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Keine Rettung: Bei Kettler gehen die Lichter aus

  • Marcel Rotzoll
  • Dienstag | 15. Oktober 2019  |  11:45 Uhr
Nachdem der Gläubigerausschuss des angeschlagenen Unternehmens Kettler eine Fortführung des Unternehmens und der Produktion ausgeschlossen hatte, wurden am Montag die Mitarbeiter über das Aus des traditionsreichen Herstellers informiert.

Kettler war der letzte Heimfitnessgeräte-Hersteller, der für viele Produkte auf "Made in Germany" gesetzt hat. Nach 70 Jahren ist das nun Geschichte. Nachdem Freizeitgeräte-Hersteller Kettler kürzlich zum dritten Mal den Gang in die Insolvenz antreten musste, gehen nun endgültig die Lichter in den Produktionsstätten aus. Da eine Produktion an den deutschen Standorten nicht mehr wirtschaftlich sei, könne das Unternehmen nicht fortgeführt werden. Über 500 Mitarbeiter verlieren damit ihren Job. 144 Mitarbeiter sollen in den Werken noch ausproduzieren, um Kundenaufträge abzuarbeiten. Voraussichtlich Ende Januar werden die Werke dann endgültig geschlossen. Die nun endgültige Insolvenz, die in dieser Woche beantragt werden soll, betrifft die Kettler Freizeit GmbH sowie die Kettler Plastics GmbH. Nicht betroffen sei die Kettler Holding. In letzterer liegen die Markenrechte. Die nach wie vor äußerst bekannte Marke Kettler könnte also letztlich doch weiter bestehen. Nicht betroffen ist natürlich auch die Kettler Alu-Rad GmbH, die bereits im Zuge der ersten Insolvenz 2015 von der Zweirad-Genossenschaft ZEG übernommen wurde.

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Nicht der Lauf der Zeit, sondern vor allem hausgemachte Fehler führten Kettler seit Jahren immer wieder in die Krise: Nun folgt das Aus der Produktion in Deutschland.
© Kettler

Ende Juli war Kettler zum dritten Mal innerhalb von nicht einmal vier Jahren in die Insolvenz gerutscht. Bereits 2015 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. 2018 stand der Fortbestand des abermals insolventen Heimfitness- und Gartenmöbel-Spezialisten lange auf der Kippe, bevor mit dem Einstieg des Finanzinvestors Lafayette Mittelstand Capital eine Fortführungslösung gefunden wurde. Dieser habe zwar in das Unternehmen investiert, konnte das Unternehmen aber nicht mehr retten.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL