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Shutdown: Angebote für Händler

  • Andreas Mayer
  • Donnerstag | 26. März 2020  |  13:50 Uhr
Was viele befürchtet haben, ist seit vergangener Woche Realität: Sportfachhändler müssen ihre Geschäfte schließen. Wie lange, ist nicht abzusehen. Welche Hilfen gibt es seitens der Verbundgruppen, welche Möglichkeiten bieten Plattformen und andere Händlerorganisationen?
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Stand: 26. März 2020

Intersport Deutschland

Intersport Deutschland unterstützt mit einer Online Kampagne mehr als 400 regionale Intersport-Händler und ermöglicht so Bestellungen trotz geschlossener Geschäfte. Die Plattform „intersport.de“ erweise sich gerade jetzt als "einzigartiger USP", bei einem regionalen deutschen Händler und dennoch online einzukaufen, glaubt Chief Digitial Officer Carsten Schmitz. „Wir bieten mit unserer Plattform intersport.de aber nicht nur die Produkte, die man jetzt gerne zu Hause hat, wir haben viel an Beratung, an Tipps und an zusätzlichen Features, damit unsere Kunden auch hier unser Qualitätsversprechen spüren. Bei geschlossenen Geschäften ist dies aktuell die einzige Verkaufschance für unsere Händler. Online kaufen auf intersport.de heißt lokal kaufen bei Unternehmern in Deutschland.“

Neben einem sehr hohen Anstieg von Besucherzahlen verzeichne Intersport auch eine Verdreifachung der Bestellungen, so Schmitz weiter. "Wir rechnen damit, dass es auf dem weit überdurchschnittlichen Niveau weiter gehen wird." Die deutlichsten Zuwachsraten lägen dabei bei Fitness-Artikeln wie Therabändern, Hanteln, Black Rolls oder Zugbändern. "Aber auch alles, was den Kids die schulfreie Zeit verkürzen kann, steht hoch im Trend: von Badminton Sets bis hin zu Basketballkörben oder Trampolins für den Garten."

Sport Import

Jedes Business, was draußen an der Fachhandelsfront gemacht werden kann, sollte gemacht werden, rät der norddeutsche Bike-Großhändler Sport Import. „Wir liefern!“ lautet die Devise: Gehen Bestellungen beim Fachhändler per Telefon oder Mail ein, verschickt der Großhändler Sport Import Ersatz- und Verschleißteile, Zubehör sowie Bauteile all seiner Marken auf Wunsch auch direkt an die Kundschaft des Fachhändlers. Die technischen und logistischen Maßnahmen wurden geschaffen und sind im B2B Online Portal des Grossisten hinterlegt. Ein Informationsaushang über DSP für das Schaufenster oder Eingangstür steht zum Download bereit.

SABU

Die Schuhverbundgruppe SABU forciert auf sabu.de die Nutzung der „Click & Reserve“-Funktion. Damit solle gezeigt werden, dass jeder SABU-Händler der Nahversorger für Schuhe vor Ort „ist und bleibt“. Die Verbundgruppe unterstütze Mitglieder aktiv darin, deren Stammkundenshop mit dem „Digitalen Schaufenster“ professionell über die verschiedenen Online-Marketing-Kanäle zu kommunizieren. Zudem wolle man die Händler bei der Anbindung an die bekannten Online-Marktplätze unterstützen und entwickele „Maßnahmenpakete für eine möglichst schnelle Aufnahme des E-Commerce“. Schließlich sei das Schulungsprogramm „SABU Academy“ auf die aktuelle Situation ausgerichtet und angepasst worden. Online-Seminare wurden kurzfristig vorverlegt, andere neu entwickelt werden, „wie z.B. Webinare rund um moderne Kommunikationskanäle, Online-Business und Kundenbindung.

ANWR/Sport 2000

Zu den Sofort-Maßnahmen der ANWR gehört die Erhöhung der Saisonlinie gemeinsam mit der DZB Bank. Man befinde sich zudem in Verhandlungen mit allen Industriepartnern hinsichtlich der Gewährung einer größtmöglichen Valutierung für aktuell vorliegende Rechnungen. Die Lieferanten wurden darüber hinaus gebeten, die kurzfristig anstehenden Lieferungen an die Handelspartner einzustellen bzw. diese nur noch auf individuellen Abruf zu veranlassen. Der Großhandel von ANWR Schuh und von der Sport 2000 werde offene Rechnungen mit 90 Tagen valutieren und bis auf weiteres keine Ware mehr ausliefern. Zudem werde man zusätzlich zur Unterstützung der E-Commerce-Umsätze in das SEO-Marketing für schuhe.de investieren. Die Plattform www.sport2000.com soll wie geplant in Kürze an den Start. Die konkreten Maßnahmen sollen bei Bedarf ergänzt bzw. bedarfsgerecht angepasst werden. Man werde die Handelspartner über sämtliche Unterstützungsmöglichkeiten der ANWR Gruppe und auch staatlicher Einrichtungen beispielsweise über die Händlerportale und Newsletter der einzelnen Gesellschaften informieren.

Sportmarken24

Jeder Händler, der dies benötigt, erhält für den Zeitraum von zwei Monaten ein zinsloses Darlehen in Höhe des Auszahlungsbetrags des letzten Monats. Dies soll dazu beitragen, dass die Händler in dieser finanziell schweren Phase nicht unverschuldet in die Insolvenz laufen. Zusätzlich bietet Sportmarken24 allen bisher noch nicht angeschlossenen Händlern die Möglichkeit, über ein Schnellverfahren angebunden zu werden. So können sie, während die stationären Umsätze aufgrund der aktuellen Notlage komplett ausbleiben, zumindest Onlineumsätze erzielen. Das Schnellverfahren dauert bei Händlern mit einer gängigen Warenwirtschaft ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterschrift 2-3 Tage und geht damit im Vergleich zu den sonst üblichen 2-4 Wochen deutlich schneller.

GMS-Verbund/SportXtreme

Die GMS bietet Unterstützung bei Fragen der Beantragung von Kurzarbeitergeld, bei der Finanzierung, bei vorübergehenden Kostensenkungsmaßnahmen und allen weiteren nötigen Maßnahmen, um die Folgen der Epidemie abzufedern. Zudem wurden alle Mitarbeiter ausschließlich für die Betreuung der Kunden in allen Fragen rund um die Epidemie abgestellt. Im Fokus stehen folgende Felder, in denen GMS gemeinsam mit den Fachhändlern, der jeweiligen regionalen Situation angemessen, tätig werden können und diesen sehr kurzfristig bei der Umsetzung zu helfen: Unterstützung bei der Nutzung der Maßnahmen die jetzt vom Staat bereitgestellt werden, Kostenreduktionen definieren und konsequent umsetzen, Mietkürzungen durchsetzen, Kurzarbeitergeld beantragen, Finanzierung, Überbrückungsdarlehen, KfW prüfen und beantragen.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur