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Karstadt wird filetiert

  • Nicolas Kellner
  • Montag | 26. Januar 2015  |  17:15 Uhr
Also doch: Karstadt wird filetiert. Besitz von Immobilien und Warenhäusern wird aufgeteilt, zwei Karstadt-Sporthäuser wurden offenbar letzte Woche heimlich verkauft.

Knapp vier Monate nach dem spektakulären Verkauf der Karstadt Warenhäuser (inklusive der Sporthäuser) von Finanz-Investor Nicolas Berggruen (Paris) an den Immobilien-Magnaten René Benko (Wien) für 1 Euro wird jetzt aufgeteilt. Benkos langjähriger Geschäftspartner Beny Steinmetz erhält die einst gemeinsam erworbenen Karstadt-Immobilien, der österreichische Immobilien-Investor selber übernimmt dafür die drei führenden Warenhäuser von Karstadt in Berlin, Hamburg und München (KaDeWe, Oberpollinger, Alsterhaus), sowie ein weiteres Karstadthaus in der Stuttgarter City und das Karstadt-Warenhaus am Kurfürstendamm in Berlin (ehemals Wertheim). Diese Häuser gehen in Benkos Gesellschaft Signa Prime über. Der israelische Diamantenhändler Steinmetz nennt ab sofort 20 Karstadt-Immobilien komplett sein eigen (die restlichen Karstadt-Immobilien gehören Banken und Versicherungen). Zwischen Benkos Warenhäusern und Steinmetz` Immobilien sollen vorher langjährige Mietverträge abgeschlossen worden sein. Bis dahin hatten Benko und Steinmetz die milliardenschweren Immobilien in einer gemeinsamen Kaufhaus Holding in Luxemburg geparkt.

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Zwei der 28 Karstadt-Sporthäuser wurden letzte Woche heimlich verkauft
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Signa Retail wiederum, der operative Arme des Benko-Firmengeflechts, betreibt ab sofort das operative Geschäft der so genannten Premium-Kaufhäuser, der knapp 80 restlichen Karstadt-Warenhäuser bundesweit sowie der Karstadt-Sporthäuser. Zwei der Sporthäuser wurden nach Informationen von sportFACHHANDEL jedoch ohne viel Federlesens und Öffentlichkeit bereits verkauft: eins in Hamburg an der Mönckebergstraße sowie ein weiteres in München in der Neuhauser Straße nahe Stachus. Beide Sporthäuser haben sich in den letzten Jahren relativ gut entwickelt und sind vielversprechend gelaufen. Wer der Käufer ist, wird noch geheimgehalten. Die angeblich gewinnbringenden Verkäufe jedenfalls sollen als Finanzspritze in die Sanierung des Unternehmens investiert werden, ist zu hören. Dafür seien drei Jahre veranschlagt, verlautet aus vertrauten Kreisen. Nur wenig dringt bislang über die Konzepte insgesamt ans Licht bis auf die Aussagen, dass es in besseren Lagen "Erlebnishäuser" geben soll, in Zweitlagen sollen "Häuser der Stadt" als Nahversorger positioniert werden (unter anderem mit Kindergartenangeboten). Was aber aus den verbleibenden 26 Sporthäusern von Karstadt wird, ist gänzlich offen.

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Autor: Nicolas Kellner