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Adidas trennt sich von Reebok

  • Ralf Kerkeling
  • Mittwoch | 17. Februar 2021  |  11:39 Uhr
Im Rahmen einer 5-Jahres-Strategie hat sich das Adidas entschieden zukünftig auf Reebok zu verzichten und die US-Tochterfirma zu verkaufen. Der Verkaufsprozess wird nun eingeleitet.
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Reebok wird sich zukünftig neu ausrichten müssen.
© Adidas

Eine Loslösung von Reebok schwebte seit längerem im Raum. Und obwohl Reebok in den letzten Jahren kleine Erfolge verbuchen konnte, hat Adidas-Chef Kasper Rorsted nun die Trennung von der Tochtergesellschaft bekannt gegeben. In Zukunft will sich Adidas darauf konzentrieren, die Position der eigenen Drei-Streifen-Marke im weltweiten Sportartikelmarkt zu stärken. Dementsprechend wird Adidas Reebok ab dem ersten Quartal 2021 als aufgegebenen Geschäftsbereich ausweisen. Mit dem Kauf von Reebok 2006 war auch das Ziel verbunden, den Marktführer Nike einzuholen. Der Plan ist nicht aufgegangen: Die Verkäufe von Reebok stagnieren seit Jahren.

Wie das Manager Magazin berichtet, gibt es mehrere prominente Kaufanwärter. So sollen, neben Private-Equity-Investoren und einem Multimarkenkonzern wie der VF Corporation (Vans, Timberland, The North Face), auch verschiedene US-amerikanische Stars Interesse geäußert haben. Dabei fallen Namen wie Ex-Basketballer Shaquille O'Neal, der bereits öffentlich über einen Kauf von Reebok gesprochen hat. Ende 2020 brachten sich auch der Rapper, Produzent und Unternehmer Percy "Master P" Miller und Ex-Basketballer Baron Davis als Investoren ins Spiel. 

Starke sequenzielle Umsatzverbesserung im dritten Quartal

Adidas hat im dritten Quartal eine starke sequenzielle Umsatzverbesserung verzeichnet, da mehr als 90 % der eigenen Einzelhandelsgeschäfte geöffnet waren, von denen im zweiten Quartal die Mehrzahl für mehrere Wochen geschlossen waren. Das Kundenaufkommen in den Stores nahm ebenfalls weiterhin zu, blieb jedoch nach wie vor deutlich unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig blieben die Konversionsraten hoch. Grund dafür war die stärker ausgeprägte Kaufabsicht der Konsumenten beim Besuch der Stores. Trotz der anhaltend hohen Zahl geöffneter Stores setzte sich das außerordentliche Wachstum im E-Commerce-Bereich fort. Das Unternehmen verzeichnete einen währungsbereinigten Anstieg von 51 %. Dieses Wachstum ging einher mit einer starken Erhöhung des Anteils der Verkäufe zum vollen Preis.

„Unser Geschäft hat sich im dritten Quartal sehr gut erholt. Unser Fokus auf ein gesundes Vorratsniveau, profitablen Durchverkauf sowie disziplinierte Lieferungen an Partner hat sich ausgezahlt: die Vorratsbestände sanken um mehr als eine halbe Milliarde Euro, und der Anteil der Umsätze im E-Commerce zum vollen Preis stieg zweistellig. Gleichzeitig haben wir dank unserer Kostendisziplin eine Verbesserung des Betriebsergebnisses um mehr als 1,1 Mrd. € im Vergleich zu Q2 erreicht“, sagte Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von adidas. „Unsere Teams auf der ganzen Welt haben diese Verbesserung mit Engagement und Hingabe vorangetrieben. Ihre Gesundheit und Sicherheit bleiben in der andauernden Coronavirus-Pandemie unsere oberste Priorität.“

Im vierten Quartal bleiben die Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie sowie des globalen makroökonomischen Umfelds unverändert hoch. adidas hat seine Produkteinführungspläne seit Beginn des Quartals weiterhin erfolgreich umgesetzt. Die Coronavirus-Pandemie hat sich zuletzt jedoch in wichtigen Märkten des Unternehmens verschlimmert, was zum Teil zu neuen Lockdown-Maßnahmen geführt hat.

Quelle: Adidas

Ralf Kerkeling

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Kasper Rorsted gab die Verkaufsabsicht von Reebok bekannt.
© Adidas
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Autor: Ralf Kerkeling

Chefredakteur