Freitag | 10. November 2017  |  09:33 Uhr

Adidas: E-Commerce treibt Umsatz an

Während der Konzern um 12 Prozent zulegte, konnte Adidas allein im eigenen E-Commerce den Umsatz im dritten Quartal um 39 Prozent steigern. Eine neue Verkaufs-App soll das Wachstum verstetigen.

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Nach den jüngst vorgestellten Quartalszahlen kann Adidas die zuletzt angehobenen Jahresprognosen bestätigen. Der Gesamtkonzern konnte demnach den währungsbereinigten Umsatz um 12 Prozent steigern. In Euro wuchs der Umsatz um 9 Prozent von 5,222 Mrd. Euro im Vorjahresquartal auf nun 5,677 Mrd. Euro. Die Marke Adidas behauptet sich dabei als starkes Zugpferd. Während sich bei Reebok, dass nur um einen Prozent zulegte, „die geplanten Initiativen zur Optimierung des Vertriebs von Reebok in den USA zunehmend negativ auf die Umsatzentwicklung der Marke“ auswirkten, gewann Adidas 13 % Umsatz hinzu. Maßgeblich dafür seien zweistellige Zuwachsraten bei Originials und Adidas neo sowie in den Kategorien Running und Outdoor. Fußball und Basketball hingegen verloren aufgrund „deutlich niedrigerer Lizenzerträge, die vor allem auf die Beendigung von zwei wichtigen Sponsorenverträgen zurückzuführen sind“.

Alle Regionen konnten dabei zum Umsatzwachstum beitragen, mit Ausnahme der bereits seit einigen Quartalen für Adidas schwierigen Region Russland/GUS. Vor allem in China (+ 28 Prozent) und im hart umkämpften nordamerikanischen Markt (+ 23 Prozent) konnte der Konzern, vor allem aber die Marke Adidas mit 29 Prozent beziehungsweise sogar 31 Prozent deutlich zulegen. Lateinamerika (+ 8 Prozent), die Region Naher Osten/Asien/Afrika (+ 6 Prozent), Japan (+ 3 Prozent) und Westeuropa mit dem Heimatmarkt Deutschland (+ 7 Prozent) konnten ebenfalls zulegen. Nur Russland/GUS hatte einen deutlichen Umsatzverlust (- 17 Prozent) zu vermelden.

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Kann schon wieder glänzende Zahlen präsentieren: Vorstandsvorsitzender Kasper Rorsted.
© Adidas

Alle von Adidas bedienten Vertriebskanäle hätten dabei zum Umsatzwachstum beigetragen. Heraus sticht allerdings der Bereich E-Commerce. Allein hier konnte der Konzern mit den eigenen Verkaufsplattformen um 39 Prozent zulegen. Insgesamt kann Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Adidas, deshalb selbstbewusst verkünden: „Die strategischen Wachstumsbereiche des Unternehmens – Nordamerika, China und eCommerce – waren erneut die Hauptwachstumstreiber für unsere starke Umsatzentwicklung im dritten Quartal. Wir haben erneut starke Ergebnisse erzielt und sind auf dem besten Weg, unsere ehrgeizigen Finanzziele für das Geschäftsjahr 2017 zu erreichen.“

Im Fokus stehen dabei weiterhin vor allem die eigenen E-Commerce-Umsätze. In den USA und Großbritannien wurde soeben im Rahmen der weltweit größten Softwarekonferenz Dreamforce die neue Adidas App vorgestellt. Sie soll den Nutzern „ein auf die jeweiligen Vorlieben und Verhaltensweisen des Konsumenten zugeschnittenes Adidas-Erlebnis“ bieten. Online-Produktangebote, personalisierte Produktempfehlungen sowie ebenfalls personalisierte Artikel, Blog-Posts oder Videos sowie Echtzeit-Meldungen über die bevorzugten Sportarten, Athleten und Produkte sollen die Konsumenten zum Kauf direkt bei Adidas animieren. Dazu können die in Amerika und Großbritannien verfügbaren Bezahloptionen Apple Pay und Android Pay benutzt werden. Man plane, die App „in der ersten Hälfte 2018“ auch in weiteren Ländern einzuführen.

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"Creating the new" heißt für Adidas hauptsächlich auch, den eigenen E-Commerce kräftig auszubauen.
© Adidas

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Insgesamt seien die Webseiten www.adidas.com und www.reebok.com „bereits heute die weltweit größten und profitabelsten eigenen Point-of-Sale-Kanäle“. Man wolle den eigenen E-Commerce-Umsatz von zuletzt immerhin schon 1 Mrd. Euro (2016) auf 4 Mrd. Euro im Jahr 2020 ausbauen.