• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Doch noch Rettung für Kettler

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 07. Dezember 2018  |  11:07 Uhr
Rettung in letzter Minute: Der Heimfitness-Spezialist teilt mit, dass mit dem Investor Lafayette Mittelstand Capital ein Kaufvertrag für Kettler unterzeichnet wurde.

Nachdem Kettler im Juli abermals in eine Insolvenz in Eigenverwaltung gehen musste, stand das Unternehmen Anfang November unmittelbar vor dem Aus. Weil sich die Kettler GmbH und die Heinz-Kettler-Stiftung zunächst nicht einigen konnten, sprang der potentielle luxemburgische Investor Altera Capital kurzerhand ab. Nur durch eine Zwischenfinanzierung der Stiftung, deren mächtiges Kuratorium zwischenzeitlich durch die Bezirksregierung Arnsberg abberufen wurde, konnte sprichwörtlich in letzter Minute verhindert werden, dass in Ense-Parsit die Lichter für immer ausgehen. Die so gewonnene Zeit konnte nun genutzt werden, um einen neuen Investor für das Unternehmen zu finden.

Wie Kettler mitteilt, wurde mit der auf mittelständische Unternehmen spezialisierten luxemburgischen Beteiligungsgesellschaft Lafayette Mittelstand Capital ein Kaufvertrag über die Vermögenswerte des Freizeitartikelherstellers Kettler mit den Sparten Gartenmöbel, Sport- und Fitnessgeräte samt der Marken- und Lizenzrechte unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Von den bisher knapp über 700 Arbeitsplätzen der Kettler GmbH in den Werken in Werl sowie der Hauptverwaltung in Ense sollen 500 in die neue „Kettler Gruppe“ wechseln.

neuer_name
Fitnessmarke Kettler bleibt erhalten: Das Unternehmen konnte in letzter Minute durch den Einstieg einer luxemburgischen Beteiligungsgesellschaft gerettet werden.
© Kettler

Lafayette Mittelstand Capital ist nach eigenen Angaben eine auf den deutschsprachigen Raum fokussierte Beteiligungsgesellschaft, die „das Kapital seiner Mitarbeiter, eng vertrauter Familien und einzelner institutioneller Investoren“ langfristig in mittelständische Unternehmen „mit nachhaltiger Marktposition und einem besonderen Wachstumspotential“ investiert, insbesondere in solche, die Wachstums-, Umbruch- oder Sondersituationen ausgesetzt sind. Nun solle Kettler mit dem bisherigen Management um Geschäftsführer Olaf Bierhoff, der auch neuer Geschäftsführer der Kettler Gruppe werden soll, „mit einem Turnaround die Kurve von der Traditions- zur Trendmarke kriegen“.

Olaf Bierhoff kommentiert erleichtert: „Dank der tatkräftigen Mitwirkung aller Beteiligten konnten wir nach einem zu Beginn recht schwierigen Prozess nun eine Lösung erarbeiten, welche dem Unternehmen erlauben sollte, erstmals nach langer Zeit sich wieder auf Wachstum und der Dienstleistung für Kettler begeisterte Kunden und Händler fokussieren zu können.“ Das letzte Wort allerdings ist immer noch nicht gesprochen. Denn der Kaufvertrag steht noch unter Gremienvorbehalt und „weiteren vereinbarten Bedingungen“. Diese müssten noch in diesem Jahr erfüllt werden, damit der Kaufvertrag rechtswirksam werde.

Marcel Rotzoll

Rotzoll

Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL