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Analyse: Besucherfrequenz zwischen Lockdown und Aufbruch

  • Andreas Mayer
  • Dienstag | 19. Mai 2020  |  11:09 Uhr
Der Lockdown hat zu einem noch nie erlebten Frequenz- und Umsatzeinbruch im Einzelhandel geführt. Eine Analyse in Shopping-Centern zeigt, dass es im Durchschnit zu einem Frequenzrückgang von 73 Prozent kam. Allerdings schwankt der Wert je nach Objekt und Nahversorgungsanteil.
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Die IPH Handelsimmobilien GmbH & IPH Centermanagement GmbH aus München hat die Auswirkungen des Corona-bedingten Lockdown auf die Geschäfte in ihren Shopping-Centern untersucht. Während des Lockdowns stieg der Frequenzrückgang im Durchschnitt 73 Prozent. Allerdings schwankte der Wert während der Lockdown-Phase je nach Objekt und Nahversorgungsanteil stark zwischen minus 40 Prozent und minus 100 Prozent. Und: Auch schon vor der Corona-Krise gingen die Frequenzen gegenüber 2019 um 15 Prozent zurück.

Die Hauptumsätze der Händler wurden zuletzt besonders mit bedarfs- und saisonbezogenen Sortimenten erzielt, wozu angesichts warmer Temperaturen vor allem Kinder- oder Running-Schuhe sowie Fitnesskleidung gehörten. Lagen mit rein regionalen Einzugsgebieten und Solitärlagen mit hohen Stamm- und Zielkaufkunden erzielen teilweise sogar höhere Umsätze als vor dem Lockdown. Dabei handelt es sich allerdings um Nachholbedarfe.

Der Fahrradhandel erwartet, ausgelöst durch den hohen Bewegungsdrang der Menschen nach der Selbstisolation und dem warmen Frühling, einen Run auf seine Sortimente. Die Conversion der Nachfrage in Umsatz wird nur dadurch begrenzt, ob der erwartete Ansturm im Rahmen der Abstands- und Hygieneregeln bewältigt werden kann. Der Umsatzverlust der vergangenen Wochen wird zwar über das Jahr nicht mehr komplett kompensiert werden können, könnte aber deutlich über den sonstigen Nonfood-Branchen liegen.

Bei circa zehn bis 15 Prozent der mittelständischen Betriebe, die schon vor dem Lockdown in Schieflage waren, ist mit ihrem Marktaustritt zu rechnen. Die damit verbundenen Ausverkäufe und der Warendruck im Textilhandel und der Textilindustrie werden zu Rabattschlachten führen. Laut einer Befragung der BBE Handelsberatung bei über 200 Einzelhändlern rechnen zwölf Prozent von ihnen mit einer Insolvenz.

Viele Händler, die eine Multi-Channel-Strategie (z. B. über einen verbandseigenen Marktplatz, Amazon oder Ebay) haben, können ihre Online-Umsätze deutlich steigern. Wer bisher noch keine Multi-Channel-Strategie hatte, ist nun auf den Zug aufgesprungen – darunter zum Teil einstige Online-Gegner. Es ist zu erwarten, dass die Online-Umsätze sich über dem Vor-Lockdown-Niveau einpendeln werden, was sich in Zukunft auch auf die Geschäftsmodelle der Händler auswirken wird.

Andreas Mayer

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Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

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