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Kommentar: Abwrackprämie für Laufschuhe, jetzt!

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 05. Mai 2020  |  12:42 Uhr
Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Am heutigen Dienstag buhlt tatsächlich auch noch die milliardenschwere Autoindustrie um (erneute!) staatliche Hilfen. Und der Sport? Keine Lobby, keine Hilfe ...

Während die Bundesregierung für weite Teile der Bevölkerung in der Corona-Krise einen guten Job macht, sieht der Handel manches anders: Zu bürokratisch waren selbst gut gemeinte „Soforthilfen“ in den vergangenen Wochen, zu weltfremd eilig aufgelegte Kreditprogramme und viel zu willkürlich die Regeln, nach denen Läden wieder geöffnet werden dürfen nach einem „Shutdown“, der quasi über Nacht Existenzen aufs Spiel gesetzt hat.

Und jetzt? Jetzt fordern nicht nur Gaststättenbetreiber und Hoteliers Mehrwertsteuersenkungen, sondern jede Branche ihr eigenes Konjunkturprogramm für die Zeit „danach“ – bis hin zur Autoindustrie, die sich – wir ahnen es alle – mit Sicherheit erneut auf staatliche Unterstützung verlassen kann.

Weltweit betonen Wissenschaftler und Gesundheitspolitiker stets, wie wichtig Sport und Bewegung für die Menschen ist. Wie gravierend die Folgen für unsere gesamte Gesellschaft sind, wenn Millionen Kinder und Jugendliche zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen und zu wenig Sport treiben.

Wo bleibt sie also, die Mehrwertsteuersenkung auf Sportartikel? Wo die „Abwrackprämie“ für alte Laufschuhe? Wo die staatliche Förderung von Lauf-Communities?

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Ein „Sportministerium“ gibt es nicht in Deutschland. Das Thema ist nur eines von vielen im großen Innenministeriums, das seit Neuestem ja auch noch für Bau und für die Heimat zuständig ist. Den Bundesverband der Deutschen Sportartikelindustrie (BSI) kennt niemand außerhalb seiner kleinen Büroetage im beschaulichen Bonn. Der Verband Deutscher Sportfachhandel (vds) ist zu klein, der Handelsverband Deutschland (HDE) hat andere Interessen.

Wenn überhaupt könnten die großen Sportriesen Adidas, Nike oder Puma erfolgreich Lobbyarbeit betreiben. Das haben sie bekanntermaßen ja auch getan – leider nur nicht unbedingt im gemeinschaftlichen Interesse ...

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur