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Gore-Tex kontert Sympatex-Studie

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 02. Juli 2019  |  09:45 Uhr
Streitpunkt ist die Verbrennung von Outdoor-Jacken, die PTFE-Membranen erhalten.

Am vergangenen Freitag hat Sympatex die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, bei dem das Frankfurter Institut Warringtonfire bei der Verbrennung der Membranarten PTFE-, Polyurethan- und Polyester die Freisetzung von hochtoxischer Flusssäure sowie von Salzsäure beim Verbrennen von PTFE-Membranen festgestellt hat. Angesichts steigender Exporte von Gebrauchtbekleidung und Textilmüll in Entwicklungsländer seien die Ergebnisse auch für Hersteller von PTFE-haltiger Outdoorbekleidung relevant, warnte daraufhin der Münchener Funktionstechnologiespezialist, der selbst nicht auf PTFE, sondern auf reine Polyether/ester-Membrane setzt.

Gore-Tex spricht dieser Studie und den Schlussfolgerungen nicht nur die wissenschaftliche Qualität sondern auch die praktische Relevanz ab. „Das ist ein Labortestbericht“, kommentiert Bernhard Kiehl, Leiter Nachhaltigkeit bei W.L. Gores Textildivision. „Der wissentschaftliche Standard für Studien beinhaltet die Überprüfung durch Dritte. Bei unserer Verbrennungsstudie war das der Fall.“ Gore-Tex habe bereits im Rahmen des Stakeholder-Dialogs mit Greenpeace eine Studie in Auftrag gegeben, die untersucht, was passiert, wenn man PTFE geregelt verbrennt. Die Verbrennungsprodukte von PTFE seien schon vor 45 Jahren beschrieben worden, von daher beinhalten die Ergebnisse von Sympatex keinerlei neue Substanz“, resümiert Kiehl.

Gore-Tex habe Gespräche mit Textilsammlern und Recyclern geführt, demzufolge gehe die meiste ausrangierte Wetterschutzbekleidung nach Osteuropa. Alles Weitere seien unbelegte Mutmaßungen. „Es gibt da keine klare Studie, und von daher sollte Sympatex seine Behauptung belegen, dass wasserdichte Jacken in Entwicklungsländer weiter verkauft werden, und dort ohne entsprechende Sicherheitsstandards durch offene Verbrennung entsorgt werden.“ Das Ergebnis der Gore-Tex-Studie hingegen besage ganz klar, dass die Verbrennung von PTFE in gängigen Müllverbrennungsanlagen ein akzeptabler Weg sei und nicht gesundheitsschädlich sei.

„Die offene Verbrennung von Bekleidung ist immer gefährlich, unabhängig davon, aus was sie gemacht ist. Zu suggerieren, gewisse Membranen würden daran etwas ändern, ist falsch und widerspricht den wissenchaftlichen Studien, die uns vorliegen,“ sagt Kiehl.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN