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Kartellamt segnet Warenhaus AG ab, Bedenken wegen Intersport bleiben

  • Marcel Rotzoll
  • Freitag | 09. November 2018  |  10:27 Uhr
Die Fusion zwischen Karstadt und Kaufhof wurde vom Bundeskartellamt freigegeben. Es gibt aber eine bedeutende Einschränkung: Die Einkaufskooperation mit der Intersport könnte noch genauer untersucht werden!

Noch innerhalb der einmonatigen ersten Phase konnte das Bundeskartellamt Vollzug melden: Die Fusion von Karstadt und Kaufhof wurde grundsätzlich von der Behörde freigegeben.

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Unter besonderer Beobachtung: Durch die Einkaufskooperation mit Intersport bleibt das Sport-Sortiment der neuen Warenhaus AG im Fokus des Bundeskartellamts.
© Karstadt Sports

Das Bundeskartellamt habe im Rahmen der Ermittlungen rund hundert Handelsunternehmen und Lieferanten befragt, „darunter die größten Online-Händler und stationären Händler in Deutschland“. Es habe „weder aus der Perspektive der Verbraucher, noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten durchschlagende wettbewerbliche Bedenken“ gegeben, erläutert Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts.

Das Ergebnis: Beide Konzerne würden „selbst bei isolierter Betrachtung des rein stationären Handels nur in einzelnen Warengruppen und Regionen Marktanteile von mehr als 25 Prozent erzielen“, weshalb der Fusion grundsätzlich zuzustimmen sei. Verbraucher hätten jederzeit die Möglichkeit einer stationären Einkaufsalternative oder sie könnten auf den Online-Handel ausweichen, der eine „wichtige Einkaufsalternative“ darstelle.

Nach wie vor Bedenken innerhalb der Sportbranche

Weil einige Hersteller die Befürchtung geäußert hätten, dass das neue Unternehmen nun Konditionenverbesserungen fordern könnte, wolle das Kartellamt dessen zukünftiges Verhalten „im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zum sogenannten Anzapfverbot beobachten“. Diese Bedenken gab und gibt es insbesondere auch in der Sportbranche. Hinzu kommt hier, dass Karstadt seit Jahresbeginn die Sportsortimente über die Intersport zentralreguliert. Aufgrund der Fusion, das erkennt auch das Bundeskartellamt, käme hier nun auch das Einkaufsvolumen von Kaufhof hinzu. Man behalte sich vor, „diese Einkaufskooperation im Nachgang zu der Fusion genauer zu prüfen“.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL