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WFSGI-Umfrage: Sportindustrie erholt sich nur langsam

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 10. Juli 2020  |  11:05 Uhr
Die World Federation of the Sporting Goods Industry befragt die Mitgliedsunternehmen seit Ausbruch der Corona-Krise regelmäßig nach deren Auswirkungen. Nun liegen die Ergebnisse für Juni vor und geben zumindest vorsichtig einen Grund zum Optimismus.
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Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die weltweite Sport-Industrie? Dieser Frage geht die World Federation of the Sporting Goods Industry (WFSGI) seit April monatlich mit einer Umfrage zu den Auswirkungen der Pandemie nach. Mit den Ergebnissen für Juni, die nun vorliegen, lässt sich eine zumindest leichte Erholung gegenüber den Zahlen der Umfragen für April und Mai feststellen. Demnach sei die Nachfrage nach Sportartikel weltweit angezogen. Eine Ausnahme bilde dabei Lateinamerika, wo sich die Situation sogar verschärft habe. Bei der Beschaffung gebe es hingegen nach wie vor Probleme. So hätten doppelt so viele Unternehmen wie im Mai nun mit Materialknappheit zu kämpfen. Mit Blick auf die Zukunft prognostizierten 84 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sich die Corona-Pandemie auf ihr Geschäft auswirken wird. Mit einer Erholung der wirtschaftlichen Situation rechnen die meisten Umfrage-Teilnehmer innerhalb eines knappen halben Jahres. 30 Prozent gaben, dass eine Erholung erst nach über einem Jahr zu erwarten sei, sieben Prozent erwarten gar keine Erholung.

Auf Handels- und Markenseite seien die am häufigsten praktizierten Strategien zur Abfederung der Corona-Auswirkungen die Steigerung des Online-Umsatz sowie die Lagerbereinigung. In Bezug auf die Lieferketten sei festzustellen, dass die Marken mehr Wert darauf legten, nah am Markt zu operieren. Es zeichne sich der Trend ab, von einer weltweiten zu einer eher regionaleren Beschaffung umzuschwenken. Begünstig wird diese Überlegung dadurch, dass Nachhaltigkeit sich als einziger Trend erweise, der steigende Zustimmungswerte unter den Umfrageteilnehmern zu verzeichnen habe.

Robbert de Kock, President & CEO der WFSGI, kommentiert: „Die neuesten Ergebnisse der WFSGI-Umfrage zeigen Anzeichen einer geringfügigen Verbesserung der Branche. Diese Anzeichen müssen jedoch mit vorsichtigem Optimismus behandelt und anhand der Ergebnisse des nächsten Monats neu bewertet werden, da es keine wesentlichen Änderungen gibt. Während wir in diesem Monat einen leichten Anstieg der Nachfrage verzeichnen konnte, meldeten Unternehmen einen größeren Materialmangel. Eine positive Entwicklung ist der geringere Arbeitskräftemangel. Dies könnte jedoch durch die Pläne der Unternehmen zur Konsolidierung der Produktionskapazitäten beeinflusst werden. Die Branche hat auch weiterhin mit Cashflow-Problemen zu kämpfen, und die anhaltende Herausforderung, vorhandene Lagerbestände zu bereinigen und Lieferketten zu konsolidieren, ist ein Trend, der darauf hindeutet, dass sich diese Pandemie nachhaltig negativ auf unsere Branche auswirken wird.“

Die komplette (englisch-sprachige) Auswertung der WFSGI ist hier zu finden.

Marcel Rotzoll

Rotzoll

Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL