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Zalando reduziert Eigenmarkengeschäft

  • Astrid Schlüchter
  • Dienstag | 19. März 2019  |  12:09 Uhr
Zalando schlägt einen neuen Weg ein: Das Eigenmarkengeschäft wird zurückgestellt und dafür die Partnerschaft mit Marken gestärkt.

Während immer mehr Online-Versender oder sogar Discounter auf Eigenmarken setzen, überarbeitet Zalando nun sein Eigenmarkensortiment und will ab sofort eine komplementäre Sortimentsstrategie für Eigenmarken und Partnermarken verfolgen. Bis dato bündelte man unter dem Dach zLabels seine Eigenmarken. Jetzt soll das Geschäft innerhalb von zLables zum 1. April 2019 aufgelöst werden. Dazu Zalando Co-CEO David Schneider: „zLabels wurde 2010 gegründet, um Lücken im Sortiment zu füllen und unseren Kunden Produkte zur Verfügung zu stellen, die nicht von unseren Partnermarken angeboten wurden. In den vergangenen zehn Jahren ist unser Geschäft sowohl für Kunden als auch für Marken attraktiver geworden. Da wir unsere Plattformstrategie weiter vorantreiben und stetig neue Marken und Hersteller mit vertikalem Konzept integrieren, haben wir beschlossen, unser Sortiment – einschließlich unserer eigenen Marken – weiterzuentwickeln."

Zalando
Zalando-Vorstand (v.l.n.r.): Rubin Ritter, David Schneider und Robert Gentz
© Zalando

Grund für die Produktion von Eigenmarken wie Anna Field, Pier One, Kiomi oder Mint & Berry sei damals wohl die Tatsache gewesen, dass viele Hersteller kaum Angebote im Niedrigpreissegment angeboten hätten. Doch jetzt will man die Eigenmarken nicht nur nicht weiter ausbauen, sondern die Aktivitäten konsequent zurück fahren. Mit der Frühling/Sommer-Saison 2020 wird das neue Eigenmarken-Sortiment von Zalando innerhalb der Kategorie Bekleidung Mode-Basics abdecken. Die Kategorien Schuhe und Accessoires werden in einer angepassten Form fortgeführt. Die elf Eigenmarken werden vorerst beibehalten und zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der neuen Struktur überprüft. Durch die Bündelung des Eigenmarken- und Partnermarken-Sortiments innerhalb der Zalando SE wird der Großteil der 550 zLabels-Mitarbeiter in den Zalando Fashion Store wechseln oder vergleichbare Positionen innerhalb von Zalando angeboten bekommen.

„Diese Maßnahme ermöglicht es uns, unter einem Dach zu arbeiten und eine komplementäre strategische Ausrichtung für unser Sortiment zu verfolgen, das unsere Partnermarken weiter ergänzen wird. Dies entspricht unserer Ambition, The Starting Point for Fashion zu werden. Wir sind davon überzeugt, dass unsere starke Kundenorientierung und unsere Plattformstrategie der richtige Weg zum Erfolg sind”, so Schneider weiter.

Dennoch, durch die Reduzierung des Eigenmarkengeschäfts wird dem Unternehmen am Ende jede Menge Umsatz flöten gehen, noch vor zwei Jahren galten die Eigenmarken als Umsatztreiber. Wenn man noch dazu bedenkt, dass Zalando seine eigenen Kollektionen auch noch über Amazon und andere Online-Plattformen verkauft hat, könnte das weitere Einbussen mit sich bringen.

Astrid Schlüchter

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Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL