• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Schweizer Outdoormarkt dampft zusammen

  • Andreas Mayer
  • Freitag | 18. September 2015  |  17:03 Uhr
Der Outdoormarkt in der Schweiz gerät unter Druck. Nach Ansicht des schweizeirischen Marktforschungsinstituts GfK (Hergiswil) gibt es in diesem Jahr kaun Hoffnung auf Wachstum.

Das merken bereits Handel und Hersteller: Mammut schreibt überraschend im ersten Halbjahr roten Zahlen und Migros dampft seine Erwartungen in Sachen Outdoor ein.

Grid
Schweizer Outdoormarkt unter Druck
© Grid

Die Gründe für den Dämpfer in der mit zweistelligem Wachstum verwöhnten Branche liegen auf der Hand: Seit Anfang des Jahres ein wachsender Einkaufstourismus, in der Folge gesenkte Preise bei Herstellern und Händlern in der Schweiz, aber auch Marktsättigung allgemein und vor allem zu viele Verkaufsstellen zwischen Basel und Lugano. Branchenanalyst Kurt Meister (GfK) schätzt die Chance, dass der Markt dieses Jahr wächst, eher als "unrealistisch" ein. Der gesamte Schweizer Einzelhandel brach in den ersten sechs Monaten nach GfK-Angaben um 1,9 Prozent ein, alleine der Non-Food-Handel um 3,2 Prozent und davon der Freizeit-Bereich sogar um 4,9 Prozent.

Diese Entwicklung plus währungsbedingter Umsatzrückgänge führt beim Schweizer Vorzeigeunternehmen Mammut zu einem Umsatzrückgang von 4 Prozent in den ersten sechs Monaten dieses Jahres und einem Minus beim Ebit von 6 Prozent. Jetzt soll kräftig gespart werden, angeblich werden Projekte zurückgestellt und Personal nur noch "restriktiv" eingestellt. Marktkenner erwarten außerdem, dass Mammut nun seinen Onlineshop- sowie die Monobrand-Store-Aktivitäten verstärken wird. Auch der größte Schweizer Einzelhändler Migros spürt den nachlassenden Wachstumsschub in Sachen Outdoor. Man werde zwar voraussichtlich ein weiteres Umsatzwachstum erzielen (weil die Preise in den Läden "massiv" gesenkt wurden), doch die Expansionspläne der eigenen neuen Geschäfte unter der Marke "Outdoor by Sport XX" (derzeit existieren davon fünf eigenständige Läden) werden stark zurückgeschraubt. Die ursprünglich bis zu 20 geplanten eigenständigen Outdoor-Shops wird es nicht geben. Offiziell verlautet bei der Migros, man habe nicht genügend "hochfrequentierte und bezahlbare Flächen" gefunden. Hinter vorgehaltener Hand wissen die SportXX-Strategen natürlich auch, dass sich der Outdoor-Markt in "einer Umbruchphase" befindet. Künftig also soll Outdoor in maximal der Hälfte der bestehenden 50 SportXX-Läden als Shop-in-Shop-Lösung integriert werden - ab diesem Herbst zunächst noch an acht Standorten. In drei SportXX-Läden gibt es bereits solche Outdoor-Shops.

Nicolas Kellner

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur