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Österreich: Den Eybl-Mitarbeitern reicht's

  • Hildegard Suntinger
  • Dienstag | 09. September 2014  |  20:36 Uhr
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Der Betriebsrat der Sport Eybl & Sports Experts AG (EAG) beklagt in einem APA-Interview die restriktive Informationspolitik des neuen Eigentümers Sports Direct International (SDI) und setzt der neuen Geschäftsführung ein Ultimatum.

Die Unsicherheit unter den zirka 2.000 Mitarbeitern ist groß. Die 53 Filialen des einstigen Marktführers werden derzeit nach SDI-Vorgaben umgebaut. SDI habe zwar versprochen, den Umbau ohne Kündigungen zu vollziehen, aber schon im vergangenen Jahr wurden zwei Filialen geschlossen und im laufenden Jahr rechnen die Mitarbeiter mit zwei weiteren Schließungen.

Hinzu kommt, dass ehemalige Fachberater Gefahr laufen, im Diskonterkonzept zu Regalbetreuern zu werden. Und durch die Zentralisierung des Einkaufs in Shirebrook blicken auch Mitarbeiter in der Welser Verwaltung in eine ungewisse Zukunft.

Die Zentralbetriebsräte Claudia Swoboda und Manfred Nemeth haben der Geschäftsführung ein Ultimatum bis zum 15. September gestellt. Sie fordern Sozialpläne und Betriebsvereinbarungen. Sollte es bis dahin keine Lösungsvorschläge geben, werde mit der Gewerkschaft der Gerichtsweg über die Schlichtungsstelle beschritten.

Protest gibt es auch hinsichtlich der neuen Kleiderordnung. Die Zentrale in Shirebrook unterscheidet in Hosen für Manager und Hosen für Mitarbeiter. Letztere haben keine Taschen. Mitarbeiter werden damit unter Generalverdacht gestellt, findet der Betriebsrat.

Der neue Geschäftsführer Thomas Bittermann wurde zwar bisher nicht offiziell bestätigt, im Zuge der Mitarbeiterunruhen jetzt aber in die Öffentlichkeit gezwungen. Zu eventuellen Schließungen äußert er sich nicht. Zum Thema Kleiderordnung merkt er an, dass der Durchsetzung die Einwilligung des Betriebsrats vorauszugehen habe. su

Autor: Hildegard Suntinger