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Das erwarten SABU-Mitglieder von ihren Lieferanten

  • Marcel Rotzoll
  • Dienstag | 30. Juni 2020  |  11:55 Uhr
In einer Online-Umfrage unter rund 190 SABU-Händlern konnten diese ihre Erwartungen und Anforderungen an die Lieferanten formulieren.

Die Vorbereitungen für die neue Ordersaison Frühjahr/Sommer 2021 haben längst begonnen, daran ändert auch die Corona-Krise nichts. Was sich aber geändert hat, sind die Anforderungen und Bedürfnisse, die Händler in Krisenzeiten an ihre Lieferantenpartner stellen, insbesondere auch während der Orderzyklen. Welche Erwartungen die angeschlossenen Schuhfachhändler haben, wollte die SABU mittels einer Onlinebefragung in Erfahrung bringen. Dabei wurden vierzehn qualitative Kriterien vorgegeben, die mit „sehr wichtig“, „wichtig“ und „weniger wichtig“ gewichtet werden konnten. Rund 190 Händler nahmen an der Umfrage teil, was einem repräsentativen Durchschnitt aller Sabu-Mitglieder entspreche, wie die Verbundgruppe mitteilt.

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Peoples Business: Die Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass der Schuhfachhandel sich neben finanziellen Entlastungen und kulanteren Lieferbedingungen vor allem weiterhin den persönlichen Kontakt zu den Lieferanten sucht.
© SABU

Interessant, aber nicht überraschend, ist die Antwort auf die Frage, wie geordert werden soll. Für die Sabu-Anschlusshäuser steht mit über 70 Prozent an erster Stelle die „physische Ordermöglichkeit“, also das haptische Begutachten der Ware. Für weitere 26,9 Prozent der Händler ist der persönliche Kontakt immer noch „wichtig“. Eine digitale Order hingegen halten nur 11,8 Prozent für „sehr wichtig“ und 28 Prozent für „wichtig“. Weitere essentielle Wünsche an die Lieferanten sind beispielsweise eine minimierte Vororder mit flexiblen Nachordermöglichkeiten sowie Sofortprogramme während der Saison. Valuten, höher Rabatte oder auch die Warenrücknahme am Ende der Saison werden ebenso von vielen gewünscht.

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Digitalisierung meine nicht nur das Bestellen von Ware aufgrund von Abbildungen, leitet Stephan Krug unter anderem aus den Umfrageergebnissen ab. Digitalisierung müsse sämtliche Abläufe der Wertschöpfungskette umfassen, um eine "prozessuale Entlastung" zu bringen. Stephan Krug
© SABU

SABU-Geschäftsführer Stephan Krug resümiert: „Die Ergebnisse unserer Umfrage haben uns nur teilweise überrascht. Dazu gehört u.a. das schlechte Abschneiden digitaler Ordermöglichkeiten und Showrooms auf den mit Abstand letzten beiden Plätzen. Der Schuh an sich ist nun mal ein Produkt, das hinsichtlich Qualität und Passform schwierig ausschließlich aufgrund von Abbildungen her zu beurteilen ist. (...) Beachtenswert finde ich außerdem, dass das Thema ’Nachhaltigkeit’ mit einem guten mittleren Platz mittlerweile auch in unserer Branche angekommen ist. Sustainability hätte sicherlich in den Augen des Handelns noch einen höheren Stellenwert, wenn Industrie und Handel sich zurzeit nicht fast ausschließlich auf die Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen konzentrieren müssten.“

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL