• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

AKU: Made in Europe

  • Astrid Schlüchter
  • Mittwoch | 29. Juni 2016  |  23:12 Uhr
Für die F/S-Saison 2017 hat sich der italienische Bergschuhspezialist AKU einiges vorgenommen: So wurde beinahe die Hälfte der gesamten Wander- und Trekkingschuhkollektion neu entwickelt. Das Ergebnis: 13 neue Modellvarianten in 50 Farbversionen – und dazu noch zwei neue Technologien.
neuer_name
Marketing Manager Vittorio Forato bei der Präsentation der neuen Kollektion in München.
© Sportfachhandel

Text: Astrid Schlüchter

Fragt man Vittorio Forato, Marketingmanager bei AKU, nach den Grundpfeilern der Marke, geht es immer wieder um drei wesentliche Punkte: Lokalität im Hinblick auf die Produktion, enge Zusammenarbeit mit den Händlern sowie innovative Lösungen in punkto Design, Material und neuen Technologien. Davon haben die Italiener im F/S 2017 gleich zwei im Gepäck. Das eigens entwickelte Elica-System und neue Michelin-Laufsohlen in der Multiterrain-Linie. „Wir haben uns bei AKU schon immer darauf konzentriert, bequeme, komfortable Schuhe zu produzieren. Mit dem neuen System gelingt es uns, die Druckbelastung während des Gehens auf die komplette Fußfläche zu verteilen. Dadurch ermüdet man nicht mehr so schnell, man fühlt sich am Ende des Tages fitter, ganz zu schweigen von dem Komfort-Mehrwert, welchen das System dem Fuß auf längeren Trekkingstrecken bietet“, erklärt Fabio Miotto, Export Sales Manager AKU. Stabilität vermittelt auch ein neuartiges Schnürsystem, das im Trekkingmodell „Alterra GTX“ zum Einsatz kommt. Das „fingerartige“ Schnürsenkelösen-System umfasst quasi das Schuhinnere und verleiht ihm so perfekten individuellen Halt.

neuer_name
Fabio Miotto erklärt den Aufbau des neuen Elica-Systems.
© Sportfachhandel

Darüber hinaus wird man verstärkt mit Michelin zusammenarbeiten, die bereits sehr erfolgreich in der Produktion von Mountainbikereifen sind – die Gummikomponenten der AKU-Laufsohle sind identisch mit denen der Michelin Mountainbikereifen und versprechen optimalen Grip in unwegsamem Gelände. Um auch hier die Nähe zu Europa einzuhalten, werden die Sohlen für AKU in Italien, in einer Zweigniederlassung von Michelin, hergestellt. „In punkto Umweltbewusstein müssen wir ehrlich zu uns selbst bleiben, schließlich wissen wir alle, dass das Schuhgeschäft alles andere als nachhaltig ist – trotz allem ist es unsere Aufgabe, so verantwortungsvoll wie möglich mit unserer Umwelt umzugehen. Das tun wir, indem wir gewährleisten, dass wir ausschließlich in Europa und ausschließlich mit Komponenten europäischer Zulieferer produzieren – zudem arbeiten wir schon seit längerem mit der italienischen Gerberei DANI Sustainable Leather zusammen. Damit garantierenwir, dass alle Modelle der AKU Plus Familie komplett aus chromfreiem Leder gefertigt sind, weitgehend verzichten wir sogar auf Schwermetalle im Gerbungsprozess“, so Vittorio Forato. Trotz allem möchte man bei AKU das Thema „Greenwashing“ keineswegs als nützliches Marketingtool einsetzen – vielmehr geht es darum, den Kunden für das brisante Thema zu sensibilisieren. "Eine unserer Produktionsstätten liegt in direkter Nähe zu den Dolomiten, das lädt natürlich dazu ein, jede freie Minute in den Bergen zu verbringen - wer möchte, kann bei uns vorbeikommen und sich selbst einen Eindruck über die Herstellungsverfahren verschaffen, wir haben nichts zu verbergen - das gilt auch für unsere Kunden."

Momentan ist AKU bei allen großen Sportfachhändlern vertreten, wie unter anderem bei Sport Scheck, Sport Schuster oder Globetrotter. Deutschland gilt neben Italien als wichtigster Markt, auch wenn man sich laut Forato nur schwer neben den vielen, starken Konkurrenten vor Ort behaupten kann. "Wir sehen unser Potenzial vor allem im Bereich "Lifestyle" und "Urban Outdoor" - mit unseren Modellen haben wir große Chancen, den deutschen Markt zu überraschen." Für Überraschung sorgen auch immer wieder die tollen Events, die man in enger Kooperation mit den Handelspartnern auf die Beine stellt - wie unlängst ein Kundenevent im Garmischer Bergsportladen WN alpin gezeigt hat. "Wir waren mit AKU vor Ort, um das Schaufenster speziell zu gestalten, am Abend gab es dann ein ungezwungenes Get-together mit den wichtigsten Kunden - schließlich geht es doch nicht nur darum, den Handel mit Schuhen zu beliefern, sondern vor Ort als Marke Präsenz zu zeigen."

Schlüchter

Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 08 / 2016