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LOWA trotzt schwierigem Outdoor-Umfeld

  • Andreas Mayer
  • Montag | 03. Juni 2019  |  13:11 Uhr
Mit 2,87 Millionen Paar verkauften Schuhen und einem Umsatzanstieg der gesamten Gruppe von 4,5 Prozent blickt der bayerische Outdoor-Schuster auch im Jahr 2018 auf positives Ergebnis zurück.
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Alex Nicolai, seit 1. Januar 2019 Nachfolger von Werner Riethmann an der Spitze von LOWA, auf der Bilanzpressekonferenz in Dresden.
© sportFACHHANDEL

„Der Outdoor-Markt entwickelt sich mittlerweile nicht mehr so rasant, wie noch vor einigen Jahren. Seit einiger Zeit findet schon die Umstrukturierung in der Handelsstruktur statt und die Balance zwischen Online- und Offline-Konzepten ist noch nicht final gefunden. Wir können uns dabei eigentlich nur auf unser Geschäft fokussieren“, erklärt Alexander Nicolai, der in seiner neuen Funktion als CEO zum ersten Mal die Geschäftsentwicklung des bayerischen Outdoor-Schusters im Rahmen der traditionellen Pressekonferenz, die in diesem Jahr in Dresden stattfand, kommentierte. „Schuhe allein reichen dabei heute nicht mehr aus - wir bieten deshalb ein Gesamtpaket für den Handel bestehend aus Marketing, Vertrieb und Service“, so der langjährige Entwicklungschef des Unternehmens weiter. Dies schließe aber auch eine direkte Kommunikation zum Endverbraucher nicht aus: „In einem Markt, der überfüllt ist, braucht man eine starke Marke.“

Für das Geschäftsjahr 2018 bilanziert der Outdoor-Schuster einen Umsatz in Höhe von 172,6 Mio. Euro (nur Marke LOWA). 300.000 Euro wurden durch weitere Vertriebsaktivitäten eingefahren, die aber immer weiter reduziert werden. Die gesamt LOWA-Gruppe, bestehend aus LOWA Deutschland, LOWA Schweiz sowie dem US-Geschäft wuchs konsolidiert um 4,5 Prozent auf 190,9 Mio. Euro. „Trotz der zunehmend schwierigeren Marktsituation konnte LOWA seine Paarzahl steigern und wir kommen Werner Riethmanns Traum von drei Millionen Paar verkauften Schuhen immer näher“, betont Nicolai. „Von unserer Seite gibt es trotz aufkommender Krisen also keine Strategieänderung.“

Sorgen bereitet dem neuen Chef allerdings die junge Generation: „Ziehen die Jungen in zehn Jahren noch einen Renegade an?“ Eine Antwort schon in der kommenden Saison soll der LOWA „Revolt“ sein - ein „multfunktioneller, alltagstauglicher Hybridschuh für die Generation Y und Z“ sein. „Und die Situation in der Produktion und Beschaffung in Europa wird ebenfalls schwieriger, aufgrund steigender Material- und Lohnkosten mussten wir leider im Jahr 2018 Preiserhöhungen realisieren.“

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© LOWA

„In dem mittlerweile sehr turbulenten Marktumfeld in Deutschland weist LOWA eine minimal rückläufige Anzahl an Handelspartnern aus“, erklärt Matthias Wanner, Vertriebsleiter International bei LOWA, ergänzt aber auch: „Der Umsatz entwickelt sich hier leicht positiv. Durch unseren neu installierten B2B-Onlineshop können Sport- und Schuhgeschäfte rund um die Uhr LOWA-Produkte ordern. Dadurch haben wir einen weiteren Baustein der partnerschaftlichen Vertriebsphilosophie hinzugefügt. Auch unsere Dienstleistung für Händler vor Ort bauen wir konstant aus und haben jüngst einen weiteren Showroom in Leipzig (MMC) eröffnet.“

In Österreich gingen im Jahr 2018 rund 215.500 Paar Schuhe über die Ladentische. Der Umsatz stieg von 15,5 Mio. auf 16,3 Mio. Euro. In der Alpenrepublik werde vor allem die Fachhandelstreue belohnt, heißt es. Wobei die Verteilung zwischen dem Schuh- und Sporthandel sehr ausgewogen bei jeweils 50 Prozent liege.

In der Schweiz verkaufte das Unternehmen im letzten Jahr 341.000 Paar Schuhe bei einem Umsatz von (umgerechnet) 33 Mio. Euro (2017: 30,7 Mio. Euro). „LOWA hat seine Marktposition in der Schweiz im Jahr 2018 weiter gestärkt. Während der gesamte Outdoorschuhmarkt an Marktvolumen verlor, konnten wir in allen Segmenten zulegen und unsere Position als Marktleader weiter stärken. Die Grundpfeiler unseres Erfolgs sind natürlich die Produkte, unsere Serviceleistungen, das eigene Lager, gelungene Marketingkampagnen und ein sehr starkes Team“, erklärt René Urfer, Geschäftsführer von LOWA in der Schweiz.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN