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Umfrage im Schuhhandel: Corona bringt 35 Prozent Minus!

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 05. Mai 2020  |  10:55 Uhr
Die SABU hat ihre Händler sowohl zu den Umsätzen nach Wiedereröffnung der Läden als auch zu ihren Halbjahreserwartungen befragt.
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Die SABU hat über das Wochenende ihre Händler zu ihrer Umsatzentwicklung seit der Wiedereröffnung der Geschäfte befragt. Rund 120 Händler aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen an der Blitzumfrage teil, wobei Firmen aus Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen rd. 80% der Befragungsteilnehmer ausmachten. Rund 47% der Teilnehmer betreiben ihr Geschäft in Orten bis 10.000 Einwohnern, weitere 45% in Gemeinden zwischen 10 und 50.000 Einwohnern sowie 8% in Städten mit 50.000 Einwohnern und mehr. Dabei waren Verkaufsflächen mit unter 100 qm zu 15% repräsentiert, 100 bis 300 qm mit 61%, 300 bis 500 qm mit 15% und 9% der befragten Unternehmen stehen Verkaufsflächen zwischen 500 und 800 qm zur Verfügung. Alle Geschäfte, die an der Befragung teilgenommen haben, haben zwischen 20.04. und 27.04. wiedereröffnet.

Der Gesamtumsatz in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung lag bei 51% der befragten SABU-Anschlusshäuser unter bzw. deutlich unter dem Vorjahr, bei 13% auf Vorjahresniveau und lediglich bei 36% der Unternehmen konnten Umsätze über dem Vorjahr melden. Dabei schnitt das Geschäft mit Kinderschuhen im Durchschnitt noch am besten ab, es lag insgesamt nur leicht unter dem Vorjahr. Damenschuhe liegen deutlich zurück und der Umsatz mit Herrenschuhen ist katastrophal eingebrochen. In dieser Sparte schätzen die SABU-Händler die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2020 zu 95% deutlich unter den Vorjahresumsätzen ein.

Die Heilbronner Verbundgruppe fragte auch die zukünftigen Umsatzerwartungen auf Basis der ersten Verkaufstage ab. Die befragten SABU-Anschlusshäuser gaben an, dass sie mit einem aufgelaufenen Umsatz für das erste Halbjahr 2020 rechnen, der rd. 35% unter dem des Halbjahrs 2019 liegt. Für das Gesamtjahr 2020 wird mit einem Minus von rd. 25% gerechnet.

"Aktuell müssen wir leider feststellen, dass aufgrund des eher schlechten Konsumklimas die erhofften Nachhol-Käufe im Schuhhandel weitgehend ausgeblieben sind", resümiert SABU-Geschäftsführer Stephan Krug. "Durch die Zeit des „Shut Down“ sind wichtige Umsätze unwiederbringlich verloren gegangen. Die zum Teil dramatischen Umsatzeinbrüche werden den Strukturwandel im Schuhhandel weiter beschleunigen. Die Schlussfolgerung, dass sich diese Umsätze hin zu den Online-Anbietern verlagert haben, stimmt nur teilweise."

Soforthilfe-Monitor

Mitte April untersuchte die SABU auch, inwieweit ihre angeschlossenen Häuser Fördermittel beantragt haben, ob sie bereits genehmigt und wann sie tatsächlich ausgezahlt wurden. Das Ergebnis: Während 80 Prozent der befragten Händler die Soforthilfe des Bundes beantragt hatten – und 57 Prozent davon sie auch bereits erhielten – erinnert die Bilanz bei den KfW-Krediten eher an einen alten Diesel, dem jetzt, als es drauf ankam, auch noch das Öl ausgegangen ist. Nur 20 Prozent wagten überhaupt den Gang zum Banker ihres Vertrauens, nur 33 Prozent davon konnten den Kredit tatsächlich beantragen und nur 10 Prozent haben die Mittel zwischenzeitlich erhalten!

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur