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"Rabatte sind kein Frequenztreiber"

  • Andreas Mayer
  • Freitag | 24. April 2020  |  11:08 Uhr
Lieferdienste, Video-Beratung, Einzeltermine – der Sportfachhandel zeigte sich quer durch die Republik kreativ im Corona-Shutdown. Dennoch geht nichts über ein (wieder-)geöffnetes Ladengeschäft, wie eine Blitz-Umfrage von sportFACHHANDEL am Ende der ersten Woche nach Lockerung der Beschränkungen zeigt.
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Runningprodukte, Inlineskates & Co. laufen, Teamsport ist (weiterhin) tot – so könnte ein erstes Fazit der ersten Verkaufswoche nach Lockerung der Corona-Beschränkungen lauten. Kein Wunder: Einzelsportarten durften schließlich auch während der Krise ausgeübt werden, während Fußball & Co. bis in den untersten Amateurbereich weiterhin verboten sind.

Auch Outdoor-Produkte wurden nachgefragt, wobei auch hier noch lange nicht wieder alles so ist, wie es einmal war. "Die ersten Tage war es relativ voll, doch dann sank die Frequenz auch wieder genauso schnell, wie sie hoch geschnellt war", so ein Händler aus NRW. "Die Leute kaufen nach Bedarf, der sich aufgestaut hat".

Deswegen sehen Beobachter auch aktuell keinen Anlass für Rabatte. "Rabatte sind kein Frequenztreiber", analysiert ein Insider – auch mit Verweis auf Kollegen, bei denen trotz Rotstift-Aktionen nicht unbedingt mehr los war.

Das deckt sich mit Einschätzungen des Handelsverband Deutschland (HDE) , die die Frequenz in den Innenstädten in der Woche Eins nach dem Shutdown analysiert hat: "Die Erlöse bleiben weit hinter den Vorjahreswerten zurück. Trotz Öffnung wird durchschnittlich nur 40 Prozent des normalen Geschäftsvolumens erreicht."

Nach der Schockstarre durch den verordneten Shutdown ging es bei allen Händlern erst mal darum, die Liquidität zu sichern. Insbesondere die kleinen Händler stießen bei ihrer Hausbank aber sehr oft auf nicht vorhersehbaren Widerstand. Die Angebote von Lieferanten, Ware nicht auszuliefern, Stundungsmöglichkeiten bzw. verlängerte Valuta entpuppten sich als deutlich hilfreicher und praxisnäher für viele Händler.

"Aber es bleibt dabei: Wir hatten mehrere Wochen lang kaum Umsatz, das ist durch nichts wieder reinzuholen", so das nüchterne Fazit. Und vor allem eine Sorge bleibt: "Was, wenn die Valuten ablaufen, wenn die gestundete Ware bezahlt werden muss?"

Spätestens dann ist klar, dass die Krise noch lange nicht zu Ende ist!

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

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