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Der Shutdown: Erste Reaktionen und Hilfsangebote von Lieferanten

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 24. März 2020  |  10:47 Uhr
Läden zu, Lager voll: Und nun? Der Sportfachhandel ist dringend auf Hilfe angewiesen. sportFACHHANDEL konnte in den vergangenen Tagen die folgenden Versprechen seitens der Lieferanten einholen.
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Stand: 24. März 2020

Uvex

„Die gemeinsame, gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Fachhandel ist und war schon immer ein zentraler Bestandteil der uvex Distributionsphilosophie. 
Dennoch erfordert die aktuelle Lage von uns allen neben Besonnenheit auch Solidarität und Flexibilität. Als traditionsreiches Familienunternehmen mit engen und persönlichen Beziehungen zu unseren Kunden, werden wir jedem einzelnen Fachhändler in schwierigen Zeiten partnerschaftlich zur Seite stehen. Deshalb bieten wir unseren Kunden im Fachhandel flexible Lösungen an, die einerseits die kurz- bis mittelfristige Entwicklung berücksichtigen, andererseits aber auch eine zukunftsorientierte Planung für beide Seiten ermöglicht." (Christophe Weissenberger, CEO Uvex Sports Group )

Grüezi bag

Wegen der Zwangs-Schließung des Einzelhandels und damit auch des Outdoorfachhandels aufgrund der Corona-Krise bietet der bayerische Schlafsack-Spezialist Grüezi bag seinen Händlern an, die bislang keinen Online-Shop haben, dass deren Kunden direkt bei Grüezi bag im Shop bestellen können. Dazu muss der Händler nur den Code, den Grüezi bag speziell für jeden einzelnen Händler angelegt, per mail, Newsletter, im Schaufenster oder in den sozialen Medien veröffentlichen. Der Händler bekommt nach erfolgreicher Bestellung sofort seine normale Provision gut geschrieben. Dem Kunden wird von Grüezi bag das Porto erlassen und er erhält zusätzlich ein Washbag im Wert von 24 Euro. Um das Ganze noch interessanter zu machen, hat Grüezi bag 11 verschiedene animierte posts vorbereitet, die der Händler veröffentlichen kann.

Equip Outdoor Technologies

"Vor dem Hintergrund der aktuellen Krise, die die massive globale Ausweitung von COVID-19 verursacht, und den Herausforderungen für die Outdoor-Industrie hat Equip Outdoor Technologies, Eigentümerin der Outdoor-Marken Rab und Lowe Alpine, einen Risk Management Action Plan erstellt. Noch ausstehende Ordern in der laufenden Frühjahr-/Sommersaison werden nicht ausgeliefert, sofern dies von den Kunden nicht explizit gewünscht wird. Dadurch möchte Equip angesichts der in vielen europäischen Ländern auf unbestimmte Zeit vorgeschriebenen Geschäftsschließungen es seinen Händlern ermöglichen, den Warenbestand in einem vertretbaren Umfang zu belassen. Zudem wird Equip Warenrücksendungen der laufenden Saison Frühjahr/Sommer 2020 akzeptieren und diese in Herbst-/Winter-Ordern 2020 austauschen. Händler können bis zu 50% des Warenwerts ihrer Frühjahr-/Sommer-Bestellung retournieren und dafür eine Gutschrift bekommen, die Frist dafür ist Ende August. Die Retouren können im Zeitraum 15.-30. September erfolgen." (Andy Schimeck, Director European Sales, Equip Outdoor Technologies)

Deuter

„Was die Liefersituation anbelangt, kommt es zu keinen Lieferengpässen seitens Deuter. Wir haben genügend Ware am Lager in Gersthofen und auch unsere Produktionsstätten in Asien haben Rohstoffe für die nächsten Monate vorrätig. In dieser schwierigen Zeit versuchen wir unseren Händler zur Seite zu stehen, um ihn bei seinen individuellen Sorgen und Wünschen mit guten Lösungen zu beraten und zu helfen. Wir werden gemeinsam Lösungen erarbeiten. Wir lassen unsere Händler auch in dieser schwierigen Zeit nicht im Stich.“ (Andreas Herrlinger, Verkaufsleiter National, Deuter)

Schöffel

„Schöffel führt seine Partnerschaften mit dem qualifizierten Fachhandel seit jeher vertrauensvoll, gemeinschaftlich und langfristig. Wir setzen auch in der aktuellen Situation auf diese wichtigen Grundwerte und entwickeln partnerschaftliche Lösungen, die Herausforderungen und Interessen auf beiden Seiten berücksichtigen. Die aktuelle Dynamik fordert uns einerseits flexibel und kurzfristig zu agieren, andererseits stets langfristig zu denken. Verschiedene Teams von Schöffel sichern aktuell eine durchgehende Kundenbetreuung, passen die Auslieferung an die Bedürfnisse unsere Handelspartner an und optimieren diese. Nach unserer Einschätzung wird sich im Handel der Abverkaufszeitraum strecken. Daher planen wir schon jetzt intensivierte Kommunikationsmaßnahmen, die aktiviert werden, sobald sich die aktuelle Situation wieder entspannt.“ (Stefan Merkt, Leitung Vertrieb, Schöffel)

Löffler

„Die gesamte Branche steht vor einer herausfordernden Zeit und wir versuchen im Moment als Unternehmen , die Situation zu meistern. Die aktuelle Covid-19 Krise bringt uns alle – sowohl Produzenten als auch Händler- an wirtschaftliche Grenzen. Da es aktuell nicht absehbar ist, wie lange die Situation andauern wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Versprechungen machen. Wir sind jedoch bemüht, unseren Kunden partnerschaftliche Lösungen sowie bestmögliche Unterstützung anzubieten.“ (Otto Leodolter, Geschäftsführer, Löffler)

Saucony

„Das Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen treffen uns und spätestens mit Schließung der Einzelhandelsgeschäfte auch drastisch den Handel. Wichtig ist jetzt, dass wir zusammenhalten. Unser Außendienst-Team steht im ständigen Kontakt mit unseren Händlern, um Liefertermin-Verschiebungen, Aussetzen von Lieferungen und sonstige partnerschaftliche Vereinbarungen zu treffen. Wir versuchen täglich, für alle individuellen Fälle Lösungen voranzutreiben. Alle Marketingmaßnahmen im stationären Handel, die aufgrund der derzeitigen Geschäftsschließungen nicht durchgeführt werden können, werden wir nachholen. Gemeinsam mit unseren europäischen Kollegen arbeiten wir an einen umfangreichen Maßnahmenpaket, wie wir den Handel in dieser schweren Zeit weiter unterstützen können. Alle Maßnahmen werden den aktuellen Entwicklungen angepasst und vertieft. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Kunden hat dabei für uns höchste Priorität.“ (Mika Froesch, Country Manager, Saucony)

Pricon GmbH

„Aktuell sind wir nicht direkt betroffen. Dies wird sich schlagartig ändern, sofern alle Geschäfte, bis auf Lebensmittelgeschäfte und Apotheken geschlossen werden. Wir sind in der Lage Bestellungen unserer Fachhändler von einem auf den anderen Tag zu erfüllen. Aber ohne Inlandsnachfrage und ohne die Möglichkeit etwas anzuliefern kommt unser Hauptgeschäft zum Erliegen. Es gibt derzeit keine Lieferengpässe. Wir halten direkt in Mainz ausreichend Produkte in unserem Lager vor. Wie bisher auch arbeiten wir ohne Vorordernotwendigkeit, d.h. unsere Partner brauchen keine Warenrisiko und dessen Vorfinanzierung eingehen. Unser Geschäft ist auf eine ständige Orderbarkeit der Produkte ausgelegt. Dazu kommt der Onlinesupport durch unsere Reserve & Collect-Plattform unter shop.triathlon.one. Zusätzliche Hilfen rund um die Zahlungsabwicklung, Warenrücknahme, Valuta klären wir individuell mit dem jeweiligen Partner.“ (Matthias Köste, Geschäftsführer, Pricon)

Jako

„Wie immer waren wir auch in den letzten Tagen in engem Austausch mit unseren Jako Händlern und unserem Außendienst. Für unsere Händler stellen die politischen Vorgaben, bei aller Notwendigkeit, eine existenzielle Bedrohung dar. Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, haben wir daher folgende Maßnahmen beschlossen: Auch in schweren Zeiten bleibt für uns der Kontakt und die persönliche Nähe wichtig: Wir behalten den Kundenservice via Telefon und E-Mail im Innen- und Außendienst aufrecht und sind für unsere Kunden erreichbar. Wir verschieben in Absprache mit unseren Kunden die Vororderblöcke auf die Zeit nach der Krise und bewahren uns die Flexibilität, diese in ihrem Umfang an die neuen Bedingungen anzupassen. Wir unterstützen unsere verbandsfreien Kunden mit verlängerten Zahlungszielen. Die Retourenfrist für unsere Händler verlängern wir. Retouren sind bis zu vier Wochen nach Ende der durch Bund und Länder beschlossenen Ladenschließungen möglich. Das sind nur die ersten Unterstützungen, die wir unseren Partnern anbieten. Weitere werden sicher im Laufe der kommenden Wochen folgen. Wir alle können die Konsequenzen der aktuellen Entwicklung noch nicht abschätzen. Dennoch arbeiten wir aktiv an einem Plan für die Zeit nach der Krise. Wir sehen es als unsere Aufgabe, gemeinsam mit unseren Handelspartnern individuelle Lösungen für diese historische Herausforderung zu finden.“ (Tobias Röschl, Bereichsleiter Vertrieb, Jako)

Brooks

„Da die Beziehungen zu unseren Händlern für uns von extremer Bedeutung sind, halten wir diese ständig auf dem neuesten Stand und haben folgende Händlerkommunikation verschickt: Wir wissen, dass das Coronavirus branchenweite Auswirkungen auf die Lieferkette und die Produktion haben wird, und Brooks bildet dabei keine Ausnahme. In den letzten vier Jahren haben wir mit Kräften daran gearbeitet, unsere Lieferkette zu diversifizieren und weniger abhängig von der chinesischen Produktion zu werden. Das größte Risiko für Brooks besteht darin, dass viele unserer Materialien- und Komponentenlieferanten in China sind, sodass es zu Lieferunterbrechungen kommen kann. Wir überwachen unsere Lieferkette täglich und sind bereit, Lösungen zu implementieren, um die Unterbrechung der Produktlieferungen zu minimieren. Die Lagerbestände von Brooks reichen aus, um für das Frühjahr 2020 sofortige und zukünftige Bestellungen zu erfüllen. Wir können einige Verzögerungen bei unseren Verkaufsmustern für das Frühjahr 2021 bestätigen. Derzeit rechnen wir mit einer teilweisen Unterbrechung unseres bevorstehenden Verkaufsprozesses. Unsere Verkaufsteams werden über weitere Einzelheiten informiert, sobald sie verfügbar sind.“ (Bastian Hübschen, Country Manager, Brooks)

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur