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Ausgerechnet jetzt: Intersport bittet Systempartner zur Kasse

  • Marcel Rotzoll
  • Dienstag | 24. März 2020  |  11:25 Uhr
Mit Datum vom 14. März hat die Intersport seinen Systempartnern in einem Brief mitgeteilt, dass deren stille Beteiligung verwendet wird, um den Verlust der Gesellschaft mitzutragen.

Was für ein Timing! Per Brief teilen die beiden Intersport-Vorstände Alexander von Preen und Hannes Rumer aktuell ihren Systempartnern mit, dass „gemäß § 16 des Gesellschaftsvertrags ... der durch den stillen Gesellschafter zu tragende Verlustanteil“ von der stillen Einlage, die jeder Systempartner zu Beginn der Partnerschaft zu tätigen hat, nun abgezogen wurde.

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Die stille Einlage ist erst einmal dahin: Intersport-Systempartner gleichen die Verluste der Verbundgruppe aus.
© Intersport

In dem Brief, der sportFACHHANDEL vorliegt, beläuft sich der Verlustanteil auf knapp 99 Prozent der stillen Einlage. Verluste der Gesellschaft können laut Gesellschaftsvertrag anteilig auf die Gesellschafter – beschränkt auf die Höhe der Einlage – umgelegt werden. Sollte die Gesellschaft in der Folgezeit Gewinne erwirtschaften, werden diese den Gesellschaftern „bis zur Höhe ihrer geleisteten Einlage gutgeschrieben“.

Wie zu hören ist, wurden die Einlagen der Mitglieder der Genossenschaft Intersport eG (noch) nicht angetastet. Betroffen sind also (erstmal nur) die Systempartner.

Der Brief aus Heilbronn erreicht die Systempartner der Intersport zur Unzeit. Viele Sportfachhändler und damit natürlich auch Intersport-Systempartner, machen sich große Sorgen darüber, wie und ob es überhaupt weitergehen kann, wenn die Corona-Krise überstanden ist. Nun erhalten die Systempartner die Nachricht, dass sie für die Verluste geradestehen, die die Gesellschaft angehäuft hat – die Rede ist insgesamt von einem zweistelligen Millionenbetrag – und ihre stille Einlage nichts mehr wert ist. Noch dazu, so ist zu hören, wurde am Montag für die Intersportler die Dekadenrechnungen fällig, was wiederum teils dramatische Auswirkungen auf die Liquidität der Händler nach sich ziehen könnte!

Marcel Rotzoll

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Autor: Marcel Rotzoll

Stellv. Chefredakteur sportFACHHANDEL