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Sportartikelbranche auf dem Weg der Besserung

  • Ralf Kerkeling
  • Freitag | 04. Juni 2021  |  11:11 Uhr
Ein Jahr nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie veröffentlicht die Federation of the European Sporting Goods Industry (FESI) eine neue Studie, in der sie ihren Mitgliedern den Puls zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf ihr Geschäft fühlt. Die Skiindustrie bleibt das Sorgenkind.
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© FESI

Ladenschließungen, Unterbrechungen der Lieferkette, komplexe Liefererfüllung: Trotz der Reihe von Schwierigkeiten in den letzten 12 Monaten sind die meisten Sportartikelunternehmen nun auf dem Weg der Besserung. Einige Sektoren, wie z. B. die Outdoor-Branche, haben sogar einen enormen Umsatzanstieg zu verzeichnen. Auf der anderen Seite ist die Skiindustrie weiterhin extrem von der Schließung von Skiliften betroffen, was zu einem Verlust von mehr als 50 % der jährlichen Aktivität geführt hat.

„Unsere neue Umfrage zeigt, dass die Sportartikelindustrie immer noch mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, insbesondere aufgrund der Schließung von stationären Geschäften und Reisebeschränkungen. Die Branche verzeichnete 2020 einen Umsatzverlust von bis zu 30 % im Vergleich zu 2019“, kommentierte Jérôme Pero, Generalsekretär der FESI. „Wie in unserer letzten Umfrage vorausgesagt, gilt die größte Sorge derzeit der Wintersportbranche, die durch die Schließung von Skigebieten in der letzten Saison fast 50 % ihrer Aktivitäten verloren hat. Leider zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass die öffentlichen Hilfen bisher nicht ausreichen, um einen angemessenen Teil der entstandenen Verluste zu decken“, fügte er hinzu.

Trotz der vielfältigen Herausforderungen im vergangenen Jahr zeigen die Ergebnisse der FESI-Umfrage ermutigende Zeichen der Erholung. Fast die Hälfte der Unternehmen erwartet für das Jahr 2021 eine geringere Auswirkung – nicht mehr als 10 % – auf ihren Umsatz. Einige Unternehmen rechnen sogar mit einer Steigerung ihres Umsatzes. Zwei Hauptgründe können diesen Trend erklären. Erstens der signifikante Effekt des E-Commerce, dessen Umsätze sich während der Schließung der physischen Geschäfte mehr als verdoppelt haben. Dieser Boom im Online-Handel mit Sportartikeln hat einigen Unternehmen sogar geholfen, bis zu 60 % ihrer Verluste im physischen Verkauf zu decken. Der zweite Trend, der diese optimistische Prognose erklären könnte, ist die explosionsartige Zunahme der Nachfrage nach Outdoor-Aktivitäten. Denn mit der Schließung von Fitnessstudios und anderen Indoor-Einrichtungen haben sich viele Verbraucher für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Joggen, Klettern oder Radfahren entschieden. Mehr als 55 % der Befragten gaben an, dass die Nachfrage nach Outdoor-Ausrüstung gestiegen ist, gefolgt von Schuhen und Fahrrädern. Branchenexperten erwarten, dass sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken wird[1].

Schließlich befasst sich die FESI-Umfrage auch mit den Maßnahmen, die auf nationaler und EU-Ebene ergriffen wurden, und formuliert eine Reihe von Empfehlungen für die kommenden Monate. Insbesondere setzen die Mitglieder der Sportindustrie auf die schnelle Umsetzung des COVID-19-Zertifikats für Reisen noch vor dem Sommer, um eine nachhaltige Erholung der Geschäftstätigkeit zu ermöglichen. Auch die EU-Gelder im Rahmen der Europäischen Fazilität für Konjunkturbelebung und Krisenbewältigung werden von den Unternehmen, die immer noch mit Schwierigkeiten beim Cashflow-Management zu kämpfen haben, ungeduldig erwartet. FESI-Generalsekretär Jérôme Pero wird einige der wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen der Studie während des EU-Sportforums am 8. und 9. Juni näher erläutern.

Die heute veröffentlichte Studie wurde im Monat April 2021 durchgeführt, mitten in der 3. Serie von Sperrungen in den meisten EU-Mitgliedstaaten. Sie deckt den gesamten Zeitraum seit dem COVID-19-Ausbruch bis heute ab. Diese Studie sammelte Antworten von einer kritischen Masse der europäischen Sportartikelunternehmen, wobei sich mehr als 80 % der Befragten aus Marken und Einzelhändlern, 12 % aus Herstellern und 8 % aus Zulieferern zusammensetzen, und zwar in einem geografischen Gebiet, das die wichtigsten Ausbrüche der Epidemie in Europa abdeckt. Die Befragten setzen sich zu 38% aus Großunternehmen (mehr als 250 Mitarbeiter), zu 50% aus KMUs (zwischen 1 und 249 Mitarbeitern) und zu 12% aus nationalen Verbänden zusammen.

Quelle: ASMAS

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Autor: Ralf Kerkeling

Chefredakteur

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