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EOG-Präsident mahnt: "Schuldzuweisungen kontraproduktiv"

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 28. April 2020  |  11:29 Uhr
Mark Held, Präsident der European Outdoor Group (EOG), wendet sich in einem offenen Brief an die gesamte Branche von den Lieferanten, Marken, Einzelhändlern, Distributoren, Logistikanbietern bis hin zu den Verbrauchern.

"Die Ursprünge der Outdoor-Industrie und der European Outdoor Group liegen in der Begeisterung einzelner Unternehmer, die ähnliche Wertvorstellungen haben. Aus diesem Grund steht unsere Industrie dort, wo sie heute steht (...) Zu ihren Wurzeln gehörte eine Gruppe von Unternehmen, die eigentlich Konkurrenten waren, aber die Überzeugung teilten, dass bei bestimmten Themen Kooperation und Zusammenarbeit nicht nur für beide Seiten vorteilhaft, sondern bisweilen sogar für das Überleben und den Fortschritt der Branche unerlässlich sein können. In Fragen der Nachhaltigkeit, der Marktanylysen, der Veranstaltungen und Messen, der Politik und mehr kann kollektives Handeln mehr Wert für alle Teilnehmer schaffen und den Markt wachsen lassen. Diese Bemühungen dienen auch dazu, ein Wohlwollen und positive Assoziationen bei unseren Endkonsumenten zu erzeugen.

Mit dem Aufkommen der COVID-19-Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit sehen wir mehr denn je die Notwendigkeit, unsere Grundprinzipien der vorwettbewerblichen Zusammenarbeit durchzusetzen und zu befolgen. In diesen beispiellosen Zeiten ist die EOG bestrebt, den Outdoorhandel zu unterstützen und zu erhalten, Rat und Anleitung zu geben und mehr denn je ein Standard für die Einheit innerhalb der Outdoor-Branche zu sein. Unsere Branche ist ein komplexes Ökosystem von Lieferanten, Marken, Einzelhändlern, Distributoren, Logistikanbietern und mehr. Wenn eine dieser Komponenten vollständig ausfällt, kann das Ökosystem als Ganzes darunter leiden. Wenn wir die derzeitige Lieferkette und insbesondere das spezialisierte Outdoor-Einzelhandelsnetz in dieser schwierigen Zeit erhalten wollen, sind langfristige Partnerschaften und Unterstützung wichtiger als je zuvor.

Unsere Position zu den Auswirkungen von COVID-19 auf unsere Branche ist eine Botschaft der Zusammenarbeit. Wir möchten alle Mitglieder und Nichtmitglieder der EOG innerhalb der Outdoor-Branche ermutigen und es ihnen erleichtern, an einen Tisch zu kommen und die Vielzahl der Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, durchzuarbeiten. Wir haben uns immer für Einigkeit innerhalb der Branche und auf allen Ebenen der Lieferkette eingesetzt, von den Herstellern, Marken, Vertriebskanälen, Einzelhändlern bis hin zu den Verbrauchern. Dies ist heute wichtiger denn je.

Es gibt keine einfachen Antworten, und wir raten davon ab, kurzfristige einseitige Entscheidungen zu treffen und politische Entscheidungen zu treffen, ohne die weiterreichenden Auswirkungen zu berücksichtigen. Diese globale Krise hat jeden getroffen, und Schuldzuweisungen an eine Gruppe unseres Ökosystems sind kontraproduktiv. Angemessene, sofortige Maßnahmen zur Wahrung der Interessen sollten ergriffen werden, aber wir fordern alle Organisationen nachdrücklich auf, vorausschauend zu handeln und über die gegenwärtige Situation hinaus zu planen, um Schaden für die Stabilität des Ökosystems zu vermeiden. Wir ermutigen alle innerhalb der Outdoor-Branche, weiterhin als Standard für eine nachhaltige, ethische Zusammenarbeit zu fungieren, insbesondere während eines so wichtigen Kampfes!"

Mark Held, Präsident der European Outdoor Group

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur