Freitag | 12. Januar 2018  |  11:18 Uhr

Kering entlässt Puma in die Selbständigkeit

Mehrheitseigner Kering will seine Beteiligung bei Puma von 86,3 Prozent auf 16 Prozent reduzieren. Der Streubesitz der Puma-Aktie soll sich so auf 55 Prozent erhöhen.

Demnach habe der Kering-Vorstand einstimmig vorgeschlagen, „rund 70% des gesamten Puma-Aktienkapitals als Sachdividende an seine Aktionäre auszuschütten“. Artémis, die Holding der Pinaults um Kering-Präsident und CEO François-Henri Pinault und mit 40,9 Prozent Haupteigner von Kering werde dabei mit einem Anteil von 29 Prozent ein „langfristiger strategischer Aktionär“ des Sportartikelkonzerns werden. Die restlichen Anteile sollen als Sachdividende an die anderen Kering-Aktionäre ausgeschüttet werden. Somit würde sich der Streubesitz an der Puma-Aktie auf „rund 55 Prozent“ erhöhen. Kering wolle so die eigene Position als „einer der führenden Pure Player von Luxusgütern“ stärken. Puma wiederum solle durch den erhöhten Streubesitz und der damit angestrebten höheren Sichtbarkeit an der Börse das eigene Wertschöpfungspotential steigern können.

François-Henri Pinault kommentiert das Vorhaben des Luxusgüterkonzerns: „Die geplante Ausschüttung der Puma-Aktien an unsere Aktionäre wäre ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte des Konzerns. Kering könnte sich voll und ganz dem Wachstum seiner Luxushäuser widmen, deren anhaltende Attraktivität auf kreativer Kühnheit und Innovationskraft basiert. Dadurch ist es uns möglich, weiterhin Marktanteile zu gewinnen und Werte zu schaffen. Dieser Vorgang würde es unseren Aktionären ermöglichen, direkt von Pumas zukünftiger Wertschöpfung zu profitieren. Wir sind stolz darauf, die Erholung der Marke begleitet zu haben, die heute über die unübertroffene Fähigkeit verfügt, die spezifische Dynamik ihrer globalen Märkte voll auszunutzen. Puma ist bestens positioniert, um unter der Führung seines talentierten und leidenschaftlichen Managementteams signifikantes Wachstum zu generieren. Wir haben die Voraussetzungen für eine glänzende Zukunft für Puma geschaffen. Darüber hinaus spiegelt die volle Unterstützung von Seiten Artémis, dem Hauptaktionär von Puma, als auch von Kering als bedeutendem Minderheitsaktionär, das starke Vertrauen in die Fähigkeit des Unternehmens wider, seine strategischen und finanziellen Ziele zu erreichen.“

neuer_name
Die Sieger-Pose von Usain Bolt: Künftig sollen mehr Puma-Aktionäre vom "Wertschöpfungspotential" der Marke profitieren
© Puma

Kering wolle „unverzüglich“ die weiteren Schritte zur Reduktion der Puma-Anteile einleiten und die endgültigen Bedingungen der Ausschüttung der Puma-Aktien an die Kering-Aktionäre prüfen. Diese sollen den Aktionären sodann auf der Generalversammlung am 26. April 2018 zur Abstimmung vorgelegt werden.

Mit der nun erfolgten Ankündigung sind die immer wieder aufkeimenden Gerüchte über einen Verkauf der Herzogenauracher Traditionsmarke vom Tisch. Und auch die Hoffnung, dass der höhere Streubesitz zu einer höheren Dynamik für Puma führt, könnte sich erfüllen. Unter anderem weil der Streubesitz der Puma-Aktien bisher nur bei knapp unter 14 Prozent lag, war Puma einst in den SDax heruntergestuft worden. Sowohl Puma, das nach der Neuausrichtung als Performance-orientierte Sportmarke nicht mehr so recht zum Luxusgüterkonzern Kering passte, als auch Kering selbst können sich zukünftig auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. (mr)

Rotzoll

Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL

(+) Mehr
(–) Weniger

Mag. Germanistik & Philosophie (Universität Düsseldorf) +++ zuvor Verantw. Redakteuer Sport-Fachhandel (markt intern Verlagsgruppe), Redakteur Augenoptik/Optometrie & Pharmazie (markt intern Verlagsgruppe) +++ Persönliche Interessen: Wandern, Fußball +++ Mein liebster Sportplatz: Derzeit die Wanderwege rund um das Ahrtal +++ Da geht mir das Herz auf: Beim Torjubel der Südtribüne im Westfalenstadion

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren