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Karstadt Sports: Zukunft nur für zehn Filialen.

  • Marcel Rotzoll
  • Montag | 22. Juni 2020  |  12:45 Uhr
Dass Galeria Karstadt Kaufhof im Zuge des Schutzschirmverfahrens nicht nur viele der traditionellen Warenhäuser schließen würde, sondern es auch die eine oder andere Filiale von Karstadt Sports treffen würde, war abzusehen. Dass man nun tatsächlich gleich zwei Drittel der Karstadt Sports-Filialen schließen will, damit hatten selbst Brancheninsider nicht gerechnet.

Zwar waren bereits früh erste Befürchtungen aufgekommen, dass das Schutzschirmverfahren, unter das Galeria Karstadt Kaufhof und Karstadt Sports im Zuge der Corona-Krise schlüpfen mussten, auch harte Einschnitte beim Sport-Filialisten zur Folge haben würde (mehr dazu hier). Dass sich diese Befürchtungen bewahrheiten sollten, damit war jedoch nicht gerechnet worden. Sport sei immerhin ein Trend- und Zukunftsthema. Und noch auf dem Lieferantentag, den der Konzern zum Jahresanfang veranstaltete, wurde die Zukunft des Sports rosig gezeichnet. Nun aber folgte die Gewissheit.

Nachdem am vergangenen Freitag bekannt wurde, dass insgesamt 62 Warenhäuser dem Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof zum Opfer fallen werden (mehr dazu hier), folgte am Wochenende die nächste Hiobsbotschaft des angeschlagenen Warenhauskonzerns. Gleich zwei Drittel der 30 bestehenden Karstadt Sports-Filialen sollen geschlossen werden. Eine konkrete Liste, welche Filialen betroffen sein werden, liegt bisher nicht vor. Spekuliert wird aber, dass die Filialen in Berlin (Kranzler Eck), Wildau, Braunschweig, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg (in der Mönckebergstraße sowie in Hamburg-Harburg), Hanau, Kiel, Köln, Lübeck, München, Norderstedt, Rosenheim, Wiesbaden vor der Schließung stehen. Zudem solle auch die Hauptverwaltung in Essen wegfallen. Weitere Filialen betreibt der Konzern in Berlin (Steglitz), Bonn, Dresden, Erfurt, Göttingen, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Münster, Stuttgart und Wiesbaden.

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Auch die Hamburger Karstadt Sports-Filiale am Hauptbahnhof steht wohl auf der Streichliste.
© Karstadt Sports

Ohnehin war zuvor vorgesehen worden, dass Sport Scheck, die letzte Neuerwerbung von Galeria Karstadt Kaufhof-Eigner Signa und nicht vom Schutzschirmverfahren betroffen, mit Karstadt Sports enger verzahnt werden solle. Offenbar unter Führung von Sport Scheck. Denn mit 17 Filialen sowie zwei Outlets gibt Sport Scheck nun im Verbund mit dem schrumpfenden Karstadt Sports den Ton an.

Was der Kahlschlag für die betroffenen Städte bedeutet, lässt sich gut am Beispiel Düsseldorf verdeutlichen. In der hochfrequentierten Schadowstraße liegen sich ein Karstadt- sowie ein Kaufhof-Warenhaus direkt gegenüber. Keine 100 Meter entfernt befindet sich die Karstadt Sports-Filiale. Alle drei Häuser werden nun aufgegeben. Die Schadowstraße verliert damit auf einen Schlag drei Frequenztreiber. Was mit den Immobilien geschieht, zwei davon immerhin in 1A-Lage, ist ungewiss.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL