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Österreich: E-Bike treibt die gesamte Fahrradbranche an

  • Andreas Mayer
  • Donnerstag | 11. April 2019  |  18:01 Uhr
Noch nie war der Anteil der Fahrradbranche am Gesamtumsatz mit Sportartikeln in Österreich so hoch wie 2018. Grund dafür ist die starke Verbreitung des E-Bikes.
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E-Bikes werden immer beliebter - und sind aufgrund ihrer Beratungsintensität auch wie geschaffen für den Fachhandel!
© KTM

Seit knapp zehn Jahren wurden am österreichischen Markt nicht mehr so viele Fahrräder verkauft. Die prozentuelle Steigerung des Gesamtmarktes von 2017 auf 2018 beträgt mehr als 10 Prozent (10,4). Im Jahr 2018 hatte der Gesamt-Fahrradmarkt in Österreich noch ein Volumen von rund 457.000 Fahrrädern. Diese Anzahl umfasst alle Fahrräder, die 2018 von der heimische Fahrradindustrie für den österreichischen Markt produziert wurden bzw. die von den am Markt tätigen Marken importiert und an den österreichischen Sporthandel sowie den Fahrrad-Fachhandel verkauft wurden.

Die Etablierung von Pedelecs, die sogenannten E-Bikes, in der breiten Bevölkerungsschicht ist ein wesentlicher Grund für die starken Verkaufszahlen: 2017 waren bereits 29,1 Prozent der verkauften Fahrräder in Österreich E-Bikes und 2018 waren es 33 Prozent. Etwa 150.000 E-Bikes wurden insgesamt verkauft. Das bedeutet, dass jedes dritte neu verkaufte Fahrrad ein E-Bike ist. Im europäischen Vergleich ist Österreich damit einer der stärksten Märkte: In Belgien hat das E-Bike einen Marktanteil von 45 Prozent (2017, Quelle: Statista 2019), in den Niederlanden von 40 Prozent (2018, Quelle: RAI association), in der Schweiz von 32,3 Prozent (2018, Quelle: Velosuisse). In Deutschland beträgt der Anteil aktuell erst 23,5 Prozent in Deutschland (2018, Quelle: ZIV).

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© VSSÖ

Es ist die Tendenz deutlich erkennbar, dass sämtliche Fahrradtypen – ob Citybikes, Kinderräder, Mountainbikes, Lastenräder oder Falträder – elektrisch werden. Die höchste positive Durchschnittspreis-Entwicklung liegt hier bei den E-Bikes – sowohl für den urbanen Bereich, als auch bei den E-Mountainbikes. Dieser lag 2018 bei 2.698 Euro (+8,4 Prozent). Insgesamt lag der Durchschnittspreis für Fahrräder bei 1.265 Euro. Das bedeutet ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Gesamtumsatz des heimischen Sport- und Fahrradfachhandels mit Fahrrädern liegt dadurch bei knapp 580 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtumsatz mit Sportartikeln in Österreich lag 2018 bei etwa 2,67 Milliarden Euro. Der Anteil der Fahrradbranche daran liegt damit erstmals bei mehr als 20 Prozent.

„Gerade bei den Pedelecs kommt die hohe Beratungs- und Servicekompetenz des Sport- und Fahrrad-Fachhandels zum Tragen – nicht zuletzt aufgrund des Sicherheitsaspektes. Nur ein passendes, gut eingestelltes und gewartetes Fahrrad, ist ein sicheres Fahrrad,” glaubt Hans-Jürgen Schoder, Sprecher ARGE Fahrrad und CEO von Thalinger-Lange. Gernot Kellermayr, Präsident des VSSÖ, ergänzt: „Die E-Bikes haben ihren Zenit noch nicht erreicht. Unserer Einschätzung nach ist in den nächsten Jahren ein Anteil von 50 Proezt der Pedelecs am österreichischen Gesamtfahrradmarkt durchaus vorstellbar.“

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur sportFACHHANDEL / Wanderlust / SkiMAGAZIN