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AKU: Man meets nature

  • Astrid Schlüchter
  • Freitag | 02. Juni 2017  |  15:23 Uhr
Seine idyllische Lage am Fuß der Kreuzkofelgruppe macht La Val zum idealen Ausgangsort für Wanderungen zum Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Das dachte sich wohl auch Bergschuhhersteller AKU, der nach Wengen einlud, um dort mit ausgewählten Journalisten die neuen Modelle einem Praxistest zu unterziehen.

Text: Astrid Schlüchter

La Val, im deutschen auch Wengen genannt, liegt idyllisch und ruhig am Fuß der Armentarawiesen und den bekannten Dolomitenpässen. Hier lebt es sich noch gemächlich im Einklang mit der Natur. Im Einklang mit der Natur produziert auch Sportschuhhersteller AKU seit Markengründung seine Modelle. Denn die Schuhe – vom Alpin- bis hin zum Freizeitschuh – werden mit viel Leidenschaft und Hingabe ausschließlich in Europa hergestellt. Neben der eigenen Produktion im Sportschuh-Mekka Montebelluna/Treviso, in der hauptsächlich die Trekking & Outdoor Footwear-Kollektion gefertigt wird, steht dem Unternehmen noch ein weiterer europäischer Standort im rumänischen Cluj Napoca zur Verfügung. Traditionelles Handwerk, ein Gespür für neue Technologien und die Produktion in der italienischen Heimat zählen zu den Grundpfeilern des Traditionsschusters. Dazu passt auch die Firmen-DNA, die stark von den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestimmt wird. AKU ist sich als italienisches Traditionsunternehmen seiner Verantwortung bewusst, das bezieht neben dem Grundprinzip „made in Europe“ auch den finanziellen Support wichtiger Umweltprojekte mit ein. Unlängst hatte man diesbezüglich in enger Kooperation mit der Universität Grénoble Alpes ein Projekt unterstützt, das sich mit der fortschreitenden Gletscherschmelze in den Alpen auseinandersetzt. Im Zeitraum zwischen 1850 und 1970 verloren die Alpengletscher laut der Gesellschaft für ökologische Forschung 2005 „im Durchschnitt etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens.“ So ist die Oberfläche der Gletscher in den Alpen in den letzten 150 Jahre um mehr als 50 Prozent ge-schrumpft. Dass damit auch wichtige Grundwasserreserven und einer der wichtigsten Klima-Datenspeicher der vergangene Jahrzehnte verloren gehen, sind nur einige der Folgen des fortschreitenden Klimawandels. AKU hilft nun, in den betroffenen Gletscherzonen Werte zu sammeln, auszulesen und zu Forschungszwecken aufzubewahren.

Zur Präsentation der Kollektion F/S 2018 lud der Bergschuhhersteller vom 17. bis 19. Mai ins Gadertal nach Südtirol. Auf dem Programm standen neben der Einführung in die neuesten Technologien der Schuh-Highlights, eine Wanderung im angrenzenden Nationalpark sowie die Besichtigung der Produktionsstätte in Montebelluna. Passend zur Firmenphilosophie stellte Giuglio Piccin, Product- & Sustainability Manager bei AKU, in einem traditionellen Maso (Bergbauernhof) die neuen Modelle vor. Die Kollektion wurde um den Libra Plus erweitert. Der leichte Hiking- und Travelschuh sei extrem atmungsaktiv und passe sich aufgrund einer speziellen „Natural Fit“-Konstruktion sehr gut an den Fuß an, so das Resumé von Piccin. Aufgrund einer neuartigen Leistenkonstruktion bleibe mehr Platz für die Zehen. Wie alle Modelle aus der AKU-Plus Familie wird auch der Libra Plus aus dem „Zero Impact Leather“ der italienischen Edelgerberei DANI hergestellt. Das Außenleder aus Nubuk kommt ohne Chrom aus, das Innenleder wird sogar ohne Chrom und Schwermetalle gegerbt. Daneben kompensiert DANI das bei der Herstellung anfallende Kohlendioxid. Dazu passt auch, dass man ab Sommer als erster Schuhhersteller ein komplett EPD-zertifiziertes Modell anbieten wird. Die Produkt-Umwelterklärung (Environmental Product Declaration – EPD) ist ein Komplex von messbaren Informationen über die Auswirkungen des Produktes (oder der Dienstleistung) auf die Umwelt im Laufe des gesamten Lebenszyklus.

Bei einem ausgiebigen Praxistest ging es auf eine Wandertour in Richtung Crusc da Rit. Der Anstieg zur Kreuzspitze führt von den Höfen oberhalb von Wengen über wunderschöne Bergwiesen mit zahlreichen Heuhütten, vorbei an Forst- und Waldwegen. Um das Ziel auf 2021 Höhenmetern zu erreichen, zahlen sich dann auch Sohlenkonstruktionen von Vibram ebenso wie die Kooperation mit dem Reifenexperten Michelin aus. Überzeugen kann das von AKU verwendete Sohlensystem Elica, das die beim Gehen üblichen Drehungen von Vorfuß und Ferse ausgleicht und so die Druckbelastung auf die gesamte Fußfläche verteilt – das beugt tatsächlich Ermüdungen vor. Wohl klimatisiert und optimal gestützt ging es am Nachmittag bergab zurück nach Wengen. Zletzt folgte der Besuch der Schuhproduktion im anliegenden Schuh-Mekka Montebelluna. Ziel ist es auch hier, Energieverbrauch und Emissionen innerhalb der Produktion zu senken. In vielen kleinen aber effektiven Schritten hat AKU bereits die Effizienz der Maschinen optimiert und auch die Produktionsprozesse effektiver gestaltet. Deswegen werden alle Werke ständig überwacht. Je geringer der Stromverbrauch, umso geringer ist auch der damit verbundene CO2-Ausstoß. Dazu passt die Verwendung von komplett nachhaltigem Leder, ebenso wie die Wiederverwertung von Materialien. Getreu dem Motto „Man meets Nature“.

AKU
Mit dem AKU-Team ging es auf Wandertour rund um das malerische Bergdorf Wengen in Richtung Kreuzspitze.
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Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 07 / 2017