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3 Fragen an… Markus Milbrandt

  • Ralf Kerkeling
  • Freitag | 16. April 2021  |  11:39 Uhr
In unserer Kategorie "3 Fragen an…" haben wir uns mit Markus Milbrandt, Head of Marketing bei Leki, über das Thema Recycling und die aktuell im Handel laufende Nord-Walking Stock-Tauschaktion "Alt gegen Neu" unterhalten.
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Leki bietet aktuell die Möglichkeit alte Stöcke gegen neue zu tauschen.
© Leki

Leki leistet Pionierarbeit mit einem neuartigen Recyclingverfahren für Carbon- und Aluminium-Stöcke. Um das Thema Recycling größer auszurollen, wird auch der Handel stark mit einbezogen. Im Zeitraum von April bis Mai findet die Nordic Walking Aktion „Alt gegen Neu“ im Handel statt. Kunden haben dann die Möglichkeit, ihre ausgedienten Stöcke in ihrem Fachgeschäft abzugeben und ein Nordic Walking Sondermodell zum Aktionspreis zu erwerben. Markenunabhängig kümmert sich LEKI um das fachgerechte und nachhaltige Recycling der Stöcke.

Herr Milbrandt, welche Sportfachhändler sind an der Aktion beteiligt? Wo kann der Kunde die Stöcke abgeben?

Wir sind schon immer eng mit dem Fachhandel verbunden und freuen uns, das Recyclingprojekt gemeinsam mit den Sportfachhändlern umzusetzen. Der Kunde kann seine ausgedienten Stöcke im Sportfachgeschäft seines Vertrauens abgeben, dort werden sie gesammelt an uns zurückgeschickt. Wir kümmern uns dann um das Recycling der ausgedienten Produkte. Insgesamt beteiligen sich 200 Händler in Deutschland, 130 Händler in Österreich und 30 Händler in der Schweiz an der Aktion.

Dürfen die Kunden auch markenfremde Stöcke eintauschen und welche Stöcke dürfen eingetauscht werden?

Für uns steht der nachhaltige Aspekt im Vordergrund, deshalb können Kunden auch markenfremde Stöcke eintauschen. Grundsätzlich geht es bei der Aktion neben Recycling um das Trendthema Nordic Walking. Aus diesem Grund gibt es ein Nordic Walking Sondermodell, welches die Kunden im Tausch gegen die ausgedienten Stöcke mit einem Rabatt kaufen können. Es ist aber möglich, neben Nordic Walking Stöcken auch Trekking Stöcke abzugeben. Um den stationären Handel in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen, findet die Aktion (falls möglich) nur vor Ort statt.

Wie funktioniert der Recyclingprozess?

Derzeit gibt es kein Recyclingverfahren für Hartwaren-Artikel im Sport und Outdoor-Bereich. Um dieses konkrete Problem anzugehen, konnten wir einen spezialisierten Partner aus dem Bereich Recycling gewinnen. Der Schlüssel zum Recycling ist die sortenreine Auftrennung eines komplexen Produktes in die verschiedenen Werkstoffe. Bei einem Verbund aus mehreren Materialien wie bei einem Stock ist das eine sehr große Herausforderung. Zunächst werden die Stöcke vorzerkleinert. Mittels einer Siebmaschine werden dann die Stahl- und Aluminiumbestandteile herausgefiltert. Übrig bleiben Reste aus Carbon, Kunststoff und Kork.

Die Metallreste werden durch eine Wirbelstrom- und Magnetseparation in Aluminium und Stahlbestandteile getrennt. Der Sortierrest aus dem zerkleinerten Carbon und den zerkleinerten Kunststoffen wird über ein mehrstufiges Schwimm- / Sinkscheideverfahren voneinander getrennt. Am Ende dieses speziellen Verfahrens liegen wieder sortenreine Metalle vor, welche durch Einschmelzen bei der Produktion von Aluminium oder bei der Stahlerzeugung eingesetzt werden.

Die Kunststoffkomponenten werden als Ersatzbrennstoffe z. B. in Zementwerken verwendet. Aus den Carbon-Bestandteilen entstehen wertvolle Legierungsbestandteile, welche bei der Stahlerzeugung der Schmelze zugegeben werden.

Vielen Dank, Herr Milbrandt.

Ralf Kerkeling

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Autor: Ralf Kerkeling

Chefredakteur