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  • Marcel Rotzoll
  • Dienstag | 21. Februar 2017  |  10:09 Uhr
Im Profisport sind sie Alltag, im Amateur- und Freizeitbereich sieht man sie immer häufiger: Baselayer und Kompressionsbekleidung gewinnen auch im Teamsport an Fahrt. Der Fachhandel kann profitieren.

Text: Marcel Rotzoll

Die Diskussionen darüber, ob Kompressionsbekleidung tatsächlich leistungssteigernd wirkt oder nicht, das lange Zitieren von wissenschaftlichen und medizinischen Studien, die mit der breiten und aufmerksamkeitsstarken Einführung der Kompressionsbekleidung im Sport vor knapp zehn Jahren einherging, sind zum Glück am Teamsportfachhandel weitestgehend vorbeigegangen. Geblieben sind aber die unbestreitbaren Vorteile, die die Produkte bieten. Dazu zählen verbesserte Blutzirkulation, verbesserte Reaktionsfähigkeit, Verletzungsprävention und vor allem effektivere Regeneration.

Viele Profimannschaften setzen neben einem Textilausrüster mittlerweile auch auf einen Underwear-Partner, der nicht selten auf Kompression spezialisiert ist oder zumindest Elemente mit Kompression einbindet. Und auch bei Amateurspielern und auf den Bolzplätzen sieht man immer häufiger Kompressionsbekleidung unter dem Trikot und an den Beinen. Denn natürlich profitieren auch Hobbyteams und nichtprofessionelle Vereinssportler von erhöhter Muskelstabilität, weniger Muskelkater und einer schnelleren Erholung nach dem Sport. Ein Feld, das sich auch für den Sportfachhandel lohnen kann, bietet sich doch die Gelegenheit saison- und wetterunabhängig hochwertige Sportbekleidung zu verkaufen.

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Eine ansprechende Präsentation, hier von 2XU, und hohe Produktkompetenz sind bei Kompressionsbekleidung unerlässlich für den Erfolg des Sortiments
© 2XU

Einer der bekanntesten Kompressionsspezialisten ist Cep. Die Bayreuther sind vor allem bekannt für ihre Kompressionssocken und proben seit einiger Zeit den Ausflug in den Teamsportmarkt. Aktuell stellt Cep die Griptech Socks im Handel vor. Neben den Kompressionseigenschaften steht bei den Strümpfen die „direkte Kraftübertragung zwischen Fuß und Untergrund“ im Vordergrund. Natürlich sollen auch die Cep-Socken beispielsweise für eine erhöhte Durchblutung und damit Leistungssteigerung sorgen, Fuß und Knöchel würden zusätzlich stabilisiert, die Regeneration beschleunigt. Durch eine flache und flexible Sohlenbeschichtung, genannt Smartgrip, soll die Reibung erhöht werden, die Socke weniger im Schuh rutschen. Auch die Verantwortlichen der australischen Kompressionsmarke 2XU sehen für Mannschaftssportarten viel Potenzial: „Die eng anliegenden Sachen geben dem Körper Vorspannung, was für eine bessere Körperwahrnehmung sorgt. Sportler können schneller reagieren, sind agiler und verletzen sich nicht so schnell. Gerade bei High-Impact-Sportarten, die schnelle Richtungswechsel erfordern, ist dies ein großes Plus. Ein Beispiel ist die 2XU Lock Compression Tights. Neben dem ohnehin schon starken Kompressionseffekt des Materials umschließen die x-förmigen Aufdrucke auf dem Gewebe kraftvoll die Muskeln und bieten so zusätzliche Stabilität.“ Für die Regenerationsphase im Anschluss an das Training oder das Spiel empfehlen die Australier lange Kompressionshosen mit hohem Druck. Dadurch soll die Blutzirkulation erhöht werden, wodurch mehr Sauerstoff in die müden Muskeln gelangt. Wichtig sei, „dass die Kompressionshose den sogenannten graduierten Schnitt nutzt. Die Kompression muss mit Entfernung zum Herzen zunehmen, da nur so der venöse Rückfluss unterstützt wird.“

Kompressionsbekleidung verleiht dem Kunden zwar schon bei der Anprobe ein Gefühl des Nutzens, allein weil die Teile so eng anliegen. Jedoch sind die Produkte gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Anwendungsgebiete, Materialien und Technologien höchst erklärungsbedürftig. 2XU bietet deshalb für jede Hauptkollektion ein umfangreiches POS-Sortiment an, dessen optimale Einsatzmöglichkeit mit den Sportfachhändlern erörtert würden. Man wolle, dass potentiellen Käufern sofort der hohe Produktnutzen der Compression-Garments ersichtlich ist. Bei vielen Teamsportfachhändlern ist Kompressionsbekleidung ein noch unterschätztes Segment. Das dürfte sich aber in den kommenden Jahren ändern. Profisportler nutzen die Produkte und veranstalten somit für die Marken ein Schaulaufen. Zudem ist Kompression im Sport auch zu einer modischen Aussage geworden. Dies und die unbestreitbaren Vorteile vor allem hinsichtlich Verletzungs-Prophylaxe und Regeneration könnten dem Segment auch und vor allem im Teamsport zum Durchbruch verhelfen.

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Dortmunder Jung: Sven „Manni“ Bender ist gemeinsam mit Zwillingsbruder Lars (Bayer Leverkusen)Aushängeschild der neuen Craft-Teamwear-Linie
© Craft

Nicht zu vergessen sind dabei aber auch die Baselayer allgemein. Gerade in den kalten Monaten erfreuen diese sich im Outdoor-Teamsport großer Beliebtheit. Die Funktionsmaterialien sorgen aber auch in den wärmeren Jahreszeiten für ein Plus an Komfort bei den Sportlern. Auch in diesem Bereich mischen neben den etablierten und bekannten Teamsport-Marken Spezialisten mit. Odlo ist hier zu nennen, genauso wie beispielsweise die schwedische Marke Craft. Letztere will nun sogar mit einer eigenen Teamsportkollektion angreifen. Funktionalität, Komfort und skandinavisches Design soll die Kollektion auszeichnen. Trikots, Shorts, Stutzen, Trainingsanzug oder Sportjacke sollen mit gutem Feuchtigkeits- und Temparaturmanagement punkten. Um die Marke im Markt bekannt zu machen, hat man die Fußball-Zwillinge Lars und Sven Bender verpflichtet. Wolfgang Lagler, Marketingleiter bei Craft, freut sich über die neuen Markenbotschafter: „Mit den Bender-Zwillingen haben wir zwei echte Topspieler in unseren Reihen – und authentische Sympathieträger noch dazu. Frei nach dem Craft-Motto #enjoythehardwork arbeiten die beiden hart für ihren Erfolg, der sie bis in die erste Bundesliga und die Nationalmannschaft führte. Als Testimonials passen die beiden ideal zu Craft. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung werden sie als Vorbilder der Next Generation von Fußballern und Fußballerinnen fungieren.“

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 04 / 2017