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Kommt die Deutsche Warenhaus AG doch?

  • Marcel Rotzoll
  • Donnerstag | 05. Juli 2018  |  13:10 Uhr
Signa und HBC haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Teil des gemeinsamen Unternehmens soll neben Karstadt und Kaufhof auch Karstadt Sports sein.

Wie zuerst die Wirtschaftswoche berichtete haben der kanadische Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) und Signa eine „knapp 200 Seiten lange“ Absichtserklärung zur „Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft“ unterschrieben, wonach Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport in ein Joint Venture eingebracht werden sollen. Signa solle demnach über die Hälfte der Anteile an dem Joint Venture halten und das operative Geschäft führen. Verwaltung und Einkauf sollen zusammengelegt und Arbeitsplätze abgebaut werden. Stammsitz des neuen Unternehmens solle Köln oder eine andere Stadt in Nordrhein-Westfalen werden. Essen, wo Karstadt beheimatet ist, solle als Unternehmensstandort wegfallen. Zudem werde sich Signa mit je 50 Prozent an zwei Immobilienpaketen beteiligen.

Kaufhof gehört seit Ende 2015 zu dem nordamerikanischen Konzern HBC, der die Warenhauskette für 2,8 Milliarden Euro von der Metro übernommen hatte. Im Geschäftsjahr 2016/17, für das letztmals separate Zahlen vorliegen, erwirtschafte Kaufhof rund 2,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen verfügt derzeit über 96 Warenhäuser in Deutschland. Karstadt verfügt über 82 Filialen. Im Geschäftsjahr 2016/17 wurden 1,9 Milliarden Euro umgesetzt. Karstadt Sports kommt derzeit auf 28 Filialen. Durch das geplante Joint Venture stünden 15 Filialen vor dem Aus. Während Karstadt dem Vernehmen nach zuletzt einen leichten Überschuss erwirtschaften konnte, steckt Kaufhof seit der Übernahme durch HBC in der Krise und musste zuletzt deutliche Verluste hinnehmen. René Benko und seine Signa hatten sich bereits mehrfach um Kaufhof bemüht, waren jedoch immer wieder mit ihren Übernahmeplänen am Unwillen der Kaufhof-Eigner, zuerst der Metro, später HBC, gescheitert. Nun als könnte der Zusammenschluss doch noch gelingen.

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Auch Karstadt Sports soll zu dem Joint Venture zwischen Signa und HBC gehören.
© sFH

Sowohl Kaufhof als auch Karstadt verfügen über Sport-Sortimente. Gemeinsam mit Karstadt Sports entsteht so eine relative große Nachfragemacht. Im Januar hatten Intersport und die Signa Sports Group, in der neben Karstadt Sports beispielsweise auch Outfitter, Internetstores oder Tennis-Point zusammengeschlossen sind, eine strategische Partnerschaft in Bezug auf Einkauf und Beschaffung verkündet. Karstadt Sports wird bereits über die Intersport zentralreguliert. Das nun angestrebte Joint Venture dürfte demnach auch Auswirkungen auf die Partnerschaft zwischen der Signa Sports Group und der Intersport haben.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL