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Nikwax in gemeinsamer Mission mit Greenpeace

  • Astrid Schlüchter
  • Dienstag | 10. März 2015  |  09:34 Uhr
Im Rahmen der letzten ispo unterstützte Nikwax Greenpeace in deren Mission die Outdoor-Branche zu entgiften. So lud Nikwax die wichtigsten Branchenpartner zu einer Präsentation von Nick Brown ein, um die chemische Zusammensetzung und Risiken bei der Verwendung von PFC-basierenden Imprägnierungen zu erläutern.

Als „Special Guest“ wurde Greenpeace höchstpersönlich eingeladen, um die Fortschritte ihrer Detox-Kampagne zu präsentieren, deren Hauptfokus die Verschmutzung durch PFCs und andere Chemikalien bei der Herstellung von Outdoorprodukten ist.

Greenpeace
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© Greenpeace

Fünf Dinge, die man über PFCs wissen sollte:

C6 und C8 PFCs sind diejenigen Bestandteile, welche bei der Imprägnierung von Outdoorprodukten für die Wasser abweisenden Eigenschaften verantwortlich sind. Sie werden von vielen Marken für die DWR-Imprägnierung des Obermaterials sowohl im Herstellungsprozess als auch in Pflegemitteln verwendet. Nikwax ist die einzige Pflegemittelmarke, die seit jeher PFC-frei produziert.

Outdoorbekleidung trägt zu einer höheren PFC-Konzentration in geschlossenen Räumen bei, welche um das bis zu 50fache höher sein kann als draußen an der frischen Luft.

Weder C6 noch C8 sind biologisch abbaubar, sie sind umweltpersistent und darüber hinaus bioakkumulierend. Wenn wir unsere Outdoorbekleidung mit PFC-haltigen Produkten imprägnieren (in der Herstellung ebenso wie zuhause beim Nachimprägnieren), geraten diese giftigen Substanzen in die Gewässer, vergiften den Fischbestand und landen schlussendlich auch in unserer Nahrungsmittelkette.

Wie schlimm sind diese Umweltgifte? Kinder auf den Faröer Inseln haben aufgrund ihrer hauptsächlich auf Fisch basierten Ernährung bereits ein so stark geschwächtes Immunsystem, dass Impfungen oft nicht mehr anschlagen. Darüber hinaus ergaben Studien an Frauen, die auf Grönland leben, eine stark erhöhte Brustkrebsrate.

Im Juni 2014 verbot Norwegen die Verwendung von C8(PFOA) in Endverbraucherprodukten. Darüber hinaus prüft das Deutsche Umweltbundesamt derzeit zwei bekannte auf C6 basierende PFC-Alternativen zu C8-PFCs auf ihre Toxizität und bioakkumulierenden Eigenschaften. Kürzerkettige PFCs werden oft als weniger toxisch beschrieben. Allerdings liegt das Problem im Abbauprozess selbst, in welchem Säuren (PFHxA/PFHxS) entstehen, die sogar eine weit höhere Mobilität in der Umwelt aufweisen als PFOA.

Zwei kleine Änderungen, die Großes bewirken können:

- Beim Kauf herausfinden, ob die Marke, an der man interessiert ist, PFC-frei imprägniert ist oder nicht. Sich nicht durch Aussagen wie „PFOA-frei“ verwirren lassen, denn dies bedeutet nicht automatisch, dass dieses Produkt völlig PFC-frei ist, denn dies ist oft nicht der Fall.

- Regelmäßig auf die Greenpeace-Webseite gehen, auf der man mitverfolgen kann, welche Fortschritte die einzelnen Marken zur Minimierung ihrer Umweltauswirkungen auf diesem Sektor machen.

Schlüchter

Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL