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Jetzt gilt es: Voswinkel verlässt Insolvenzverfahren

  • Marcel Rotzoll
  • Donnerstag | 07. November 2019  |  15:27 Uhr
Nachdem der Gläubigerausschuss dem Sanierungsplan Ende September zugestimmt hatte, konnte Intersport Voswinkel wie geplant das Insolvenzverfahren zum 31. Oktober abschließen und agiert nun wieder eigenständig.

Intersport Voswinkel hatte im April ein so genannter Schutzschirmverfahren eingeleitet und hatte daraufhin planmäßig Ende Juli eine Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet. Im Zuge der Sanierung setzte das Geschäftsführungsduo, neben Anna-Lena Schulte-Angels seit Mai diesen Jahres der ehemalige Karstadt Sports-Manager Marcus Neul, neben zahlreichen anderen Maßnahmen unter anderem auf eine Straffung des Filialportfolios. Ursprünglich sollten bis zu 32 Filialen geschlossen werden. Doch so weit kam es nicht.

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Blick in die Zukunft: Die Voswinkel-Filiale im Hamburger Elbe-Center gilt als zukunftsfähig.
© Intersport Voswinkel

In einem exklusiven Interview mit sportFACHHANDEL hatte Marcus Neul bereits im August verkünden können, dass man mit den Vermietern von neun Standorten Lösungen erarbeitet habe, die eine Weiterführung der Filialen erlaubten. Zudem verlieh Marcus Neul der Hoffnung Ausdruck, weitere Standorte sichern zu können (mehr dazu hier). Letztlich blieben nun 19 Filialen übrig, die offenbar nicht rentabel genug betrieben werden können und geschlossen werden müssen. Die Filiale in Cuxhaven wird zudem unter neuem Eigentümer weitergeführt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir nach rund sechs Monaten das Insolvenzverfahren verlassen können. Das war für uns eine intensive, aber auch spannende Zeit. Nun können wir unsere ganze Energie wieder in unser eigentliches Geschäft – den Verkauf von Sportartikeln – und in strategische Projekte stecken“, erklärt Marcus Neul nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens. Sachwalter Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case fügt hinzu: „Wir konnten Sport Voswinkel in erfreulich kurzer Zeit wieder auf Kurs bringen. Die Restrukturierung war mit vielen schwierigen Entscheidungen und Maßnahmen verbunden. Gläubiger, Mitarbeiter und Kunden haben das notwendige Vertrauen in das Unternehmen gezeigt und uns nach Kräften unterstützt. Durch die Sanierung hat Sport Voswinkel wieder eine echte Chance, sich im harten Wettbewerb erfolgreich zu behaupten und damit dauerhaft Arbeitsplätze zu sichern.“

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Marcus Neul war am 20. Mai in die Geschäftsführung von Sport Voswinkel eingestiegen. Mit seiner über 35-jährigen Branchen-Expertise soll er gemeinsam mit Anna-Lena Schulte Angels den Filialisten wieder auf Vordermann bringen.
© sFH

Voswinkel wird sich zukünftig, auch das hatte Marcus Neul im Gespräch mir sportFACHHANDEL angekündigt, vom Vollsortiment verabschieden (mehr dazu hier). Vielmehr sollen die Filialen an standortspezifischen Gegebenheiten neu ausgerichtet werden. Der Filialist will künftig je nach Region und Kaufkraft an einem Standort Sortimente aus dem mittleren oder dem gehobenen Segment führen. Man wolle in die Filialen investieren, um diese vor Ort zum jeweils „besten Anbieter“ zu machen. Man habe dafür die „Profilierungsthemen“ Fitness/Training, Running, Outdoor und Wintersport festgelegt. Zusätzlich soll jeder Standort regionale Zusatzsortimente führen. Neul stellte klar, dass Voswinkel sich zuerst als „Markenanbieter“ versteht. Die Eigenmarken der Intersport werde es weiterhin geben. Deren Anteil solle sich „auf Sicht zwischen 15 Prozent und 20 Prozent“ belaufen.

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL