• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Voswinkel flüchtet unter einen Schutzschirm

  • Andreas Mayer
  • Mittwoch | 24. April 2019  |  16:56 Uhr
Gerüchte über große Probleme bei der Intersport-Tochter halten sich bereits länger. Jetzt gibt es Gewissheit: Das Unternehmen mit seinen insgesamt 74 Filialen in ganz Deutschland hat beim Amtsgericht Dortmund die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens beantragt.
neuer_name
Eine der insgesamt 74 Filialen in Deutschland: Intersport Voswinkel in Münster.
© www.intersport-voswinkel.de

Das Schutzschirmverfahren bietet im Gegensatz zum Insolvenzverfahren einem Unternehmen die Möglichkeit, sich - in enger Abstimmung mit den Gläubigern - bei laufendem Geschäftsbetrieb neu aufzustellen. Die Geschäftsführung bleibt also weiter voll handlungsfähig, ein Sachverwalter wacht lediglich über die Gläubigerinteressen.

Sport Voswinkel gehört seit 2003 zur Intersport. Damals übernahm die Heilbronner Genossenschaft den Filialisten von der Douglas Holding. Eigenen Angaben zufolge musste der Traditionshändler zuletzt einen erneuten Umsatzrückgang von rund fünf Prozent auf etwa 139 Mio. Euro hinnehmen. Medien sprechen von einem Verlust in Höhe von zehn Mio. Euro, auf der Jahreshauptversammlung von Intersport in Heilbronn munkelte man gar von 18 Mio. Euro. Zum weiteren Vorgehen hielt man sich seitens der Zentrale dort allerdings bedeckt.

"Der Geschäftsbetrieb bei Sport Voswinkel geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter", betont Voswinkel-Geschäftsführer Helge Mankowski nun erst einmal. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Juni gesichert, heißt es. "Bis dahin werden wir die Restrukturierung und die Sanierung von Sport Voswinkel vorantreiben", so der Manager gegenüber der Presse.

In welcher Form, mit wie vielen Filialen und ob mit oder ohne Hilfe aus Heilbronn, das bleibt bis auf Weiteres unklar.

Andreas Mayer

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur