• sportFACHHANDEL – Das Insider-Magazin mit News · Fakten · Hintergründen

Schweiz: Öffnungspläne "inakzeptabel"

  • Andreas Mayer
  • Montag | 20. April 2020  |  17:50 Uhr
Der Verband Sportfachhandel Schweiz (ASMAS) bezeichnet die vom Bundesrat vorgestellten "Exit-Pläne" als "Schlag ins Gesicht des KMU-Detailhandels".
neuer_name

Vor allem die eklatante Ungleichbehandlung innerhalb des Detailhandels selbst – der KMU-Detailhandel bleibt geschlossen aber die Großverteiler dürfen das gesamte Sortiment verkaufen – stößt bei den Mitgliedern des Verband Sportfachhandel Schweiz, ASMAS, auf großes Unverständnis: "Die Enttäuschung und Fassungslosigkeit bei den KMU’s im Sport-Detailhandel ist spürbar", erklärt der Verband. "Wir haben mit dem selbst erarbeiteten Konzept des «ReStart» aufgezeigt, wie unsere Mitglieder die Öffnung gesundheitspolitisch korrekt umsetzen können. Dabei legen wir großen Wert auf die Gesundheit der Mitarbeitenden sowie der Kundinnen und Kunden. Dass einige Handelsbetriebe, namentlich die Großverteiler Migros und Coop, während des vergangenen Monats geöffnet blieben, zeigte bereits, dass es möglich ist, entsprechende Konzepte im Detailhandel umzusetzen."

Die Öffnung der Großverteiler belege aber auch etwas anderes: "Der KMU-Detailhandel ist schon während der Lockdown-Phase bis zum 26. April massiv diskriminiert worden. Der Bundesrat hat den Großverteilern zwar verboten, nicht-lebensnotwendige Güter zu verkaufen. Umgesetzt hat der Bundesrat seine eigene Weisung nie." Auch Interventionen seitens des Verbandes seien vom SECO mit Standardmails beantwortet und die Verantwortung auf die Kantone abgeschoben worden. "Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch taxierte die Ungleichbehandlung sogar als eine Lappalie."

Mit seinem Entscheid, die Sortimentsbeschränkungen aufzuheben, habe der Bundesrat die Diskriminierung der KMU-Händlerinnen und Händler sowie ihrer Mitarbeitenden und ihrer Kundschaft offiziell gemacht, schlussfolgert der Verband Schweizer Sportfachhandel. Der Entscheid des Bundesrates entbehre dabei jeglicher Logik: "In der Pressekonferenz am Freitag wurde gesagt, das Schutzkonzept der Branche ermögliche den Coiffeuren zu öffnen. Als der Bundesrat gefragt wurde, warum andere Branchen, die ein Konzept erarbeitet haben, nicht öffnen können, lautete die Antwort, die Konzepte seien nicht relevant. Das kann niemand verstehen!"

Seit dem Entscheid laufen in der Verbandszentrale die Drähte heiß: "Unsere Verbandsmitglieder sind ob des Entscheides des Bundesrates fassungslos, aufgebracht und fürchten um Entlassungen und ihre Existenz", so Peter Bruggmann, Präsident der ASMAS Sportfachhandel Schweiz

Andreas Mayer

linkedin
Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur