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Im Fokus: Mega-Trend Trampolin

  • Astrid Schlüchter
  • Mittwoch | 10. Mai 2017  |  16:10 Uhr
In den USA bereits etabliert, sprießen auch in Deutschland jede Menge Trampolinparks und -hallen aus dem Boden. In AirHop-Hallen sind Fitnessfans inzwischen in München, Essen, Düsseldorf, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Leipzig und Moers im wahrsten Sinne des Wortes "auf dem Sprung" – auch zum Sportfachhandel?

Text: Astrid Schlüchter

Deutschland im Trampolinfieber. Insgesamt 20 Parks sorgen mittlerweile für jede Menge Spaß und Action. Der Clou dabei, nicht nur Kids wagen regelmäßig den Sprung auf die Matte, auch Fitnessfans schwören auf die positive Wirkung des Trampolintrainings. Warum? Weil das "Springen" für Fitness und Fettverbrennung effektiver und gelenkschonender als Jogging sein soll. Zusätzlich würde dabei die Lymphe angeregt, die extrem wichtig für die Atmung ist. Schwebt man gewichtslos in der Höhe, dehnen sich die Zellen aus und nehmen Flüssigkeit auf. Wenn man auf der Matte landet, werden die Zellen zusammengedrückt und die überschüssige Flüssigkeit wird aus den Zellen ins Lymphsystem gepresst. Eine NASA-Studie zeigte bereits 1980, dass Trampolinspringen dreimal ergiebiger ist als Joggen. Mit zehn Minuten Trampolinspringen erreicht man demnach ebenso viel wie mit 30 Minuten Lauftraining. Getestet wurden Körperbeschleunigung, Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenz. Das Verhältnis zwischen Sauerstoffaufnahme und Spitzenbeschleunigung - ein Hauptfaktor zur Bestimmung der geleisteten Arbeit - lag beim Trampolinspringen um bis zu 68 Prozent über den Werten beim Laufen. Auch Astronauten nutzen deswegen Fitness-Trampoline zum Aufbautraining nach ihrem Aufenthalt im All. Und da jeder nach seinen Möglichkeiten trainieren kann, eignet sich der Trendsport für Fünf- bis 70-Jährige gleichermaßen.

Mit den Trampolinparks hat das Springen eine neue Dimension erreicht. Als einer der ersten hat sich AirHop als professioneller Betreiber mit seinen zahlreichen Parks in ganz Europa etabliert. Das Konzept umfasst dabei gleich mehrere Komponenten - ein XXL-Trampolinfeld für Groß und Klein, Mini-Airhoppers für Kinder unter fünf Jahren, eine Schaumstoffgrube für das Trainieren von Salti und anderen Kunststücken sowie eine Area für spezielle Trampolinkurse. Im Rahmen der AirFit-Trampolinfitness leiten geschulte Trainer ein 45-minütiges Workout, das gelenkschonend Kalorien verbrennt, die Koordination fördert, Muskeln aufbaut, das Herz-Kreislaufsystem in Schwung bringt sowie Koordination, Balance und Körperspannung steigert. AirFit-Trampolinkurse seien die perfekte Alternative zum Fitnessstudio, denn hier würden nicht nur Kalorien verbrannt, sondern das Springen bringt zudem jede Menge Spaß. In München strömen bis zu 160 Besucher pro Stunde und bis zu 2.080 Besucher pro Tag in das AirHop – der Park umfasst über 3.400 Quadratmeter Fläche. "Das Training ist so beliebt, weil es sehr gesund ist und sämtliche Muskelgruppen beansprucht. Trampolinspringen ist auch für Personengruppen möglich, die aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden keinen Laufsport machen können. Zudem weckt es bei vielen Gästen Kindheitserinnerungen", so Beate Hippler vom AirHop-Park-Team Essen. Nach dem ersten AirHop-Park in Bayern, dürfen sich seit Anfang April Fitnessfans in Düsseldorf über einen neuen Park freuen.

