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Aller guten Dinge sind drei

  • Andreas Mayer
  • Donnerstag | 22. Januar 2015  |  15:37 Uhr
Direkt am wunderschönen Tegernsee befindet sich einer von Deutschlands Premium-Anbietern für Outdoorsport. Seit 2010 versorgt Bergzeit auf über 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Gmund naturbegeisterte Kunden mit dem entsprechenden Angebot. Die Leidenschaft für draußen steht dabei immer im Vordergrund – sowohl on- als auch offline!

Bergzeit
Bergzeit Alpin in Großhartpenning: Auf 700 Quadratmetern bietet Bergzeit Bekleidung und Ausrüstung für den alpinen Bergsport – von Bergsteigen, Klettern und Skitouren bis Wandern.

Die Idee zur Gründung der Firma Bergzeit hatte Geschäftsführer Klaus Lehner vor gut 15 Jahren. Begonnen hatte alles mit einem Hobby: Bergsport, damals noch hauptsächlich Bergsteigen und Mountainbiken. Lehners Leidenschaft galt damals noch dem Tourenportal bergzeit.de – hier veröffentlichte er regelmäßig Tourenbeschreibungen, die er allesamt selbst unternommen hatte. Zu den digitalisierten Karten gesellten sich schon bald Ausrüstungsgegenstände, die Lehner aus dem Bauch heraus kaufte, um sie schließlich im eigenen Onlineshop anzubieten. Der Versand lief vom Dachboden aus, so lange bis die Nachfrage immer größer wurde und alleine nicht mehr bewerkstelligt werden konnte.

Das erste stationäre Geschäft entstand 2005 in Großhartpenning, dem heutigen Alpin Center von Bergzeit. Hinzu kamen 2010 das Outdoorcenter Gmund und im April 2014 die Salewaworld in der Münchner Innenstadt. Gesteuert wird der Betrieb von der Zentrale in Otterfing aus, mit schönstem Alpenblick und der Möglichkeit, den Feierabend mit einer Ski- oder Mountainbiketour zu beenden. Mittlerweile beschäftigt die Firma an den vier Standorten 130 Mitarbeiter – alles Experten in den Bereichen Bergsport, Outdoor und Reisen – und erwirtschaftet einen Umsatz von 7,8 Mio. Euro pro Jahr. Davon wird der Hauptteil immer noch über die Website erzielt. „Auch heute steht der Online- Handel an erster Stelle, weil nur dort können wir dem Kunden unser breites Produktsortiment an-

bieten und schnell und flexibel auf Markttendenzen reagieren. Aber unsere Läden sind kein Anhängsel, sondern geben uns gegenüber reinen Online-Shops die erforderliche Kundennähe, vor allem in Bezug auf Kundenwünsche, Trends aber auch Produktkompetenz. Deshalb pflegen wir unsere Läden mit viel Leidenschaft. Vom Schlagwort Multichannel halte ich hingegen gar nichts. Das ist primär eine neues Geschäftsfeld für Berater.“

Um das stetige Wachstum weiter erhalten zu können, hatte sich das Unternehmen 2012 zu einer Kooperation mit der Sportler AG, dem führenden Bergsportunternehmen im Alpenraum, entschlossen. Das Hauptproduktangebot liegt im Sommer ganz deutlich auf den Bereichen Wandern, Bergsteigen, Klettern, Trekking und Bike. Von der entsprechenden Funktionsbekleidung über hochwertiges Equipment bis hin zum passenden Schuh gibt es alles, was das Outdoorherz höher schlagen lässt. Das deutlich schwierigere Wintergeschäft setzt sich hauptsächlich aus Touren-Ski, Rodel und Schneeschuhen zusammen. „Wir haben uns schon vor Jahren wegen der globalen Erwärmung aus dem Segment Langlauf verabschiedet und der alpine Skilauf war noch nie unser Fokus. Unser Kernsegment im Winter, das Skitourengehen, ist da viel weniger anfällig. Notfalls weicht der Tourengeher einfach auf höhere Lagen aus.“ Ganz besonders viel Wert legt man auf das Shop-in-Shop-Konzept in der Gmundner Filiale. Vor Ort präsentieren sich regelmäßig renommierte Marken auf einer eigenen Plattform. Lehner fügt noch hinzu: „Ich glaube, dass der Kunde sich dem Wetter immer mehr anpassen wird. Mountainbiken und Rennradfahren geht in diesem warmen Winter hervorragend. Das Rad wird damit zum Ganzjahressportgerät und der Bedarf an hochwertiger Radbekleidung für kalte Tage wird zunehmen. Auch die Bereiche Running, Trail Running oder Speed Hiking werden damit als Alternative stärker. Und dann haben wir Händler immer noch das Thema Outdoor Fashion. Anstatt zu jammern, sollte man über Alternativen nachdenken und flexibel reagieren. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht wirklich sinnvoll ist, bereits Anfang September Skiausrüstung anzubieten.“

Neben dem breiten Angebot an Markenprodukten – immerhin sind es inzwischen über 600 Top-Marken mit 50.000 Outdoorartikeln – steht Bergzeit insbesondere für kompetente und ausführliche Beratung durch geschultes Personal, attraktive Serviceleistungen und die Weitergabe von Kostenvorteilen an treue Kunden. Zum Kundenservice gehören auch zahlreiche Sonderaktionen, die sich detailliert mit einem speziellen Thema auseinandersetzen. Vor Ort steht dann ein Expertenteam Rede und Antwort – wie z.B. beim Barfuß- und Trailrunning-Tag, der Bergzeit Movie Night oder dem Bergzeit Alpintag. Vorträge mit Spitzensportlern wie Benedikt Böhm, Stefan Glowacz und Alex Huber locken zahlreiche Besucher in die Filialen und weitere Veranstaltungsorte im Oberland. „Meine Philosophie setzt hier weniger auf Produktschulungen. Vielmehr achte ich bei jedem neuen Mitarbeiter im Verkauf, im Einkauf, eigentlich in allen Abteilungen, auf eine hohe Outdoor Affinität. Wer Kletterausrüstung verkauft, sollte selbst klettern, denn dann will er aus eigenem Interesse laufend dazu lernen und die Neuheiten selbst testen. Wenn man sich im Vergleich dazu so manches Kaufhaus mit Sportabteilung oder so manche Sportkette mit 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf der grünen Wiese ansieht, dann können diese Konzepte alleine aus personaltechnischen Gründen nicht aufgehen. Selbst in unserer Telefon- und Online-Kundenberatung arbeiten wir mit einem angehenden Bergführer und einem langjährigen Trekkingexperten zusammen.“ <<<

Mayer

Autor: Andreas Mayer

Chefredakteur

Dieser Artikel ist aus der Ausgabe: sport-FACHHANDEL Nr. 01 / 2015