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COVID-19-Pandemie stoppt vorerst Aufwärtstrend der Fitnessbranche

  • Ralf Kerkeling
  • Dienstag | 27. April 2021  |  10:18 Uhr
Die Zeiten des steten Wachstums scheinen für die Fitnessbranche gestoppt, wie die Studie „Der deutsche Fitnessmarkt“ von Deloitte in Kooperation mit mit dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) aufzeigt.
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Weniger Anmeldungen und Kündigungen belasten momentan die Fitnessstudios.
© Pixabay

Die Entwicklung des deutschen Fitnessmarkts war in den vergangenen Jahren eine Geschichte beständigen Wachstums. Zwischen 2016 und 2019 verzeichnete die Branche im Schnitt ein jährliches Umsatzwachstum von 3 Prozent, die Mitgliedschaften stiegen durchschnittlich um 5 Prozent und die Anzahl der Fitnessanlagen wuchs im Schnitt jedes Jahr um 3,6 Prozent. Ohne die Zäsur durch die COVID-19-Pandemie wäre wohl auch 2020 ein weiteres Wachstumsjahr für die Branche geworden. Doch die insgesamt rund vier Monate behördlich angeordneter Schließungen im letzten Jahr haben Spuren hinterlassen. So sind die Umsätze der Branche in Deutschland 2020 um 24,5 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro gesunken.

Weniger Umsätze, Anlagen und Mitglieder

Die Umsatzrückgänge betreffen alle Betriebsarten in ähnlichem Ausmaß: Bei den Kettenanbietern gingen die Umsätze um 26 Prozent zurück, bei den Einzelanbietern um 23,2 Prozent und bei den Mikroanbietern waren es 25,5 Prozent weniger. Bei der Anlagenzahl ist die Lage unterschiedlicher. Insgesamt gab es hier einen Rückgang von 1,4 Prozent, das heißt, dass 2020 netto 131 Anlagen aus dem Markt ausgeschieden sind. Am stärksten ist das Mikrosegment betroffen, in dem es nun 95 Anlagen weniger gibt. Bei den Einzelanbietern sind es insgesamt 59 Standorte weniger als im Vorjahr. Die Kettenbetreiber, darunter speziell aus dem Discount-Segment, konnten die Anlagenzahl dagegen mit einem Zuwachs von 23 Anlagen sogar ausbauen. Gründe hierfür sind insbesondere finanzielle Rücklagen aus den vorangegangenen Wachstumsjahren sowie eine langfristig geplante Expansionspolitik.

Deutlich stärker als die Anlagenzahl ist die Anzahl der Mitgliedschaften gesunken. Trainierten 2019 im Durchschnitt noch 1206 Mitglieder in einer Anlage, waren es 2020 noch 1081 (-10,4 Prozent). Insgesamt hatten Ende des vergangenen Jahres 10,31 Millionen Menschen eine Mitgliedschaft bei einem Fitnessbetreiber (-11,6 Prozent). Das entspricht gemessen an der Gesamtbevölkerung einer Penetrationsquote von 12,4 Prozent und damit in etwa dem vier Jahre zuvor erreichten Niveau.

Der Auftakt des laufenden Jahres verspricht auch noch keine Besserung, wie Karsten Hollasch, Partner bei Deloitte und Leiter des Consumer Business, erklärt: „Aufgrund der anhaltenden Schließungsperiode zum Jahresbeginn fehlt den Anbietern der Großteil der in diesen Monaten üblicherweise hohen Zahl an Neuanmeldungen, während gleichzeitig aufgrund der Vertragslaufzeiten – auch ohne Pandemie – ein hohes Kündigungsaufkommen vorherrscht.“

Konsumenten wollen nach der Pandemie zurück in die Studios

Eine von Deloitte durchgeführte Konsumentenbefragung aus Februar und März 2020 gibt allerdings Anlass zur Hoffnung: Etwa 55 Prozent der Befragten gaben an, vor der Pandemie mindestens einmal pro Woche trainiert zu haben. Während der Pandemie fiel dieser Wert auf etwa 49 Prozent. Nach Ende der Einschränkungen erwarten etwa 56 Prozent der Befragten, wieder mindestens einmal pro Woche zu trainieren. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Betrachtung der Mitgliedschaften. Unter den Befragten ist der Anteil derjenigen, die Mitglied in einem Fitnessstudio sind, während der Pandemie zurückgegangen. Laut Umfrage ist jedoch zu erwarten, dass der Anteil der Konsumenten mit einer Fitnessstudiomitgliedschaft wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren wird. Wenig verwunderlich haben individuelle Trainingsformen in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen. 87 Prozent der befragten Fitnesstreibenden berichteten, sich während der Pandemie mithilfe von Home- oder Outdoor-Workouts mit und ohne Online-Unterstützung fit zu halten.

Quelle: Deloitte

Ralf Kerkeling

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Autor: Ralf Kerkeling

Chefredakteur

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