• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Trotz Corona: Schweizer Händler sehr optimistisch

  • Andreas Mayer
  • Donnerstag | 23. Juli 2020  |  09:31 Uhr
Der Verband Sportfachhandel Schweiz (ASMAS) veröffentlicht aktuelle Marktzahlen für 2019 und wagt auch schon einen Ausblick auf 2020.
neuer_name

Der Schweizer Sportmarkt (ohne Bike) hat sich 2019 mit einem Plus von 1,4 Prozent leicht positiv entwickelt. Hier trug noch der Wintersport (im Q1, aber auch Q4 2019) maßgeblich zum guten Resultat bei, waren doch die jeweiligen Vorjahresperioden sehr schwach. Alle Bereiche (Hartware, Schuhe bis zu Textil) haben davon profitiert.

Der Sommer-Ganzjahressport hingegen war 2019 jedoch unter Vorjahresniveau (2018). Ausgeblieben sind vor allem die Umsätze aus der Fussball-WM, die den Textilumsatz nachhaltig negativ beeinflussten. Auch Wassersport und Badebekleidung blieb unter dem Niveau des Vorjahres, während sich Running und Outdoor steigern konnten.

Onlinehandel nicht überall

Omnichanneling bleibt wichtig: Der Onlinehandel stieg 2019 um rund 25 Prozent. Dieser liegt bei rund 15 Prozent Marktanteil. Interessanterweise liegen jedoch zwei der drei beliebtesten Sportarten in der Schweiz klar unter diesem Wert: Nur 10 Prozent der Wanderer und 11 Prozent der Biker kaufen ihre Sportartikel online. Der Rest bevorzugt den stationären Handel.

"Wanderschuhe, Tourenrucksäcke oder Bikes erfordern wie die Mehrheit der Wander- und Bike-Artikel viel Beratung. Das ist ein Plus für den stationären Handel", sagt Peter Bruggmann, Präsident des Verbandes Sportfachhandels Schweiz, ASMAS. "Das wird auch in Zukunft so bleiben. Insbesondere dann, wenn die Fachhändler es schaffen, ihre Kunden mit Zusatzdienstleistungen wie Testtagen oder Routentipps zu versorgen."

Ausblick 2020

Ins (Corona-)Jahr 2020 ist der Sportmarkt in der Schweiz eher schwach ins gestartet. Der Winter blieb in Q1 weit unter den hohen Umsätzen im Vorjahr. Und dann kam noch Corona hinzu: Bis Ende April lagen die Umsätze knapp 30 Prozent unter dem Vorjahr. Ohne die Onlineumsätze, die sich verdoppelten, sähe das Resultat noch um einiges schlimmer aus. Sich positiv ausgewirkt hat auch, dass – außer für Onlineprodukte – keine Umsätze ins Ausland flossen.

Nach der Öffnung am 11. Mai explodierten aber die Umsätze und stiegen im Mai 20 (zu Mai 19) um 50 Prozent! Eine Umfrage unter ASMAS-Mitgliedern hat ergeben, dass vom 11. Mai bis zum 7. Juni über die Hälfte der Geschäfte ihren Umsatz um 20 Prozent oder mehr gesteigert haben, vor allem mit Schuhen, aber auch mit Hartware und Textil.

Für die Sommermonate sind die Sporthändler sehr positiv gestimmt: 61 Prozent erwarten eine positive bis sehr positive Umsatzentwicklung. Geschäfte in Berg- und Tourismusorten sind leicht kritischer (55%) als Flachlandgeschäfte (68%). Insgesamt glauben nur 7 Prozent an einen Umsatzrückgang.

„Die Vorgaben sind je nach Sortimentsstruktur des Geschäfts unterschiedlich. So leiden Sportgeschäfte, welche sich stark im Team- und Vereinssport engagieren deutlich mehr als Geschäfte, welche sich auf Outdoor, Running und Bike fokussieren. Auch Tourismusgebiete leiden unter Umsatzeinbussen, da die ausbleibenden Gäste fehlen. Schweizer Gäste kommen in der Regel bereits sehr gut ausgerüstet in die Feriendestinationen in der Schweiz“, sagt Peter Bruggmann. Zusammengefasst und unter der Prämisse keines zweiten Lockdowns könne man die Prognose wagen, dass der klassische Sporthandel 2020 mit einem geschätzten Umsatzrückgang von rund 10% noch mit einem blauen Auge davonkommen könnte.

Andreas Mayer

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur