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Fairplay Teamsport: „Wir wollen den Fußballer vor Ort“

  • Astrid Schlüchter
  • Dienstag | 21. Februar 2017  |  10:11 Uhr
Im Fairplay dreht sich alles um das Thema Fußball. Zu Recht, denn der familiengeführte Laden mitten in Heimstetten kümmert sich mit viel Herzblut und fachlichem Know-how um rund 80 Vereine im Umkreis von München. Dazu passt ein enormes Sortiment an Trikots sowie die größte Auswahl an Fußballschuhen in der Region.

Text: Astrid Schlüchter

Im Fairplay Teamsport mitten in Heimstätten finden Fußballfans auf rund 200 Quadratmetern Top-Produkte für ihren Lieblingssport. Im Mittelpunkt des Sortiments von Angelika und Friedrich Schmidl sowie Sohn Christian Schmidl stehen Trikots und hochwertige Fußballschuhe der Marken Nike und Adidas, dazu kommen noch passende Accessoires wie Fußbälle, Taschen, Handschuhe oder Socken – teilweise von Mitbewerbern wie Jako, Erima, CEP, Falke oder Puma. Das Konzept geht auf, denn im Umkreis ist das Fairplay nicht nur die Top-Adresse, wenn es um Fußball geht, sondern auch erste Anlaufstelle für Vereine, die ihre Teams mit entsprechendem Equipment ausstatten möchten. Das war nicht immer so: Im Oktober 1990 eröffnete Angelika Schmidl einen kleinen Laden, um dort Fanartikel zu verkaufen. Dieser lief nach zwei Jahren so gut, dass nicht nur die Verkaufsfläche, sondern auch das Sortiment vergrößert werden musste. „Wir waren mitunter die ersten vor Ort, die Nike-Produkte in das Portfolio aufgenommen haben. Deswegen sind wir auch der erste Laden, in dem Nike sein Teamsportkonzept verwirklicht hat. Der Shop diente damals sogar intern und bei Kunden weltweit als Präsentationsobjekt.“ Neben Sport Münzinger in der Münchner Innenstadt ist das Fairplay Nikes Aushängeschild in Sachen Ladenkonzept und Produktpräsentation. Seit 2004 rundet Teamsportgigant Adidas das Sortiment ab. „Ohne die beiden Top-Teamsportmarken kann man in diesem Segment nicht überleben. Zumindest momentan beherrschen die beiden den Markt und somit auch das Verkaufsverhalten der Kunden,“ erläutert Christian Schmidl.

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Der Nike-Präsentationsshop im Fairplay ist einer der ersten seiner Art
© Nike
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5.000 Fußballschuhe auf Lager: Damit führt der Shop eines der größten Fußballschuhsortimente im Raum München
© sFH

Die Spezialisierung auf ein Segment ist ein wichtiges Erfolgskonzept der Fairplay-Profis. Deswegen fährt man auch seit 2000 eine strikte Linie, und zwar die in Richtung Teamsport. Zusammen mit ihrem Mann Friedrich hat sich Angelika Schmidl nach und nach komplett dem Fußball verschrieben, Sohn Christian soll das Geschäft später ganz übernehmen. Heute finden Kunden auf 200 Quadratmetern Top-Produkte, die eigentlich jedes Fußball-Herz höher schlagen lassen sollten. „Wir haben uns im Laufe der Jahre im Raum München als Fußball-Spezialisten einen Namen gemacht, dementsprechend locken wir auch unsere Kundschaft aus dem Umland in den Shop. Wir führen mitunter das größte Angebot an Fußballschuhen, dazu kommen passende Trikots in allen Varianten und Farben. Hier stecken unser ganzes Budget und Volumen, wir hätten ehrlich gesagt gar keinen Platz mehr für andere Sortimente. Die mittelgroßen ‚Gesamtsortimentler‘ werden meiner Meinung nach über kurz oder lang nicht mehr bestehen können,“ erklärt uns Christian. Am besten würden Schuhe im Preissegment zwischen 200 und 300 Euro laufen. Früher bediente man noch Sportarten wie Frauenfitness, Running oder Sportfashion, jetzt kennt man das Fairplay für sein umfangreiches Sortiment und die kompetente Beratung im Fußball-Bereich. Wer dennoch auf der Suche nach Ski-, Lauf-, Tennis- oder Fitnessequipment ist, findet gleich um die Ecke eine Intersport-Filiale, die jedoch nicht als Konkurrenz gesehen wird. „Schließlich haben wir rein gar nichts mit anderen Sportarten am Hut.“ Dafür ist Fairplay seit 2000 festes Mitglied der Teamsport-Profis von Sport 2000.

Fußball läuft. Nicht nur das Geschäft mit Fanartikeln, sondern vor allem das Vereinsgeschäft sei riesig. Kaum ein Kind, das nicht schon vor der Einschulung im Fußballverein angemeldet wird. Vor allem zwischen sieben und zwölf Jahren seien die Kids vom beliebten Teamsport extrem begeistert. „Im Großen und Ganzen ist kein Ende in Sicht, was den Fußball-Boom angeht – vor allem die Vereine rund um München sind gut besucht und teilweise sogar ausgebucht.“ Trotz allem hätte sich das Freizeitverhalten extrem geändert, so Christian: „Früher sind wir nach der Schule zum Kicken auf den Sportplatz um die Ecke, heute sitzen die Kids erst mal vor Computer oder Playstation. Fußball findet nur noch im Verein statt, hier ist die Quote jedoch tatsächlich steigend.“ Eine Entwicklung, die dem Fairplay natürlich entgegenkommt. Knapp 80 Vereine im Umkreis von 40 km werden von Fairplay ausgerüstet, stets mit großem Einsatz und fachlichem Know-how. Kunden kommen aus ganz Oberbayern, um hier ihre Ausrüstung zu erwerben, wissen sie doch, dass der Laden als einziger Anbieter weit und breit rund 5.000 Paar Fußballschuhe auf Lager hat, so dass ganz sicher jeder den richtigen Schuh in der passenden Größe mit nach Hause nehmen kann. Zu den Kunden gehören Weltmeister Stefan Reuter, Jens Lehmann, die Bender-Brüder (Dortmund und Leverkusen), Fabian Johnson (Hoffenheim), Marcel Schäfer, Christian Träsch (beide VfL Wolfsburg), Julian Baumgartlinger (Mainz 05), Moritz Leitner (VfB Stuttgart) sowie zahlreiche Ex-Löwen wie z.B. Berhard Winkler. „Wir sagen ganz klar ja zum Verein und setzen auf den Fußballer vor Ort. Viele Kinder, die früher bei uns Fußballschuhe gekauft haben, sind jetzt Funktionäre oder Trainer im Verein – das kommt uns natürlich positiv entgegen, da die meisten letztendlich zu uns kommen, wenn es um passende Trikots und die entsprechende Veredelung geht. Dabei haben wir sogar teilweise Ausstattungsverträge mit einigen Sportlern laufen“, so Friedrich Schmidl.

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Christian (l.) und Friedrich Schmidl (r.)
© sFH

Ganz klar, dass Schmidl deswegen auch im Vereinsgeschäft die Zukunft des Fairplay sieht. Mit zum Angebot gehören deswegen natürlich auch Trikotveredelungen und -beflockungen. „Aufgrund des guten Services und unserem Know-how kommen Kunden immer wieder zu uns zurück. Hier sehen wir auch ein großes Plus des stationären Fachhandelskonzepts. Diese Zufriedenheit erfährt der Kunde im Internet oft nicht. Onlinehändler halten eher Ausschau nach Großaufträgen, rechnen jedoch weniger mit Nachbestellungen, dazu kommen oft Retouren, die wir viel öfter schneller und unkomplizierter bearbeiten können.“ Auf Grund von Rabattierungen und der momentanen Preisstruktur im Teamsportmarkt sei es dennoch ein hartes Business geworden. So könne man ohne Folgegeschäft kaum noch ausreichend Umsätze generieren. „Wenn wir den Verein gut bedienen und dieser gute Prozente bekommt, dann erwarten wir von den Mitgliedern, dass diese z.B. mit ihren Kindern zu uns in den Laden kommen, um sie entsprechend mit Equipment auszustatten.“ ...und bis dato suchen sie gerne den Weg ins Fairplay, sogar 20 km von München entfernt.

Schlüchter

Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 04 / 2017