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Kommentar: Kälteuniform. Brauchen wir noch Daune & Pelz?

  • Astrid Schlüchter
  • Sonntag | 28. Januar 2018  |  15:09 Uhr
Gerade die jungen Fashionistas scheint es häufig nicht zu interessieren, woher die wärmenden Materialien im Winter stammen. sportFACHHANDEL-Redakteurin Astrid Schlüchter fragt sich, warum es überhaupt noch tierische Materialen braucht.
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Astrid Schlüchter, Redakteurin sportFACHHANDEL

Wenn es in München kalt wird, gibt es ein Phänomen, das sich schlagartig auszubreiten droht. Kaum sinken nämlich vor Ort die Temperaturen, hüllt sich die bayerische Metropole in ihre Winter-Uniform. Dicke Parkas mit Gänsedaunen und Pelzkragen, dazu am besten Ugg-Boots und Strickmützen mit Fellbommel. In München, der "nördlichsten Stadt Italiens", würde man sonst wahrscheinlich jämmerlich erfrieren.

Doch auch in anderen Städten sind die dicken Daunenjacken und Parkas zeitgleich mit den kalten Temperaturen auf den Straßen omnipräsent. Unverzichtbares Accessoire: fellbestückte Kapuzen. Ob sie aus Kunstpelz sind oder von einem Tier, wollen offenbar viele Kunden nicht wissen. Insbesondere junge Modefreaks scheren sich in keiner Weise darum, woher der Kragen eigentlich stammt.

Dabei ist es für Hersteller sogar oft billiger, echte Tiere zu verarbeiten. Und oft sind Produkte falsch gekennzeichnet, sodass sich nicht auf den ersten Blick erkennen lässt, ob Mützenbommel, Kragen oder Stiefelbesätze aus Nerzen, Füchsen, Kaninchen, Hunden oder Katzen bestehen.

Leider scheint sich dieses Phänomen auch in den kommenden Wintern weiter durchzusetzen. Dagegen hilft nur Aufklärung. Laut PETA tragen zumindest immer mehr Szene-Clubs ihren Teil dazu bei, indem sie Besuchern mit Pelz den Eintritt verweigern. Das Backstage in München, der Hiltl Club in Zürich und die Olivia Jones Bar in Hamburg gehen beispielsweise schon vorbildlich voran. Und auch andere Clubs können ganz einfach nachziehen, indem sie Türsteher oder Garderobenpersonal schulen, Pelz zu erkennen und nicht in den Laden zu lassen.

Mir stellt sich dabei eigentlich nur eine Frage: Brauchen wir in unseren Breitengraden überhaupt noch Echtpelz und Gänsedaune? Es gibt inzwischen sinnvolle, funktionelle Alternativen, die ebenso warmhalten, vor Kälte schützen und uns dabei auch noch richtig gut aussehen lassen. Dann müssen Tiere endlich nicht mehr für Mode sterben und gequält werden.

Astrid Schlüchter

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Autor: Astrid Schlüchter

Redaktion Süd sportFACHHANDEL

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Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 02 / 2018