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Hervis: Neue Expansionsoffensive

  • Hildegard Suntinger
  • Mittwoch | 25. Mai 2016  |  11:26 Uhr
Die österreichische Sportartikelkette Hervis will 2016 die 200er Marke überschreiten. Gleich zehn neue Filialen sind geplant. Die Expansion soll im In- und Ausland, darunter auch weiter in Bayern, erfolgen und die erste Hälfte schon im März an den Start gehen.
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Die Geschäftsführer der Hervis Sport- und Modegesellschaft m.b.H.: Hans K. Reisch (l.) und Alfred Eichblatt (r.)

Text: Hildegard Suntinger, Wien

Hervis Co-GF Alfred Eichblatt gab bei der Bilanzpressekonferenz am 8. März in Wien bekannt, dass der Startschuss zur Expansion mit je einer Filiale im Huma Eleven/Wien und in Wasserburg/Bayern bereits gefallen ist. Zeitnah werden zwei Filialen in Rumänien und eine in Ungarn folgen. Zu den weiteren Standorten hielt er sich noch bedeckt. Die aktuelle Expansion folgt auf ein Jahr der Flächenbereinigung in Südosteuropa und der Expansion in Bayern. Während die Gesamtfilialzahl 2015 um zwei auf 191 stieg, wurde die Standortzahl in der Tschechischen Republik (-3), Kroatien (-2) und Rumänien (-1) reduziert. Im Gegenzug wurde das Filialnetz in Österreich um einen Standort auf 88 und in Bayern von zwei auf sieben gesteigert. Die jüngste Deutschlandoffensive folgte übrigens auf einen zögernden Start: Die erste Filiale war 2012 in Garmisch Partenkirchen eröffnet worden, die zweite 2014 in Nürnberg. Der Eröffnungsmarathon 2015 lief über Amberg, Rosenheim, Neumarkt, Landshut und Stein.

Gesamtplus von 10,3 Prozent: Die aktuelle Expansion basiert auf einem überdurchschnittlich erfolgreichen Geschäftsjahr 2015. Die Bilanz der Sportartikelkette weist im In- und Ausland eine Steigerung von 10,3 Prozent auf 469 Mio. Euro aus (per Geschäftsjahresende 31.12.). Das zweistellige Wachstum ist umso beachtlicher, als es auf eine Phase der Stagnation folgt: 2014 betrug das wechselkursbereinigte Wachstum 0,2 Prozent und in den Jahren 2012 und 2013 verzeichnete der Filialist einen leichten Rückgang. Bei den aktuellen 469 Mio. Euro handelt es sich um den brutto Verkaufsumsatz und ein wechselkursbereinigtes Wachstum. Flächenbereinigt liegt das Plus bei 7,8 Prozent. Unterm Strich blieben 10,5 Millionen Euro, so das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Betriebsergebnis). Die Investitionen beliefen sich auf acht Millionen Euro. Die Zahlen basieren auf 191 Standorten in sieben Ländern, davon 88 in Österreich, sieben in Deutschland und weitere 96 in Slowenien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und Rumänien. Trotz der Erweiterung um zwei Standorte, lag das Plus an Fläche lediglich bei 340 qm. Der Grund dafür mag an der Eröffnung des Express Standortes am Wiener Westbahnhof liegen, wo auf 100 qm der stationäre Handel mit Online verbunden werden soll. Die durchschnittliche Flächengröße liegt jedoch bei ca. 1.000 qm.

Gesteigerte Nachfrage im Premiumbereich: Das außerordentliche Ergebnis führt man auf den schwächelnden Wettbewerb zurück. D.h. die Sportartikelkette hat vom Wegfall der Premium- und Diskontschienen der Sport Eybl und Sports Experts (EAG) profitiert. Seit der 100 Prozent-Übernahme der EAG durch den britischen Diskonter Sports Direct im April 2014 ist eine Premiumklientel freigeworden, die anderen Marktteilnehmern derzeit zum Teil massive Zuwächse bringt. Auch Hervis konnte sowohl im Performance-Bereich als auch in einer reorganisierten Einstiegspreisklasse Steigerungen verzeichnen. Etwa 20 Prozent des Sortiments sind Eigenmarken zuzurechnen. Nach zwei schwachen Wintern in Folge habe der Anteil an Ganzjahresartikeln im Sortiment drei Viertel erreicht. Das Ranking der erfolgreichsten Sortimentssegmente wird von Outdoor, Running und Bike angeführt.Skisektor inklusive der Kälteartikel nimmt Platz vier im Ranking ein.

Autor: Hildegard Suntinger

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 05 / 2016