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Zum Bundesligastart: Fans sind treue Kunden

  • Marcel Rotzoll
  • Mittwoch | 14. August 2019  |  11:21 Uhr
Alle zwei Jahre kommt das Nationalmannschaftstrikot. Das Alltagsgeschäft ist aber geprägt vom Heimatverein und von internationalen Größen. Das bedeutet harten Wettbewerb, aber auch treue Kunden, wie ein Beispiel aus Westfalen zeigt.

Hartgesottene Fans sind die besten Kunden der Welt. Gerade im Fußball, wo die Ausrüster der großen Vereine pro Saison vier und mehr Trikots auf den Markt werfen, werden teils noch vor Jahren unvorstellbare Mengen an Trikots verkauft. Das Design scheint dabei nicht immer die Hauptrolle zu spielen. Gerade die umstrittenen Leibchen sind oft diejenigen, die überraschend gut laufen. Man denke nur an das Karnevalstrikot, das in Köln zwar immer wieder für Design-Kritik gesorgt hat, aber gleichfalls zu den Abverkaufsschlagern des Vereins gehörte. Auch Ausweichtrikots werden mitunter zu Verkaufsschlagern. Hinzu kommen, vor allem bei den großen Vereinen, ganze Streetwear-Vereinskollektionen.

Regionalität und Internationalität gehen dabei Hand in Hand. Ingo Arndt von Intersport Arndt in Lippstadt erklärt: „Die regionalen Schwergewichte haben bei uns separate Flächen. Die größten natürlich Schalke und Dortmund, danach kommt Bayern München. Köln und Gladbach sind hier in Lippstadt auch stark. Und natürlich der SV Lippstadt, der in der vergangenen Saison die Klasse in der Regionalliga gehalten hat. Kürzlich haben wir noch Paderborn und Bielefeld neu aufgenommen. Dann kommen die ausländischen Mannschaften: Die englischen, italienischen und spanischen Teams. St. Pauli läuft im Streetwear-Bereich recht gut. Zu guter Letzt bieten wir auch noch eine Auswahl an Bremen-, Hamburg- und Frankfurt-Trikots.“

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Objekte der Begierde: Weil viele Marktteilnehmer das lukrative Fangeschäft für sich entdeckt haben, muss der Sportfachhandel neue Wege gehen.
© Nike, Puma, Adidas

Aber das Fangeschäft wird härter. Schnell entbrennt um begehrte Trikots ein Preiskampf. Vereine verkaufen die Leibchen selbst, die großen Lieferanten tun ihr Übriges. Der Sportfachhandel hat es da schwer, weiß auch Ingo Arndt zu berichten: „Fans sind die treuesten Kunden überhaupt. Sie brennen für ihren Verein, egal ob er oben steht oder absteigt. Aber im Fangeschäft kommen die Tritte gegen das Schienbein derzeit von allen Seiten. Es ging los damit, dass Deutschland bei der WM im vergangenen Jahr sehr früh ausgeschieden ist. Das haben wir natürlich deutlich gespürt. Die Bundesliga erzeugt derzeit nicht mehr genügend Spannung, was sich in den Abverkäufen niederschlägt. Zudem haben sich die Lieferanten meiner Meinung nach verkalkuliert. Fanartikel stehen nicht mehr ganz so im Fokus, gleichzeitig ist aber das Preisgefüge sehr hoch. Dann sind da die Aktivitäten der Lieferanten. Adidas verkauft die Trikots eine Woche exklusiv. Umbro bringt das neue Schalke-Trikot erst am 30. Juni und nicht im Mai. Und dann sind trotz enormer Nachfrage Trikots oft nicht lieferbar, wie im vergangenen Jahr das Juve-Heimtrikot oder in diesem Jahr das Liverpool-Heimtrikot. Das war davor bei Neymar und PSG auch schon so. Hinzu kommt schließlich der Wettbewerb.“

Diese Gemengelage erfordert neue Wege der Kundenansprache. Ingo Arndt beispielsweise bietet die Fanausstattung in Lippstadt in einem eigenen Geschäft an. Hier finden die Fans alles, was das Herz begehrt, von Heim-, Auswärts- und Ausweichtrikots über die Streetwear-Kollektion der großen Vereine bis hin zu vielfältigen Merchandise-Artikeln.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL