltfreundlich hergestellt wurde“, beschreibt VAUDE Geschäftsführerin Antje von Dewitz die Motivation für das Projekt. „Ich freue mich sehr, dass das Projekt so viele messbare Ergebnisse und nachhaltige Verbesserungen für die Partner, für uns und für die Umwelt gebracht hat. Es zeigt, dass eine ideelle Zielsetzung mit gemeinsamem Tatendrang sehr professionell umgesetzt werden kann, wenn es gelingt, die Beteiligten von der Sache zu überzeugen.“ Nun soll das Projekt nach dem Willen von Antje von Dewitz in den kommenden fünf Jahren auf alle Materiallieferanten ausgerollt werden.

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Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL

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