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Mini-Fitnesstrampoline sind momentan der absolute Renner, egal ob für das Training zu Hause oder im Studio.
© Heimans

München hat eine weitere Attraktion, die sich jedoch verstärkt auf das Training von Freestyle-Sportarten spezialisiert hat. Das Gravity Lab in der Werkstadt Sendling möchte auf einer Gesamtfläche von 1.700 Quadratmetern Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Profi-Athleten einen ganzjährigen, wetterunabhängigen Zugang zu allen Freestyle-Sportarten bieten. Klassische Outdoor-Aktivitäten wie Freeski, Snowboard, Parkour, Freerunning, Tricking, Freestyle Akrobatik, Surf, Skate, Bike, BMX, Wakeboard und vieles mehr werden mit Indoor-Training und vor allem Spaß an Bewegung kombiniert. Zur Verfügung stehen vier Areas: ein Parkour mit Sprungböden und Obstacles, eine High-End-Trampolinlandschaft mit neun Freestyle-Eurotramps, sowie zwei Freestyle Fivesquare-Eurotramps. Dabei springt man dreimal so hoch wie bei einem normalen Trampolin und trainiert das Gefühl für die Rotationen in der Luft. Die Tramp Area ist ein Bereich mit Wänden, Step-ups und Transfers. Neben dem klassischem Trampolinspringen steht zusätzlich auch noch ein Basketballkorb für Dunks zur Verfügung. Der Airbag in der Tramp Area bietet die Möglichkeit Sprünge und Tricks ungefährlich und schnell zu testen und weiter zu entwickeln. Beim Big Air lockt eine Startrampe mit drei verschiedenen Drop in- Niveaus. Skifahrer und Snowboarder nutzen die Kicker mit den Roll-ins für das Trockentraining, die passenden Rollski und Rollsnowboards können vor Ort ausgeliehen werden.

Zudem gibt es für Kids und Jugendliche in den Ferien sogenannte Gravity Camps um neue Freestyle-Sportarten kennenzulernen und Spaß mit Gleichgesinnten zu haben. Auf dem Programm stehen Parkour, Tricking, Skateboarding, Trampolin und Ski & Snowboard (Indoortraining) und GoPro Video- & Editingworkshop.

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Trampolin-Parks – wie hier das Gravity Lab in München – zählen momentan zum Non Plus Ultra bei Jung und Alt.
© Gravity Lab

Fitness-Center und Sportvereine auf der ganzen Welt haben Trampolinstunden aufgrund der enormen Nachfrage und Beliebtheit auf ihren Plan gesetzt und da es jetzt qualitativ hochwertige Heim-Trampoline gibt, kaufen Kunden sich ihre Trampoline auch selbst. "Ich glaube das Trampolin-Springen kommt wieder in Mode, denn mit einem einzigen Workout, das Spaß macht und angenehm ist, werden viele Fitness- und Gesundheitsaspekte abgedeckt", erklärt John Hines von Bellicon, USA, einem der führenden Hersteller von High-End-Trampolinen. "In vielerlei Hinsicht sind die Amerikaner heute weniger gesund als sie es vor dem Fitness-Boom der 70er und 80er Jahre waren. Die Menschen sind weniger aktiv als früher und dies macht uns angreifbar für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen."

Kein Wunder also, dass immer mehr Hersteller entsprechendes Equipment zum Thema anbieten. Minitrampoline, die klein und handlich sind, sind der absolute Renner für alle, die am liebsten zu Hause "springen". Warum? Der geringe Durchmesser und die niedrige Sprunghöhe machen ein Fitnesstrampolin zu einem perfekten Sport- und Freizeitgerät innerhalb der eigenen vier Wände. Aufgrund der rückfedernden und gelenkschonenden Gummiseil-Federung ist ein Fitnesstrampolin ideal für Leute mit Übergewicht, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen oder sonstigen orthopädischen Problemen. Auch für ein schonendes und regelmäßiges Workout ist ein Rebounder die richtige Wahl. Günstige Modelle bieten namhafte Hersteller bereits unter 100 Euro. Für Spitzengeräte sollte man in der Regel mit einem Betrag zwischen 100 und 500 Euro rechnen. Gefragt sind momentan vor allem Geräte mit einem Haltegriff oder einer Haltestange, die vor allem Einsteigern und Anfängern eine hohe Sicherheit sowie einen festen Stand bieten. Idealerweise sind diese auch höhenverstellbar. Hammer Sport, Jump Sport, Hudora, Gympatec oder Fit Bounce Pro sind nur einige, die mittlerweile Trampoline mit im Programm haben.

Schlüchter

Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 06 / 2017